Nürnberg hat gewählt: Laut dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hat der amtierende Oberbürgermeister Marcus König (CSU) auch bei der Wahl 2026 die meisten Stimmen geholt. Mit 46 Prozent liegt er klar vor seinem SPD-Herausforderer Nasser Ahmed, der einen Wert von 26,5 Prozent erreichte. Die 50-Prozent-Marke knackte König jedoch nicht. Für die beiden steht am 22. März daher nun eine Stichwahl an. Das Ergebnis ist für die CSU trotzdem schon jetzt ein historisches.

Denn: Es ist der beste Wert der Nürnberger CSU im ersten Wahldurchgang einer Oberbürgermeisterwahl seit der allerersten Direktwahl durch die Bevölkerung im Jahr 1952. König betont im Gespräch mit inFranken.de auch im Hinblick auf Ergebnisse anderer CSU-Kandidaten bei der aktuellen Kommunalwahl: "Ich bin da richtig, richtig, richtig gut unterwegs." Bei der Bamberger OB-Wahl gab es für CSU-Kandidatin Melanie Huml derweil eine böse Überraschung. 

Nürnberger OB Marcus König überrascht von Wahlergebnis: "Damit habe ich nicht gerechnet"

1952 kam der CSU-Kandidat Georg Zitzmann zwar mit 49,1 Prozent auf den seither höchsten Wert der CSU bei einer Oberbürgermeisterwahl in der Frankenmetropole - unterlag aber trotzdem seinem SPD-Konkurrenten Otto Bärnreuther, der die Wahl damals mit 50,9 Prozent gewann, wie historische Daten der Stadt zeigen. König unterstreicht jedoch: Die Dimension der Abstände zwischen CSU und SPD ist heuer eine neue.


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Marcus König (r, CSU), amtierender Oberbürgermeister von Nürnberg, trifft jubelnd nach der Kommunalwahl 2026 in Bayern bei der CSU-Wahlparty mit seiner Frau Anke ein.
Daniel Karmann (dpa)

"Damit habe ich nicht gerechnet", betont König. Dass die 40-Prozent-Marke so deutlich überschritten wurde, "war eine positive Überraschung". Er weiß jedoch auch: "Eine Stichwahl hat ihr eigenes Gesetz." In Anbetracht der Ergebnisse des ersten Wahlgangs gehe er jedoch optimistisch in die zweite Runde.

Mit dem Prozedere der Stichwahl ist König bereits vertraut: 2020 trat er gegen SPD-Kandidat Thorsten Brehm in einer Stichwahl an und wurde dabei zum Oberbürgermeister gewählt. Im ersten Wahldurchgang erhielt König vor sechs Jahren 36,5 Prozent - konnte sich nun also um fast 10 Prozentpunkte verbessern. Woran das lag? Sein Amtsbonus habe mit Sicherheit eine Rolle gespielt, aber noch einen Punkt hält König für entscheidend: "Ich bin einer, der weniger polarisiert hat, noch war ich populistisch unterwegs, sondern ich habe versucht, Brücken zu bauen." Den Wahlkampf wolle er in den nächsten zwei Wochen wie bisher fortführen.

Marcus König gewinnt in allen Altersgruppen an Zustimmung

Noch etwas fällt bei dem Blick auf die Ergebnisse auf. Im Nachtheft der aktuellen OB-Wahl in Nürnberg wird betont: "Der Amtsinhaber konnte in allen Altersgruppen an Zustimmung gewinnen. In der Gunst fast aller Altersgruppen liegt er bei Männern und Frauen weit vorne."  Bei den jungen Altersgruppen der 18- bis unter 25-Jährigen und der 25- bis unter 35-Jährigen habe jedoch Ahmed die Nase vorn. Die Wahlbeteiligung ist 2026 insgesamt im Vergleich zur letzten Kommunalwahl um 4,1 Prozent auf 52,1 Prozent gestiegen.

Für die Grünen blieb eine Stichwahl im Rennen um den Thron des Oberbürgermeisters außer Reichweite. 10,4 Prozent der Stimmen konnte die Partei letztlich holen. Sie hätte sich definitiv ein besseres Ergebnis gewünscht, sagt Britta Walthelm im Gespräch mit inFranken.de. Und betont: "Wir sind für etwas anderes angetreten." Zumal die Grünen noch nie so viel Kommunalwahlkampf in Nürnberg gemacht hätten, wie zu dieser Wahl.

Ausschlaggebend für das Ergebnis, sei vor allem der Umstand gewesen, dass Walthelm als Herausforderin eines Amtsinhabers angetreten ist, der erst eine Legislatur absolviert hat und seinen Amtsbonus laut der Grünen-Politikerin "voll ausspielen" konnte. Der Stadt bleibe sie dennoch als Referentin für Umwelt und Gesundheit erhalten.