Bargeld ist in Deutschland nach wie vor beliebt: Bei einer Befragung gaben 73 Prozent der 2026 teilnehmenden Erwachsenen in Deutschland der dpa zufolge Bargeld als ihre häufigste Zahlungsmethode an. Die Umfrage des Marktforschungsinstituts YouGov für das Beratungsunternehmen BearingPoint zeigt damit auch: Deutschland und Österreich bleiben Europas Bargeld-Hochburgen.
Aus Sicht der EU hat das System Bargeld aber durchaus Schwächen - eine Verordnung zur Verhinderung der Nutzung des Finanzsystems für Zwecke der Geldwäsche oder der Terrorismusfinanzierung soll daher Abhilfe schaffen. Wie die Bundesrechtsanwaltskammer berichtet, gelten die neuen Verpflichtungen, die sich aus dieser Verordnung ergeben, ab dem 10. Juli 2027 - und das auch in Deutschland.
Die Bargeld-Entwicklung in Deutschland: EU verhängt Obergrenze
Teil der Verordnung ist eine Bargeld-Obergrenze. Wer diese überschreitet, muss mit teuren Strafen rechnen. Grundsätzlich will die Politik in Deutschland an Bargeld festhalten, gleichzeitig aber auch mehr digitale Zahlungsmöglichkeiten schaffen, sowie den digitalen Euro voranbringen. Transparenz lautet das Stichwort.
Nach und nach verschwinden auch immer mehr Bargeldautomaten; viele zahlen bereits mit dem Smartphone, der Kredit- oder Girokarte. Die Möglichkeit, im Supermarkt oder Discounter an der Kasse Geld abzuheben, wird zwar mehr und mehr genutzt, ist jedoch eine teure Angelegenheit, die nur wenige als solche wahrnehmen.
Laut neuer EU-Regelung muss ein jeder seine Daten abgeben, der künftig mehr als 3000 Euro in bar bezahlen möchte. Wer 10.000 Euro in bar hinlegt, muss nachweisen, woher das Geld kommt. Mehr als 10.000 Euro bar zu bezahlen, ist nicht mehr möglich. Das EU-Geldwäschepaket wurde laut der Bundesrechtsanwaltskammer bereits 2021 verabschiedet und ist am 9. Juli 2024 in Kraft getreten. Die Obergrenzen gelten jedoch erst ab Mitte 2027.
Mit "digitalem Geld" bessere Rückverfolgung möglich
Behörden wollen so besser rückverfolgen können, wo wie viel Geld fließt. Neben "aggressiver Steuergestaltung" durch Superreiche fällt Schwarzarbeit mit am größten ins Gewicht, wenn es um Steuerhinterziehung in Deutschland geht. Milliarden gehen dem Fiskus so jährlich verloren.
Nach wie vor gilt: Wer bar zahlt, bleibt anonym. Denn Bargeld kann nicht getrackt und verfolgt werden. Und auch, wenn die Deutschen sehr an ihrem Bargeld hängen, ist es durchaus möglich, dass dieses nach und nach verschwindet. Dadurch entsteht zwar mehr Transparenz für Behörden und Banken, jedoch gehen Freiheit und Anonymität für jeden anderen verloren.