Wer bei Google Maps aktuell (Stand: Donnerstag, 9. April 2026, 9.30 Uhr) CDU- oder CSU-Geschäftsstellen sucht, findet diese dort unter den Bezeichnungen "Eierhaus" oder "Eierladen". Wer die Aktion mit Ostern assoziiert, hat weit gefehlt. Dahinter steckt eine Protestaktion gegen Bundeskanzler Friedrich Merz.
Hintergrund ist eine bundesweite Schülerdemonstration gegen die Wehrpflicht, die am 5. März 2026 stattgefunden hat. Ein 18-Jähriger hielt dort ein Plakat hoch, auf dem "Merz leck Eier" zu lesen war. Das Plakat wurde beschlagnahmt und gegen den 18-Jährigen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts übler Nachrede und Verleumdung eingeleitet. Wie unter anderem der WDR berichtet, löste dieses Vorgehen eine breite Debatte zum Thema Meinungsfreiheit aus.
Bekennerschreiben aufgetaucht? Nutzer wendet sich direkt an Kanzler Merz
Hier schließt die Protestaktion bei Google Maps an. Im Sozialen Netzwerk "Threads" (Meta) soll ein Bekennerschreiben aufgetaucht sein. Nach Angaben des WDR schreibt dort der Nutzer "saftsackbeats" mit Bezugnahme auf die Umbenennung der CDU/CSU-Geschäftsstellen: "Lieber Friedrich, da du dich öffentlich dazu geäußert hast, dass die Leute ruhig so viel demonstrieren können, wie sie wollen, habe ich dich beim Wort genommen.
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Immer mehr Standorte der CDU heißen von nun an 'CDU Eierhaus'. Da inhaltlich nichts Relevantes gelöscht wird, entsteht euch hierdurch keinerlei finanzieller Schaden. Dies ist eine Demonstration gegen deine mutmaßlich menschenrechtsverachtenden Statements und Vorhaben."
So findet man mit Blick auf Franken unter anderem das "CSU Eierhaus Schlüsselfeld", das "CSU Eierhaus Erlangen" oder ein "CSU Eierhaus Abgeordnetenbüro". Die Aktion erstreckt sich über ganz Deutschland. Frei von diesem Namenszusatz blieb allerdings die CDU-Bundesgeschäftsstelle, das Konrad-Adenauer-Haus, in Berlin. Möglich ist die Umbenennung, da Google Maps auf Nutzerbeiträgen basiert und von jedem bearbeitet werden kann.
Laut ARD-Deutschlandtrend: Merz so unbeliebt wie nie
Nicht nur junge Menschen in Deutschland scheinen unzufrieden mit der aktuellen Politik zu sein. Wie unter anderem ARD, RTL oder n-tv berichten, erreicht die Unzufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz Rekordhöhen. Laut ARD-Deutschlandtrend sind 85 Prozent aller Menschen in Deutschland unzufrieden mit Merz und der schwarz-roten Koalition.
Derzeit sorgt vor allem die Maßnahme, dass Tankstellen ihre Preise nur noch einmal am Tag erhöhen dürfen, für viel Frust - denn ein positiver Effekt für die Bevölkerung bleibt aus. Im Gegenteil: Die Spritpreise erreichten sogar ein Rekordhoch; Tankstellen und Spritkonzerne fahren Milliarden Euro an Übergewinnen ein. Mit Kanzler Friedrich Merz steht vor allem auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in der Kritik. Sie lasse die Bürgerinnen und Bürger im Stich, heißt es vom ersten parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Dirk Wiese.