Die Schokoladenmarke Milka steht erneut in der Kritik: Zur Weihnachtszeit sorgte ein verstecktes Etikett auf Schoko-Weihnachtsmännern für Empörung bei Verbrauchern. Der Vorwurf: Das Unternehmen provoziere bewusst Fehlkäufe durch nahezu identisch aussehende Produkte mit unterschiedlichen Preisen.

Youtuber Sebastian Klaus, bekannt als "Verpackungsprof", hatte auf das Problem aufmerksam gemacht und die Verpackungspraxis des Süßwarenherstellers genauer unter die Lupe genommen. Seine Analyse zeigte: Im Handel stehen zwei scheinbar identische Milka-Weihnachtsmänner nebeneinander - gleiche Größe, ähnliche Optik, aber völlig unterschiedliche Preisklassen. Jetzt wird der Ärger für den Hersteller Mondelez aber noch größer. In einem Video von Verbraucherschützern ist die Rede von einem "klaren Verstoß". 

Update vom 29.12.2025: Weihnachtsmann verstößt laut Experten gegen Lebensmittelrecht

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat den Schokoladenhersteller Mondelez wegen unzulässiger Kennzeichnung abgemahnt. Grund ist die Gestaltung der Produktinformationen bei einem Milka-Weihnachtsmann, bei dem wesentliche Pflichtangaben nicht wie vorgeschrieben lesbar seien, heißt es in einer öffentlichen Mitteilung. Die Lebensmittel-Informationsverordnung schreibe vor, dass Angaben wie Gewicht, Zutaten, Allergenhinweise und Mindesthaltbarkeitsdatum für Verbraucher leicht zugänglich sein müssen. Dazu gehört laut Verbraucherzentrale, dass diese Informationen deutlich sichtbar und ohne zusätzliche Handgriffe lesbar seien.

Bei dem betroffenen Weihnachtsprodukt habe Mondelez nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen auf die übliche Kennzeichnung auf der Rückseite verzichtet. Stattdessen befänden sich die gesetzlich vorgeschriebenen Angaben in einem verklebten Faltzettel am Boden der Schokofigur. Während das Mindesthaltbarkeitsdatum noch ohne Öffnen des Aufklebers erkennbar sei, müssten Verbraucher für Informationen zu Gewicht und Zutaten den Zettel erst aufklappen.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht darin einen klaren Verstoß gegen geltendes Recht. "Aus unserer Sicht verstößt das gegen die Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV). Denn für alle aufgeführten Informationen auf Lebensmitteln gilt: Sie müssen an einer gut sichtbaren Stelle deutlich und unverdeckt lesbar sein. Wir haben Mondelez deshalb abgemahnt. Der Hersteller wird damit aufgefordert, die Kennzeichnung zu ändern und künftig nicht mehr so einzusetzen", erklären die Verbraucherschützer.

Erstmeldung vom 17.12.2025: Milka versteckt Weihnachtsmann-Etikett mit Gewichtsangabe

Der entscheidende Unterschied liegt im Detail: Während der eine Weihnachtsmann 45 Gramm wiegt und einen Kilopreis von rund 42 Euro aufweist, bringt die gefüllte Variante mit Schokolinsen 61 Gramm auf die Waage - bei einem Kilopreis von fast 54 Euro. Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht in der Produktvielfalt, sondern in der Art der Kennzeichnung.

Während die Gewichtsangabe bei anderen Herstellern gut sichtbar auf der Verpackung zu finden ist, hat Milka beim teureren Weihnachtsmann ein sogenanntes Leporello-Etikett verwendet - ein aufklappbares Etikett auf der Unterseite der Figur. Die Angabe "61 g" ist erst nach dem Aufklappen dieses Etiketts sichtbar, der Hinweis darauf in winziger weißer Schrift auf lila Untergrund kaum erkennbar. Der Verpackungsexperte führte zwei Tests durch, um die Auffindbarkeit der Gewichtsangabe zu überprüfen. Das Ergebnis war eindeutig: Weder eine Einzelperson noch eine Gruppe junger Menschen konnten die Füllmengenangabe ohne erhebliche Mühe finden.

Selbst bei gezielter Suche übersahen die Testpersonen den kleinen Hinweis "Pflichtinformation" mit Pfeil, der zum aufklappbaren Etikett führt. "Ich finde es nicht", "Steht nicht drauf" und "Ich sehe es gar nicht" waren typische Reaktionen der Probanden. Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) schreibt in Artikel 13 vor, dass die Angabe der Nettofüllmenge an einer "gut sichtbaren Stelle deutlich, gut lesbar und gegebenenfalls dauerhaft" anzubringen ist. Sie dürfen nicht durch andere Angaben, Bildzeichen oder sonstiges Material verdeckt oder undeutlich gemacht werden.

"Wollen jeden für blöd verkaufen": Kunden sind von Milka entsetzt 

Auch andere Hersteller von Schoko-Weihnachtsmännern schaffen es problemlos, die Gewichtsangabe direkt auf die Aluminiumfolie zu drucken. Nur Milka nutzt bei diesem speziellen Produkt die kundenunfreundliche Variante des versteckten Etiketts, obwohl auf der Verpackung mehr als genug Platz für einen gut lesbaren Aufdruck vorhanden wäre, lautet die Kritik des bekannten Youtubers. In den sozialen Medien reagieren Schokofans mit deutlicher Kritik auf die Verpackungspraxis.

"Die wollen entweder jeden für blöd verkaufen oder wollen unbedingt ihr eigenes Grab schaufeln", kommentiert ein Nutzer auf Instagram. Ein anderer schreibt: "Die täuschen ganz bewusst die Kunden. Unfaires Verhalten muss bestraft werden." Es gibt viel Wut: "Nur noch Abzocke von Milka, kann weg." Viele Kommentatoren fordern Konsequenzen. Die aktuelle Kontroverse reiht sich ein in eine Serie von Negativschlagzeilen für Milka. Das US-Unternehmen Mondelez hatte wegen Shrinkflation-Vorwürfen bereits den "Goldenen Windbeutel" erhalten - Milka wurde außerdem zur "Mogelpackung des Monats" gewählt.

Die Kritik an Preisgestaltung und Packungsgrößen begleitet die Marke seit Monaten. Mit dem versteckten Etikett auf den Weihnachtsmännern scheint das angeknackste Vertrauen der Verbraucher weiter zu schwinden. Weil der Absatz nach dem Imageverlust eingebrochen ist, haben viele Supermärkte die Milka-Preise sogar drastisch reduziert.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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