Sieben Unterstützer der Protestbewegung "Animal Rebellion", die im März 2025 auf dem Anwesen des bayerischen Bauernpräsidenten Günther Felßner demonstriert hatten, stehen nun in Nürnberg vor Gericht. Ihnen wird Hausfriedensbruch zur Last gelegt. Die Verhandlung vor einem Richter des Amtsgerichts Hersbruck wurde notwendig, nachdem vorher ausgestellte Strafbefehle nicht akzeptiert worden waren. Da in Hersbruck keine geeigneten Räumlichkeiten für die große Zahl an Protestbeteiligten zur Verfügung standen, musste nach Nürnberg ausgewichen werden.
Die Gruppe "Animal Rebellion" hatte im März des vergangenen Jahres eigenen Angaben zufolge mit der Aktion gegen die mögliche Ernennung des CSU-Politikers Felßner zum Bundesagrarminister protestiert. In der Folge zog Felßner seine Kandidatur zurück. Später wurde bekannt, dass das Veterinäramt bei einer Kontrolle auf Felßners Hof Mängel bei der Tierhaltung festgestellt hatte, beispielsweise bei Einstreu und Entmistung. Nach Angaben von Felßner wurden die Mängel umgehend behoben.
Tierschützer auf dem Hof von Bauernpräsident Felßner - mit Bannern und Pyrotechnik
Die Angeklagten sollen am 24. März 2025 unbefugt Felßners Anwesen in Lauf an der Pegnitz (Kreises Nürnberger Land) betreten, dort Pyrotechnik gezündet und mit Bannern und Plakaten gegen vermeintlich tierschutzrelevante Missstände protestiert haben, sagte eine Justizsprecherin. Felßner sprach daraufhin von einem "Überfall". Die Ehefrau des Bauernpräsidenten wurde nach Angaben Felßners in Angst und Schrecken versetzt. Die Eheleute sollen am 17. Juni als Zeugen vor Gericht aussagen. Dann wird auch bereits ein Urteil erwartet.
Insgesamt waren gegen 13 Menschen im Alter zwischen 25 und 50 Jahren Strafbefehle beantragt worden. Einer der Betroffenen hatte die Strafe akzeptiert, weitere Verfahren wurden abgetrennt, drei waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert und konnten nicht an der Hauptverhandlung teilnehmen. Die sieben verbliebenen Menschen beteuerten, zwar an der Protestaktion beteiligt gewesen zu sein, sich jedoch nicht bewusst gewesen zu sein, Privatgrund betreten zu haben. Über den Hof Felßners in Lauf bei Nürnberg führt unter anderem ein öffentlicher Weg.
Bei einer Demonstration hatten rund 100 Bauern ihre Solidarität mit dem CSU-Mann bekundet.
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