Ein Spaziergang im verschneiten Wald mag schön sein - in ganz Franken kann das aber zur Bedrohung von Leib und Leben werden. Bei Waldspaziergängen drohe Lebensgefahr, heißt es beispielsweise von der Stadt Bayreuth. Äste und Baumkronen könnten unter der Schneelast brechen. "Auch ganze Bäume können umstürzen." Durch das Tauwetter wird der Schnee noch schwerer.

Der Wintereinbruch in Franken sorgte am Montag für Chaos auf den Straßen. In Ober-, Mittel- und Unterfranken wurden zahlreiche Unfälle gemeldet. Glücklicherweise verliefen die meisten glimpflich. Insbesondere auf den Autobahnen A3 und A9 gibt es erhebliche Verkehrsbehinderungen. Die Polizei warnt vor gefährlichen Straßenverhältnissen. In Teilen Frankens kapitulierte die Müllabfuhr vor den Schneemassen.

Stockende Müllabfuhr und gesperrte Straßen - Meldungen aus Oberfranken

Im Raum Bamberg besteht momentan ein erhöhtes Schneebruch-Risiko. Stadtverwaltung und Landratsamt warnen vor einer akuten Gefahrenlage und bitten die Bevölkerung um erhöhte Wachsamkeit vor herabstürzenden Schneelasten. Eisflächen sollen zudem nicht betreten werden. Auch in Forchheim riet die Stadtförsterei den Menschen am Montag zur Vorsicht im Wald. Die Forststraßen seien nicht geräumt und unter der Schneeschicht könnten dicke Eisplatten liegen, teilte die Stadt mit.


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Neben abbrechenden Ästen und umstürzenden Bäumen seien diese eine tückische Gefahr. Rettungsfahrzeuge könnten bei Unfällen Probleme haben, durchzukommen. Am Montagabend mussten laut News5 mehrere Staats- und Kreisstraßen im Landkreis Forchheim vollständig gesperrt werden. Betroffen waren demnach zum Beispiel die FO17 zwischen Jägersburg und Forchheim sowie die FO8 zwischen Forchheim und Gosberg.

Auch auf weiteren Straßen innerhalb des Kreisgebiets mussten Sperrungen eingerichtet werden, weil durch die große Schneelast sowohl Äste abbrechen als auch ganze Bäume umstürzen konnten. Aufgrund der hohen Schneelast wurde in Bayreuth die Dreifach-Turnhalle des Sportzentrums vorsorglich bis auf Weiteres gesperrt. 

Schneefälle in Mittelfranken - Frau in Nürnberg von Ast erschlagen

Die Stadt Nürnberg empfiehlt ebenfalls, Wälder und Parks zu meiden. Am Dienstag wurde eine Fau von einem Ast erschlagen und erlag im Krankenhaus ihren Verletzungen. Der Nürnberger Feuerwehr zufolge besteht auch die Gefahr von Dachlawinen. Wegen des Niederschlags und des leichten Tauwetters könnte der schwere Schnee von Hausdächern abrutschen. In Nürnberg kam es außerdem zu massiven Beeinträchtigungen im Flugverkehr - bei manchen Passagieren machten sich Wut und Verzweiflung breit. Der Tiergarten Nürnberg bleibt auch am Dienstag geschlossen.

Einsatz an Jugendhotel in Nürnberg

Mehrere mit Schnee bedeckte Bäume haben sich in Nürnberg bedrohlich in Richtung eines Jugendhotels geneigt. Laut Angaben der Feuerwehr waren zu diesem Zeitpunkt mehrere Schulklassen in den Zimmern untergebracht. Gemeinsam mit einem Förster entschieden sich die Einsatzkräfte am Montag dazu, die Bäume vom Schnee zu befreien. Somit wurde die Gefahr für das Gebäude abgewendet und die Kinder konnten weiterhin in der Unterkunft bleiben.

Auf der Straße besteht jedoch weiterhin Gefahr für die Menschen. Aus diesem Grund wurde sie gesperrt. Die Sperrung soll mindestens bis Dienstagmittag andauern. Die Feuerwehr warnte vor herabfallenden Ästen und umsturzgefährdeten Bäumen. Auch das Rathaus in Möhrendorf befand sich unter einer Schneelast, die die Gemeinde am Dienstag vom Dach entfernt hat. Wie News5 berichtet, leitete der Bürgermeister den Verkehr hier selbst um, um Passanten vor Dachlawinen zu schützen.

Geschlossene Friedhöfe und gesperrte Kreisstraßen in Unterfranken

Im Würzburger Stadtwald sowie in den angrenzenden Parkwäldern und öffentlichen Grünanlagen mit Spielplätzen herrscht eine erhöhte Gefahr durch Schneebrüche so die Stadt Würzburg. Das Gartenamt mit Forstbetrieb appelliert daher an alle Bürger, den Stadtwald sowie die Parkwälder und öffentlichen Grünflächen mit Bäumen - einschließlich der Spielplätze - vorerst nicht zu betreten. Auch sämtliche Friedhöfe der Stadt wurden geschlossen. Die für Dienstag geplanten Beerdingungen finden jedoch statt.

Die Kreisstraße KT 12 zwischen Großlangheim und Hörblach sowie die KT 10 zwischen Reupelsdorf und Dimbach wurden am Montagabend vorsorglich gesperrt. Die Dauer der Sperrung war zu der Zeit noch nicht absehbar und abhängig von der weiteren Entwicklung der Wetter- und Lageverhältnisse, informierte die Stadt Kitzingen. Unabhängig davon war der Räumdienst im gesamten Landkreis die ganze Nacht über im Einsatz, um die Straßen wieder sicher zu machen. Verkehrsteilnehmer wurden am Abend gebeten, die Sperrung zu beachten und den betroffenen Streckenabschnitt nach Möglichkeit zu umfahren.