Das Backhaus Müller mit Hauptsitz in Stockheim (Kreis Kronach) hat ein gerichtliches Sanierungsverfahren in Eigenverantwortung beantragt. Laut Schilderung der zuständigen Kanzlei "Wittmann Rechtsanwälte" hat das Amtsgericht Coburg dem Antrag am 16. Dezember 2025 entsprochen und die vorläufige Verwaltung angeordnet. Ziel der Maßnahme seien die nachhaltige Stabilisierung des Unternehmens und die Sicherung der Arbeitsplätze. Das oberfränkische Familienunternehmen besteht bereits seit dem Jahr 1911 und betreibt aktuell zehn Filialen.

Die Standorte befinden sich in den Landkreisen Kronach, Lichtenfels und Sonneberg (Thüringen). Insgesamt sind rund 90 Mitarbeiter bei der Bäckerei-Kette beschäftigt. Ihre Gehälter werden durch das Insolvenzgeld abgesichert und können somit weiterhin ausgezahlt werden, heißt es in einer Mitteilung  der Sanierungskanzlei. Auch der geschäftliche Betrieb soll wie gewohnt weiterlaufen. Im Gespräch mit inFranken.de am Freitag (9. Januar 2026) zeigte sich Rechtsanwalt Florian Wittmann zuversichtlich: "Das Verfahren läuft. Wir sind guter Dinge, dass wir das Backhaus sanieren können".

Backhaus Müller will sich in Eigenverwaltung sanieren: Geschäftsbetrieb soll weiterlaufen

Ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung ist eine besondere Form des Insolvenzverfahrens, bei der das Unternehmen die Sanierung eigenständig und unter der Aufsicht eines Sachwalters durchführt. Diesen stellt im Fall des Backhauses Müller der Rechtsanwalt Tobias Wittmann von der Kanzlei Dr. Beck & Partner aus Nürnberg dar. Im Gegensatz zum regulären Insolvenzverfahren bleibt die Geschäftsführung dabei in den Händen des Unternehmens und wird nicht an einen externen Insolvenzverwalter abgegeben. Unterstützt wird die Geschäftsführung vom oben genannten Florian Wittmann aus der Kanzlei Wittmann in Kronach.

Dieser plant, die finanzielle Situation des Unternehmens genau zu betrachten, um so eine "tragfähige Zukunftsstrategie" zu entwickeln. "Dazu gehört insbesondere eine detaillierte und belastbare Liquiditätsplanung. Gleichzeitig überprüfen wir alle Umsatz- und Kostenfaktoren, um Einsparpotenziale und Verbesserungsmöglichkeiten zu identifizieren", wird der Jurist in der im Dezember veröffentlichten Mitteilung seiner Kanzlei zitiert. Auf diese Weise soll der Stockheimer Bäckereibetrieb nachhaltig und erfolgreich saniert werden. 

Durch die Eigenverwaltung kann der Geschäftsbetrieb der Traditionsfirma weiterlaufen. Backhaus-Geschäftsführer Peter Müller beschreibt die herausfordernde Situation wie folgt: "Gerade jetzt ist es schwer, aber wir stellen uns der Verantwortung und nutzen die Eigenverwaltung, um unser Unternehmen für die Zukunft zu sichern." Das Herz der Verantwortlichen schlage seit Generationen für den Betrieb und die Region, betont der Bäckerei-Chef.

Preissteigerungen und Umsatzrückgang brachten oberfränkische Traditionsfirma in Schieflage

Laut Schilderung der Kanzlei ermöglicht das eingeleitete Verfahren dem Backhaus, die notwendigen Veränderungen gezielt und zukunftsorientiert umzusetzen. 

Die Entscheidung zur Beantragung der Eigenverwaltung habe der Betrieb aufgrund von Belastungen durch steigende Energie- und Rohstoffpreise bei gleichzeitigen Umsatzrückgängen getroffen, heißt es vonseiten der Rechtsanwälte. Im Zuge der Expansion der vergangenen Jahre hätten sich die Ausgaben deutlich erhöht. Zugleich blieben die Umsätze in einzelnen Filialen hinter den Erwartungen zurück. Zusätzlich stelle die derzeitige wirtschaftliche Lage eine Herausforderung für das Unternehmen dar.

Auch ein Logistikunternehmen hat sich Ende vergangenen Jahres dazu entschieden, ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung zu beantragen. In der Franken ist der Standort Lichtenfels betroffen. Der zuständige Sanierungsexperte will "alles auf den Prüfstand" stellen.

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