Im Supermarkt tauchen immer häufiger Limonaden auf, die mit Begriffen wie "präbiotisch" oder "High Fiber" werben. Die Getränke versprechen einen gesundheitlichen Mehrwert - und kosten dafür deutlich mehr als herkömmliche Softdrinks. Doch was steckt wirklich hinter den schicken Dosen und Flaschen?
Die Verbraucherzentrale Bayern hat sich die neuen Produkte genauer angeschaut. Das Ergebnis einer aktuellen Stichprobe fällt ernüchternd aus: Der Nutzen der sogenannten High-Fiber-Drinks sei gering, viele Werbeaussagen seien wissenschaftlich nicht belegt und daher EU-rechtlich nicht zulässig, wie die Verbraucherzentrale Bayern in einer Pressemitteilung erklärt.
Ballaststoff-Limos im Check: Was steckt wirklich in den teuren Trend-Getränken?
Den untersuchten Limonaden werden Ballaststoffe wie Inulin, Dextrine oder Akazienfasern zugesetzt. Eine Dose liefere im Schnitt rund sieben Gramm Ballaststoffe, so die Verbraucherzentrale Bayern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag - tatsächlich nehmen die meisten Menschen in Deutschland nur etwa die Hälfte davon auf.
Am meisten Ballaststoffe enthalte das Getränk "MoreFizi Orange Flavour" mit zehn Gramm pro 330-Milliliter-Dose, heißt es in der Mitteilung. Eine 0,5-Liter-Flasche "Gerolsteiner Flow Limette und Ingwer" liefere rund neun Gramm. Andere Produkte lägen deutlich darunter: "Braineffect Daily Gut Limo" komme mit knapp vier Gramm pro Portion auf vergleichsweise wenig Ballaststoffe.
Neben Ballaststoffen setzen einige Hersteller laut der Verbraucherzentrale Bayern auf weitere Zutaten, die einen zusätzlichen Nutzen vermitteln sollen. Drei Produkte enthielten Apfelessig, andere setzten auf Bakterienkulturen oder zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe. Eine verdauungsfördernde Wirkung von Apfelessig sei allerdings wissenschaftlich nicht belegt.
Gesundheitsversprechen oft nicht zulässig: Verbraucherzentrale warnt vor Irreführung
Besonders kritisch bewertet die Verbraucherzentrale Bayern die gesundheitsbezogenen Angaben auf den Produkten. Diese entsprächen zum Teil nicht den Anforderungen der europäischen Health-Claims-Verordnung. Aussagen mit gesundheitlichem Bezug dürften in der EU nur verwendet werden, wenn sie wissenschaftlich belegt und zugelassen seien. Einige Angaben seien bereits nach Kritik der Verbraucherzentralen angepasst oder zurückgenommen worden. Auch bei anderen Lebensmitteln wird immer wieder mit irreführenden Angaben und dreisten Mogelpackungen getrickst.
Zudem stelle sich die Frage, ob zugesetzte Ballaststoffe in flüssiger Form tatsächlich dieselben Eigenschaften hätten wie Ballaststoffe in festen Lebensmitteln, so die Verbraucherschützer. Dazu gebe es bislang keine wissenschaftlichen Daten. Anders als bei Vollkornprodukten, Obst oder Gemüse fehlten in den Getränken weitere wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Hinzu kommt der Preis: Mit durchschnittlich etwa fünf Euro pro Liter kosten die Produkte laut der Verbraucherzentrale Bayern ein Vielfaches von herkömmlichen Softdrinks oder Mineralwasser. Wer seine Ballaststoffzufuhr verbessern möchte, sollte stattdessen auf natürliche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse setzen. Auch einfache Tricks im Alltag können helfen, mehr Ballaststoffe aufzunehmen. Die High-Fiber-Drinks seien "vor allem ein Marketingprodukt - mit hohem Preis, teils unzulässigen Gesundheitsversprechen und fragwürdigem Nutzen", so das Fazit der Verbraucherzentrale Bayern. Grundsätzlich zeigt sich immer wieder, dass Supermärkte bei der Bewerbung von Lebensmitteln in der Kritik stehen.
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