Nachdem die Gewerkschaft Verdi Bereits am Montag (26. Oktober 2020) zu Warnstreiks in ganz Bayern aufgerufen hat, wird am Dienstag (27. Oktober 2020) nochmals in  Franken gestreikt.

Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter kommunaler Verkehrsbetriebe und privater Busunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft vor der dritten Runde der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Update vom 27.10.2020, 08.00 Uhr: Streiks gehen heute nochmal weiter

Wie die Gewerkschaft Verdi in einer aktuellen Pressemitteilung berichtet wird am Dienstag (27. Oktober 2020) nochmals im ÖPNV gestreikt. Betroffen sind in Oberfranken Bamberg und Coburg, in Unterfranken Aschaffenburg. 

Bereits am Montag (26. Oktober 2020) legten rund 1400 Beschäftigte ihre Arbeit im ÖPNV nieder. "Die Bereitschaft der Beschäftigten, sich für einen fairen Tarifabschluss auch mit Warnstreiks einzusetzen, ist ungebrochen“, so Kai Winkler, Verhandlungsführer von ver.di Bayern in der Pressemitteilung. Er bedauere, dass die Warnstreiks für die Bevölkerung zu Unannehmlichkeiten führen, sie seien allerdings "leider notwendig". 

Nun gebe es an die Arbeitgeberseite bei der für kommenden Freitag (30. Oktober 2020) anberaumten Fortsetzung der Verhandlung eine „hohe Erwartungshaltung“, so Winkler.

Update vom 26.10.2020, 05.45 Uhr: Heute wird im ÖPNV gestreikt - mehrere Städte in Franken betroffen

In Bayerns großen Städten sollen am Montag (26. Oktober 2020) Busse und Bahnen still stehen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Mitarbeiter kommunaler Verkehrsbetriebe und privater Busunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Damit will die Gewerkschaft vor der dritten Runde der laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.

Bei den kommunalen Verkehrsbetrieben sollen die Warnstreiks München, Nürnberg, Augsburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau, Schweinfurt und Regensburg treffen - in Bamberg und Regensburg auch noch am Dienstag (27. Oktober 2020). Und ebenfalls für zwei Tage die Arbeit niederlegen sollen die Busfahrer der privaten Unternehmen in Aschaffenburg, Coburg und Kirchweihtal.

Derzeit laufen in den Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort am Wochenende bereits abgeschlossenen Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um separate Spartentarifverträge.

Update vom 25.10.2020, 19.15 Uhr: Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr Bayerns

Bei den kommunalen Verkehrsbetrieben sollen die Warnstreiks München, Nürnberg, Augsburg, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau, Schweinfurt und Regensburg treffen - in Regensburg auch noch am Dienstag. Und ebenfalls für zwei Tage die Arbeit niederlegen sollen die Busfahrer der privaten Unternehmen in Aschaffenburg, Coburg und Kirchweihtal.

Derzeit laufen in den Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im ÖPNV. Zwar gehört dieser zum öffentlichen Dienst, doch mit den dort am Wochenende bereits abgeschlossenen Tarifverhandlungen haben die Forderungen der Gewerkschaft nichts zu tun. Es handelt sich beim ÖPNV um separate Spartentarifverträge

Update vom 21.10.2020, 19 Uhr: Verdi ruft nochmals zu Streiks in Franken auf 

Verdi kündigte erneut Streiks im ÖPNV und im öffentlichen Dienst in Franken an. Am Montag (26. Oktober 2020) werden der kommunale Nahverkehr und auch private Omnibusgewerbe betroffen sein, berichtet die Gewerkschaft in einer aktuellen Pressemitteilung. 

"Denn trotz bisher vier erfolgreichen Streiktagen haben die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt und verweigern weiterhin jegliche Verhandlungen. Das ist eine klare Kampfansage von den Arbeitgebern“, betonte die ver.di Verhandlungsführerin für den Bereich privates Omnibusgewerbe in Bayern, Silke Vorpahl. Gestreikt wird nun zweitägig am 26. und 27.10. in Bamberg, Coburg, Würzburg, Aschaffenburg und Kaufbeuren

"Die Lage ist ernst, das Angebot der Arbeitgeber ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten, die dringend eine Entlastung brauchen. Gerade in diesen Zeiten“, so Kai Winkler, ver.di-Verhandlungsführer für den Tarifvertrag Nahverkehr in der Pressemitteilung. 

Zum Streik im Tarifkonflikt ÖPNV in Bayern sind die kommunalen Verkehrsbetriebe in folgenden Städten aufgerufen: München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg (zweitägig 26./27.10.), Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Ingolstadt, Passau und Schweinfurt.

Zum Streik im privaten Omnibusgewerbe sind aufgerufen:
• Stadtverkehr Aschaffenburg GmbH (zweitägig, 26./27.10.)
• SÜC Bus und Aquaria in Coburg (zweitägig, 26./27.10.)
• NVG Omnibus-Betriebs-GmbH in Würzburg (zweitägig, 26./27.10.)
• Kirchweihtal (zweitägig, 26./27.10.)

Update vom 12.10.2020, 17 Uhr: Auszubildende im Öffentlichen Dienst streiken mit

Mit einem bundesweiten Warnstreik wollen vor allem die Auszubildenden im öffentlichen Dienst am Dienstag (13. Oktober 2020) die Forderungen in der laufenden Tarifrunde untermauern. "Dass unsere jungen Kolleginnen und Kollegen jetzt Druck auf der Straße machen, ist folgerichtig. Die öffentlichen Arbeitgeber haben in den bisherigen Verhandlungsrunden kein Entgegenkommen auch bei den Themen Ausbildungsvergütung und ÖPNV-Ticket für Auszubildende gezeigt", sagte Verdi-Chef Frank Werneke am Montag.

Die Gewerkschaft will eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro monatlich erreichen. Zudem möchte Verdi eine tarifvertragliche Regelung zur Übernahme von Auszubildenden nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung und die Erstattung eines ÖPNV-Tickets. Für Pflege-Azubis wird eine zusätzliche Zulage gefordert.

Die Arbeitgeber wollen am 16. Oktober ein Angebot vorlegen. Zwei Verhandlungsrunden waren ohne Ergebnis geblieben. Verdi hatte daraufhin die Beschäftigen zu Warnstreiks aufgerufen.

"Die Arbeitgeber jammern über Fachkräftemangel. In dieser Tarifrunde können sie ein Signal setzen und in gute Ausbildungsqualität und attraktivere Bedingungen für Auszubildende investieren", so Werneke. Er sagte zudem: "Die Ausbildungsvergütung ist kein Taschengeld – sie wird dringend gebraucht, unter anderem für steigende Mieten."

Update vom 12.10.2020, 14.40 Uhr: Mehrfache Streiks in dieser Woche geplant

Die Gewerkschaft Verdi ruft erneut im ÖPNV und im Öffentlichen Dienst zu Warnstreiks auf. Da es keinerlei Signale der Arbeitgeber gab und auch kein Angebot für die Beschäftigten, hat sich Verdi dazu entschieden, in dieser Woche mehrfach in Oberfranken zu streiken, so die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung am Montag (12. Oktober 2020). 

Am Mittwoch (14. Oktober 2020) werden Streikende der Stadt Forchheim und des Landratsamtes die zentrale Aktion der Sparkassenbeschäftigten in Forchheim unterstützen. Um 9.00 Uhr beginnt die zentrale Kundgebung auf dem Paradeplatz, danach kommt es zu einer Demonstration mit Stopp vor der Sparkasse. Die Abschlusskundgebung ist dann wieder auf dem Paradeplatz. Hier geht es neben den allgemeinen Forderungen auch um den Erhalt der Sparkassenzulage, berichtet Verdi. 

Am Donnerstag (15. Oktober 2020) findet eine Kundgebung um 10 Uhr in Bamberg am Gabelmann statt. "Wir wollen hier die ganze Breite des öffentlichen Dienstes und der öffentlichen Daseinsvorsorge deutlich machen“, so Doris Stadelmeyer, Bezirksgeschäftsführerin in Oberfranken-West in der Pressemitteilung. "Das sind die Beschäftigten, die immer da sind, nicht nur zu Corona-Zeiten. Sie sorgen in vielen Funktionen von der Pflege bis zur Müllabfuhr, von der Wasser- und Energieversorgung bis zur Straßenreinigung dafür, dass unser Leben rund läuft. Dafür verlangen sie die Wertschätzung, die ihnen zusteht.“

Verdi fordert für die Streikenden 4,8 Prozent mehr Lohn, allerdings mindestens 150 Euro pro Monat mehr bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. 

Update vom 09.10.2020, 18.55 Uhr: Erneute, flächendeckende Warnstreiks in Bayern

Flächendeckend sollen fast alle Regionen in Bayern von den Arbeitsniederlegungen betroffen sein. Neben den Kliniken und den städtischen Einrichtungen wie der Straßenreinigung, den Bauhöfen, den Abfallwirtschaftsbetrieben und den Stadtwerken werden bei den nächsten Warnstreiks auch zahlreiche Sparkassen betroffen sein, heißt es in einer Pressemitteilung von Verdi. Deren Beschäftigte sind am Mittwoch (14. Oktober 2020) zur Teilnahme an einer zentralen Aktion in Forchheim aufgerufen. Am Dienstag (13. Oktober 2020) wird eine landesweite Aktion der Auszubildenden in München und Nürnberg stattfinden.

"Wir erwarten von den Arbeitgebern noch vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am 22./23. Oktober ein Angebot, das die täglich von den Beschäftigten im öffentlichen Dienst – gerade auch während der andauernden Corona-Krise – erbrachten herausragenden Leistungen anerkennt und wertschätzt“, so Flach.

Update vom 09.10.2020, 13.22 Uhr: Streik im öffentlichen Nahverkehr - das fordern die Gewerkschaften

Zu den Streiks aufgerufen hatte unter anderem die Gewerkschaft ver.di. Die Fahrer der öffentlichen Verkehrsmittel fordern mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen. Busfahrer privater Arbeitgeber arbeiteten für unter 13 Euro pro Stunde, erklärt die Verhandlungsführerin von ver.di, Silke Vorpahl, gegenüber der dpa.

Bei den Beschäftigten der öffentlichen Arbeitgeber seien vor allem die Arbeitsbedingungen im Fokus. Beispielsweise werden längere Pausen gefordert. Der Arbeitgeberverband LBO verweigere sich aktuell jeglicher Lohnverhandlung, erklärt Vorpahl. Solidaritätsbekundungen gab es vom DGB Mittelfranken: 

VAG bietet kostenlose Radnutzung in Nürnberg an - U-Bahnen stehen still

In Nürnberg standen alle öffentliche Verkehrsmittel, inklusive U-Bahnen, still. Das führte zu Problemen für Schüler und Pendler. Die VAG bot als Ersatz die Nutzung eines VAG-Rads an (für eine Stunde kostenlos).

"Diese Streik-Maßnahme und die daraus resultierenden Beeinträchtigungen für unsere Fahrgäste bedauern wir sehr", schreibt die VAG, "Leider haben wir keine Möglichkeit, Einfluss auf die Art, den Zeitpunkt und die Dauer des Streiks zu nehmen - ist das Streikrecht doch ein Grundrecht aller Bürger". Über die genauen Teilnehmerzahlen ist weder bei der VAG noch bei der Polizei etwas bekannt. "Wir werden bestreikt, wie viele Leute sich daran beteiligen, das können wir gar nicht wirklich sagen", erklärt eine Pressesprecherin der VAG. Zu Verkehrsbehinderungen sei es laut Polizei nicht gekommen.

VGN-Streik Bamberg, Erlangen und Fürth: So fahren die Öffentlichen

Gegen 14 Uhr soll der Normalbetrieb in der Frankenmetropole wieder aufgenommen werden. Allerdings kann es auch im Anschluss noch zu Unregelmäßigkeiten und Verspätungen kommen, erklärt die VAG. 

Auch in anderen Städten wird gestreikt. In Bamberg stehen die Busse am Freitag (9. Oktober 2020) ganz still. In Erlangen sind die Stadtbuslinien ebenfalls betroffen. Hier fahren die Linien circa im Stundentakt, es gibt einen Streikfahrplan. Die Stadt Fürth fährt ein modifiziertes NightLiner-Netz, genauere Fahrplaninformationen gibt es auf der Website von infra.

Kritik: Corona-Hygienemaßnahmen durch ÖPNV-Streik gefährdet?

Die Streiks stehen nicht nur bei Pendlern in der Kritik. Viele Menschen sind der Auffassung, dass die befristeten Arbeitsniederlegungen mit in der Folge teils überfüllten Bussen und Bahnen gerade in Zeiten steigender Corona-Fallzahlen unverantwortlich sind. Das Gegenargument besagt, dass die Busfahrer gerade während der Pandemie ein erhöhtes Gesundheitsrisiko eingehen, weswegen die Löhne steigen müssten.

Weitere Aktionen sind geplant: Die Gewerkschaften ver.di und der Beamtenbund dbb deuteten an, dass es zu weiteren Maßnahmen kommen könnte. "Wir wollen den Druck bis zur dritten Verhandlungsrunde am 22./23. Oktober aufrechterhalten, um den Arbeitgebern Gelegenheit zu geben, über ihre bisherige Verweigerungshaltung nachzudenken", sagt Perter Hoffmann, Tarifkoordinator bei ver.di Bayern, gegenüber der dpa.

Nicht ganz Franken betroffen: In diesen Städten fährt der ÖPNV normal

Ende September streikten in Nürnberg die Müllmänner. Auch ihnen ging es um einen besseren Lohn. Alle Informationen auf inFranken.de.

Nicht betroffen von den Streiks sind die Städte Coburg, Aschaffenburg und Würzburg. In Würzburg gelten gesonderte Tarifbedingungen, in den anderen beiden Städten kam es bereits in der Vergangenheit zu tageweisen Ausständen.

Update vom 09.10.2020, 06.44 Uhr: In Fürth gibt es einen Notfahrplan

ÖPNV-Streik in Franken: Städten droht heute ein Verkehrschaos. Die Gewerkschaft ver.di hat für Freitag (9. Oktober 2020) abermals einen Streik im öffentlichen Nahverkehr angekündigt. Mehrere fränkische Städte sind betroffen. Weil keine Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen fahren, müssen Autofahrer mit gewaltigen Staus rechnen - insbesondere im Berufsverkehr. Das Wichtigste im Überblick:

  • Neue Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr am Freitag (9. Oktober 2020)
  • Pendler-Chaos: Autofahrer müssen mit massiven Staus rechnen
  • Arbeitsniederlegungen in Nürnberg, Fürth, Bamberg und Schweinfurt
  • VAG verzichtet auf Notfahrplan
  • Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen fallen vollständig aus
  • Tarifkonflikt: Beschäftigte im öffentlichen Dienst fordern mehr Lohn

Auch Fürth ist von den Warnstreiks betroffen. Ab dem Vormittag muss mit massiven Verkehrsbeeinträchtigungen gerechnet werden, so die Stadt in einer Pressemitteilung.  

Nach Angaben der infra Fürth, soll es auch bei den Fürther Buslinien ab Betriebsbeginn bis mindestens 14 Uhr zu Beeinträchtigungen kommen. Vornehmlich mit privaten Verkehrsunternehmen verkehren die Busse voraussichtlich nur im 30-Minuten-Takt auf Basis eines modifizierten NightLiner-Netzes, so die Stadt weiter in ihrer Pressemitteilung. Doch infra unterstützt doch mit einem Notfahrplan.

Die mit E72, E73, E78 und E79 benannten Linien binden unter anderem die Fürther Stadtteile Burgfarrnbach, Hardhöhe, Vach, Atzenhof, Oberfürberg und den Nürnberger Stadtteil Großgründlach an die Fürther Innenstadt an. Davon ist auch der Schülerverkehr betroffen.

Update vom 07.10.2020, 17.24 Uhr: Kein Ersatz-Fahrplan trotz ÖPNV-Streik

Vor allem für Autofahrer in Nürnberg könnte es am Freitag knüppeldick kommen. Nachdem die Gewerkschaft ver.di Anfang der Woche umfangreiche Streikmaßnahmen im öffentlichen Nahverkehr für den 9. Oktober angekündigt hat, steht inzwischen fest: Einen Ersatz-Fahrplan für Busse und Bahnen wird es nicht geben.

"Die VAG wird am Freitag, 9. Oktober 2020, ab Betriebsbeginn bis 14.00 Uhr bestreikt", teilt die zuständige Verkehrs-Aktiengesellschaft Nürnberg (VAG) auf ihrer Facebook-Seite mit. "Es gibt keinen Streik-Fahrplan. Es fahren also weder U-Bahnen, Straßenbahnen noch Busse." Betroffen sind sämtliche Linien sowie das VAG-Kunden-Center am Nürnberger Hauptbahnhof. 

Weil keine öffentlichen Verkehrsmittel am Freitag fahren, werden mit Sicherheit viele Pendler auf ihr Auto umsteigen. Die Folgen könnten gerade zu den Stoßzeiten verheerend sein: Den Nachbarstädten Nürnberg und Fürth droht am Freitag möglicherweise ein Verkehrskollaps. 

VAG: Mit Notfahrplan kein verlässlicher Betrieb möglich

Der Verzicht auf einen Ersatz-Fahrplan wird mit "den gewonnenen Erfahrungen vom vergangenen Streik" am 29. September begründet.

"Trotz aller Bemühungen konnten wir mit dem Notfahrplan keinen verlässlichen Betrieb aufrechterhalten", heißt es vonseiten der VAG. Die Busse hätten während des vergangenen Warnstreiks im Stau gestanden. Aus diesem Grund sei es zeitweise zu erheblichen Verspätungen gekommen. 

Doch auch für dieses Mal rechnet die VAG mit Behinderungen - auch für die Zeit nach den Arbeitsniederlegungen. Demnach könne es auch nach 14 Uhr noch länger zu Unregelmäßigkeiten kommen, bis alle öffentlichen Verkehrsmittel wieder nach Fahrplan fahren und der Betrieb normal angelaufen ist.

Auch in Bamberg und Schweinfurt entfallen sämtliche Busse

Auch im oberfränkischen Bamberg wird der Verkehrsbetrieb am Freitag bestreikt - hier sogar länger als in den anderen betroffenen fränkischen Städten.

"Alle Busse bleiben den ganzen Tag lang im Depot", kündigen die Stadtwerke Bamberg auf ihrer Webseite an. Der öffentliche Personennahverkehr wird komplett eingestellt. Dies betrifft laut Stadtwerken auch den Anruf-Linien-Taxi-Service (ALT).

Im unterfränkischen Schweinfurt kommt der ÖPNV ebenfalls zum Stillstand. Für Freitag hat die Gewerkschaft ver.di die Beschäftigten des Verkehrsbetriebs der Stadtwerke Schweinfurt zu einem Warnstreik von 4 Uhr bis 12 Uhr aufgerufen.

Die Stadtwerke Schweinfurt rechnen daher mit Fahrtausfällen und massiven Einschränkungen im gesamten Liniennetz. Diese könnten auch den Schülerverkehr betreffen. Die Stadtwerke bitten alle Fahrgäste, sich entsprechend darauf einzustellen. Voraussichtlich ab 12.30 Uhr würden alle Abfahrten ab der Haltestelle "Roßmarkt“ wieder wie geplant stattfinden.

Update vom 05.10.2020, 15.25 Uhr: Erneute Warnstreiks im ÖPNV - vier fränkische Städte betroffen

Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs müssen sich in dieser Woche erneut auf massive Einschränkungen gefasst machen. Der Grund: Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst streiken erneut für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Geld. Aus diesem Grund fallen am Freitag (9. Oktober 2020) etliche Busse und Bahnen abermals aus.

Auch Franken bleibt von den Begleiterscheinungen des bundesweiten Tarifkonflikts nicht verschont. An mehreren Orten fahren am Freitag weder Bus noch Straßenbahn. Laut Gewerkschaft ver.di sind folgende fränkische Städte von den Warnstreiks betroffen:

Bus- und Zugausfälle nur am Vormittag?

Bayernweit kommt der Nahverkehr am Freitag auch in München, Augsburg, Regensburg, Ingolstadt sowie Landshut weitgehend zum Erliegen.  Auch wenn die Fahrgäste erneut die unmittelbaren Leidtragenden sein werden, richte sich der Streik nicht an sie. "Uns ist wichtig: Wir wollen nicht die Fahrgäste bestreiken, sondern die Arbeitgeber", sagte ver.di-Sprecher Kai Winkler am Montag (5. Oktober 2020). Aus diesem Grund sollen sich die Bus- und Zugausfälle nur bis zur Mittagszeit erstrecken. Inwieweit sich die Streikmaßnahmen auf den nachfolgenden Nahverkehr auswirken, bleibt gleichwohl abzuwarten.

Darum geht es: Knackpunkt des Tarifkonflikts sind laut ver.di die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaft fordert bundesweit einheitliche Regelungen in Sachen Nachwuchsförderung und Entlastung sowie den Ausgleich von Überstunden und Zulagen für Schichtdienste. Die Gewerkschaft hat zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um einen bundesweiten Tarifvertrag für rund 87.000 Beschäftigte im ÖPNV durchzusetzen. Laut ver.di stünden die Arbeitgeber einer solchen einheitlichen Regelung bislang ablehnend gegenüber.

Die Arbeitnehmervertreter schlagen indes Alarm - auch in Hinblick auf die Fahrgäste: „Auch die Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs in Bayern steht auf dem Spiel“ betonte der ver.di-Vertreter Kai Winkler. „Es ist unverantwortlich gegenüber den Beschäftigten, angesichts des drohenden Fachkräftemangels einheitliche Regelungen zur Entlastung für die Beschäftigten zu verweigern.“ Personalmangel und hohe Krankenstände führten zudem immer häufiger zu Fahrtausfällen. „Wer immer wieder erlebt, dass er vergeblich an der Haltestelle steht oder der Anschluss nicht kommt, verliert das Vertrauen in den ÖPNV.“ so Winkler weiter.

"Oft bleibt nicht mal Zeit, um auf die Toilette zu gehen"

Durch die Schichtdienste seien insbesondere die Bus- und Bahnfahrer besonderen Belastungen ausgesetzt. "Ein gesundheits- und familienverträglicher Rhythmus ist so nicht möglich", lautet der Vorwurf vonseiten der Gewerkschaft. Vor allem in Ballungsräumen verschärfe sich die Belastung weiter: Hier führten der knapp bemessene Fahrplan, hohes Verkehrsaufkommen und steigende Fahrgastzahlen zum Verschwinden der Pausen. "Oft bleibt nicht mal Zeit, um auf die Toilette zu gehen."

Ver.di und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld - mindestens aber 150 Euro. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Erst in der vergangenen Woche wurde in acht Städten in Franken gestreikt. Zuvor hatte es bereits Busfahrer-Streiks in Aschaffenburg, Coburg und Würzburg gegeben. Die Maßnahmen führten bisweilen zu chaotischen Verhältnissen. 

Update vom 29.09.20, 13.09 Uhr: ÖPNV-Streik in Franken - so chaotisch ist Lage in Städten

ÖPNV-Streik sorgt zum Teil für chaotische Verhältnisse: In elf bayerischen Städten gibt es am Dienstag (29. September 2020) Warnstreiks im öffentlichen Personennahverkehr. Damit solle den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck verliehen werden, teilt die Gewerkschaft ver.di mit.

Bundesweit sind 87.000 Mitarbeiter aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. In Bayern sind es circa 8500. Hintergrund des Streiks sei, dass die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber abgelehnt hat, mit der Gewerkschaft in Verhandlungen für einen bundesweiten Rahmentarifvertrag einzutreten, so Kai Winkler von ver.di. "Die Lage ist ernst, der Warnstreik ein deutliches Signal an die Arbeitgeber, Verhandlungen aufzunehmen."

In acht fränkischen Städten wird seit den frühen Morgenstunden gestreikt. Die Lage ist vielerorts chaotisch. Die Warnstreiks dauern bis Mittwochmorgen um 4 Uhr an.

Streik im öffentlichen Nahverkehr: Diese Städte sind betroffen 

  • Aschaffenburg
  • Bamberg
  • Coburg
  • Erlangen
  • Fürth
  • Nürnberg
  • Schweinfurt
  • Würzburg

Warnstreik im Großraum Nürnberg

In der Stadt Nürnberg sind alle Linien – also das gesamte U-Bahn-, Straßenbahn- und Busnetz – betroffen. Der Streik-Fahrplan orientiert sich am NightLiner-Netz. Die ersten Busse sind auf 14 Linien im Einsatz. Diese starten und enden am Nürnberger Hauptbahnhof. Bis 21 Uhr fahren die Busse im 30-Minuten-Takt und ab 21 Uhr im Stundentakt.

Die Lage in Nürnberg ist laut der VAG seit 8 Uhr angespannt. Zuvor seien Straßen und Busse zwar gut besetzt, aber nicht überfüllt gewesen. Danach gab es zunehmend Probleme. Die Busse stehen mit den Autos im Stau. In der Nürnberger Innenstadt brauchte ein Bus zeitweise eine Stunde vom Plärrer bis zum Hauptbahnhof (1,7 Kilometer). Die Fahrer können durch die starken Verkehrsbeeinträchtigungen keine Pause machen, sind teilweise nicht am Ablöseort oder erscheinen nicht, um abzulösen. Seit 11 Uhr sei die Lage etwas entspannter, berichtet Elisabeth Seitzinger, Pressesprecherin der VAG. „Alle geplanten 50 Busse sind aktuell im Einsatz. Die Pünktlichkeit ist leider immer noch eingeschränkt.“ Man müsse jetzt abwarten, wie die Ablöse laufe.

Auch in Fürth fahren die U-Bahnen nicht. Die Busse verkehren im 30-Minuten-Takt auf Basis des NightLiner-Netzes mit den Linien N9, N17 und N18. Das teilt die "infrafürth" mit.

In Erlangen werden alle städtischen Linien durch private Verkehrsunternehmen abgedeckt. Die Busse fahren im Stundentakt. Damit reduzieren sich die täglichen Fahrten auf ein Drittel des normalen Betriebs, das teilen die Stadtwerke mit. 

Die Polizei Mittelfranken beurteilt die Verkehrssituation am Dienstag kritisch. „Die Verkehrslage ist schlimm“, kommentiert Pressesprecher Michael Konrad. „Es gibt viele Staus, es ist schwer durchzukommen. Sowohl einwärts und auswärts sowie in der Innenstadt ist die Lage angespannt.“ Man erwarte, dass es zu den Stoßzeiten in den Abendstunden noch einmal schlimm werden wird.

Warnstreiks in Oberfranken

In Coburg wird der Stadtbusverkehr am Dienstag ganztägig eingestellt. Die Stadt- und Schulbusse verkehren erst wieder am Mittwoch, das teilen die Städtischen Werke auf ihrer Website mit.

Auch in Bamberg findet am Dienstag kein Busverkehr statt, das teilen die Stadtwerke Bamberg auf Facebook mit. Es wird keinen Ersatzverkehr geben.

Warnstreiks in Unterfranken 

Die Lage in der unterfränkischen Stadt Würzburg ist ähnlich. In der Stadt werden den ganzen Tag keine Busse fahren, das teilt die Versorgungs- und Verkehrs-GmbH mit. Die Straßenbahnen fahren aber nach Plan.

Hunderte Menschen haben am Sonntagnachmittag bei einer Corona-Demo in Nürnberg mit dem Titel "Gegen die Maskenpflicht" teilgenommen. Der Protest verlief weitgehend störungsfrei, allerdings wurden Verstöße gegen die Corona-Regeln festgestellt.