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Supermarkt-Pilze versagen im Test: Matschig, schimmlig und mit Maden

Pilze sind unter den Deutschen eine der beliebtesten Gemüsesorten. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg hat verschiedene Pilzsorten von Supermärkten auf deren Qualität untersucht. Das Ergebnis ist katastrophal. Doch wie erkennt man beim Kauf den Unterschied zwischen verdorbenen und genießbaren Pilzen und wie lagert man sie richtig? Wir verraten es Ihnen.
Frische Pilze werden recht schnell schlecht. Pilze aus dem Supermarkt mit vernichtendem Testergebnis. Doch woran erkennt man schlecht gewordenen Pilze im Supermarkt? Bru-nO / pixabay.com

Der Herbst gilt als Hauptsaison für Pilze und Schwammerl. Im Oktober sprießen die kleinen Pilzköpfe nur so aus den Waldböden, doch die wenigsten gehen mit einem Körbchen raus in die Natur und sammeln die Waldgewächse selber. Leichter ist es in den nächstgelegenen Discounter oder Supermarkt zu fahren und dort Zuchtpilze zu kaufen.

Doch können die Supermarkt-Pilze mit der Qualität von frischen Waldpilzen mithalten? Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hat 2019 die Pilze aus der Plastikschale auf ihre Qualität untersucht - und das Ergebnis ist vernichtend!

Supermarkt-Pilze im Qualitätstest: 11 von 15 sind "gesundheitsbedenklich"

Untersucht wurden damals die Supermarkt-Pilze von Wolfgang Bivour, Pilz-Sachverständiger der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Der rbb ließ den Pilzexperten insgesamt 15 unterschiedliche Pilzproben der Sorten Champignon, Steinpilz und Pfifferling untersuchen. Eingekauft wurde unteranderem bei Rewe, Edeka, Norma und real. Dabei konnten nur vier der 15 untersuchten Produkte als "einwandfrei" bezeichnet werden.

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Die anderen 11 Proben schätzte Bivour als "bedenklich" oder sogar "gesundheitsgefährdend" ein. Der Grund: Viele der Pilze waren bereits im Inneren vergammelt beziehungsweise verschimmelt, hatten eine matschige Konsistenz oder enthielten gar Maden. Außerdem war sich Pilzexperte Bivour sicher, dass viele Pilzschälchen schon mehrere Wochen alt seien und die Pilze somit auch deutlich an Qualität verloren hätten. "Eigentlich sind die Pilze nur noch für die Mülltonne", urteilt der Experte.

Buch: Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger: Pilze sammeln - aber richtig

Sollte man solche Pilze verzehren, kann das schwerwiegende Folgen haben. Verzehr vergammelter Pilze kann zu einer unechten Pilzvergiftung führen. Folge davon kann eine mittlere bis starke Magen- und Darmstörungen, Übelkeit oder Erbrechen sein. Bei Kleinkindern, alten und gesundheitlich angeschlagenen Menschen kann das auch lebensbedrohlich werden.

Frische Pilze kaufen: Tipps für den Pilzkauf im Supermarkt oder dem Wochenmarkt

Frische Pilze sind relativ empfindlich und werden recht schnell schlecht. Doch wie erkennen Sie im Supermarkt, ob die Pilze noch gut oder schon nicht mehr einwandfrei sind?  Wir klären Sie auf: 

  • Meiden Sie fest verschweißte Schachteln. Dort sammelt sich leicht Feuchtigkeit, welche die Verderblichkeit beschleunigt
  • Achten Sie auf den Geruch. Wenn die Pilze einen unguten oder gammeligen Duft abgeben, sollten Sie von einem Kauf absehen.
  • Auch die Farbe kann Rückschlüsse auf die Qualität der Pilze geben. Pilze mit dunklen Verfärbungen und Druckstellen (besonders am Stiel) sollten nicht gekauft werden.
  • Wenn möglich, sollten Sie Pilze aus Deutschland kaufen, um lange Transportwege, wie zum Beispiel aus Weißrussland, zu vermeiden.
  • Frische Pfifferlinge sind gelb, trocken und eher bröselig. Sollten sie braun oder matschig sein, dann sollten Sie vom Verzehr absehen.
  • Steinpilze sollten hart sein und beim Drücken darf sich keine Beule bilden.
  • Gute Champignons sind hart, trocken und frei von dunkelbraunen Stellen. 

So lagern Sie ihre Pilze richtig

Pilze halten am besten, wenn sie atmen können. Dazu sollten Sie die Pilze niemals in einer Plastikverpackung aufbewahren, denn darin kann sich Kondenswasser bilden, was dazu führt, dass Pilze schneller vergammeln. Besser wäre zur Lagerung eine Papiertüte. Auch sollten Sie darauf achten, die Pilze nicht zu quetschen und kühl aufzubewahren. Im Kühlschrank oder im kühlen Keller halten Pilze ungefähr drei bis vier Tage.

Wenn Sie nun Lust haben, selbst in den Wald zu gehen und Pilze zu sammeln, sollten Sie sich richtig vorbereiten. Hier erfahren Sie alles, auf das Sie achten müssen bei einer Pilzsuche in den fränkischen Wäldern.

Alternativ können Sie Pilze auch einfrieren. Wichtig ist hauptsächlich, dass Sie die Pilze gründlich säubern. Steinpilze und Champignons können problemlos roh eingefroren werden. Pfifferlinge sollte man vorher blanchieren, denn nach dem Auftauen würden sie ansonsten bitter schmecken. Dazu kochen Sie die Pilze eine Minute lang in salzigem Wasser und lassen die Pilze anschließend trocknen, bevor Sie sie einfrieren.  Gefrorene Pilze sind mehrere Monate haltbar. Es gilt: Je frischer, desto länger sind sie eingefrorene Pilze haltbar. Frisch gesammelte und eingefrorene Pilze können bis zu 12 Monate aufbewahrt werden. Gedämpften oder angebratenen Pilzen sollten hingegen nach spätestens sechs Monaten verwendet werden. 

Rezept für eine leckere Pilz-Rahmsoße

Eine andere Möglichkeit ist, die Pilze zu trocknen. Dazu schneiden Sie die Pilze in dünne Scheiben und trocknen sie für mindestens vier Stunden bei geöffneter Backofentür im Ofen bei 40 Grad. Luftdicht abgepackt halten die getrockneten Pilze bis zur nächsten Pilzsaison.

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