Am heutigen Freitagabend (6. Februar 2026) läuft "Fastnacht in Franken" - ein Pflichttermin für Faschingsfans in Bayern und darüber hinaus. Die beliebte BR-Kultsendung wird ab 19 Uhr wieder aus den Mainfrankensälen in Veitshöchheim im Landkreis Würzburg übertragen. Zahlreiche prominente Persönlichkeiten der fränkischen Faschingsszene nehmen an der Livesendung  teil. Schon vor Beginn steht fest, in welchen Kostüm Ministerpräsident Markus Söder an der Prunksitzung teilnimmt.

Die Sendung aus Veitshöchheim wird zur Bühne für Stars, Kabarettisten und Neulinge. In letztere Kategorie fällt Janina Fuchs aus Oberfranken, die als "Gaafergoschn" erstmals dabei ist. 

Neuzugang aus Oberfranken: Janina Fuchs

Mit der Lehrerin Janina Fuchs vom Verein "Närrische Siedler Lichteneiche" aus Forchheim bekommt die Bütt pädagogisches Flair. Die Teilnahme blieb bis kurz vor der Ausstrahlung streng vertraulich. "Es war richtig Stress, dass es niemand wissen durfte", erklärte Janina Fuchs im Gespräch mit dem Fränkischen Tag (Plus). Nur der Schulleiter der Mittelschule Hirschaid wurde eingeweiht und stellte für Donnerstag sowie den Tag der Sendung eine offizielle Dienstbefreiung aus.

Bei der Generalprobe zur BR-Livesendung "Fastnacht in Franken" steht Janina Fuchs auf der Bühne.
Daniel Löb/dpa

Die 31-Jährige ist nach Angaben des Bayerischen Rundfunks (BR) als "Gaafergoschn" ein Fastnachtsgewächs und tanzte früher in einer Garde. Die Pädagogin aus Oberfranken wird erstmals in der beliebtesten Sendung im Bayerischen Fernsehen zu sehen sein - an diesem Freitag von 19 Uhr an. "Sie war noch nie im Fernsehen", sagte BR-Redakteur Rüdiger Baumann, und auch Fastnachtsurgesteine wie Michl Müller, Ines Procter, Matthias Walz oder Sebastian Reich kenne sie bisher nicht persönlich.

Schon als Kind brachte Janina Fuchs Schwung in Familienfeste. Gemeinsam mit ihrer Großmutter führte sie Sketche von "Waltraud und Mariechen" auf – ein fester Bestandteil jeder Feier. Auch die berühmte "Fastnacht in Franken" war das ganze Jahr präsent. "Die Auftritte der Musikgruppe 'Parodis' habe sie auf VHS-Kassetten aufgezeichnet, immer wieder abgespielt und dazu in bunten Kleidern getanzt", heißt es beim BR. In ihrer großen Verkleidungskiste fand sich stets das passende Outfit, um das bunte Treiben in Veitshöchheim nachzuspielen. Und jetzt darf sie in Veitshöchheim selbst auf der Bühne stehen. 

Fastnachts-Bühne eher zufällig erklommen

Vor rund zwölf Jahren kam Fuchs eher zufällig auf die Fastnachts-Bühne, wie der 1. Präsident ihres Forchheimer Vereins "Die Närrischen Siedler" dem BR weiter berichtet. "Wir sind noch ein recht junger Verein und hatten damals, in der Saison 2013/2014, Probleme, unser Programm zu füllen. Und nun sind wir megastolz, dass Janina in Veitshöchheim auftritt. Sie sei eine, die kein Blatt vor den Mund nimmt. Ihre Bütt ist immer einer der Höhepunkte unserer Sitzungen."

Jedes Jahr gestalten etwa 100 Mitwirkende – darunter Künstler, Tänzerinnen, Brauchtumsfiguren, das Orchester sowie der Elferrat – direkt rund um die Bühne eine abwechslungsreiche Show. Im nächsten Jahr steht die 40. "Fastnacht in Franken" an. Es ist traditionell die Prunksitzung des Fastnacht-Verbands.

Zum 30. Mal dabei sind heuer die schrulligen Witwen "Waltraud und Mariechen" - dargestellt von den Kabarettisten Martin Rassau und Volker Heißmann aus Fürth. Als Schreck der Politiker im Saal, die vielfach persönlich von den flotten Fegern angesprochen und durch den Kakao gezogen werden, zählen sie zu den Publikumslieblingen. "Die Witwen sind gut drauf, haben den Medizincheck bestanden und das Go von den Ärzten, dass sie wieder in Veitshöchheim dabei sein dürfen", spöttelte Heißmann wenige Tage vor der Sendung.

Weiteres Debüt und Abschied nach zwei Jahrzehnten 

Wie der BR verkündet, gibt auch Kabarettist Philipp Weber aus Amorbach in diesem Jahr sein Debüt bei "Fastnacht in Franken". Seine Laufbahn auf der Bühne startete er 1998, später war er unter anderem bei Comedy-Formaten wie "Schlachthof" und "Kabarett aus Franken" zu sehen. 

Tränenreich dürfte der Abschied der Altneihauser Feierwehrkapell'n von der dreieinhalbstündigen Kultsendung werden. Die berüchtigten Gäste aus der Oberpfalz lassen seit 20 Jahren kein gutes Haar an den Franken - und dennoch feiern die etwa 600 Narren im Saal die kultige Kapelle. In diesem Jahr wollen sie ein letztes Mal in Veitshöchheim dabei sein. 

Und wer tritt in die übergroßen Fußstapfen der Lästertruppe? "Lassen Sie den Rauch verziehen und dann schauen wir nach Nachfolgern", sagte der Präsident des Fastnacht-Verbands Franken, Marco Anderlik.

Eine außergewöhnliche Kombination prägt die Veranstaltung "Fastnacht in Franken": Fränkische Grantigkeit trifft auf bayerische Folklore, ergänzt durch präzise Polit-Satire. Mit diesem Mix gehört die Veranstaltung im Freistaat zu den Höhepunkten der aktuellen Narren-Session. Seit Jahren verzeichnet das Bayerische Fernsehen mit dieser Sendung die besten Zuschauerzahlen. Knapp drei Millionen Menschen verfolgten die Show im BR-Fernsehen im vergangenen Jahr, davon rund 1,9 Millionen aus Bayern.