Einige Wirte in Franken kündigten in jüngster Zeit Preissenkungen an. Auch in Bamberg präsentieren nun mehrere Restaurants eine überarbeitete Speisekarte. Grund dafür ist die Mehrwertsteuersenkung der Speisen in der Gastronomie.
Seit dem 1. Januar 2026 werden auf diese statt 19 nur noch 7 Prozent Mehrwertsteuer erhoben. Zahlreiche Wirte kündigten bereits nach der Entscheidung von Bundestag und Bundesrat an, die Preissenkung nicht weitergeben zu können. Grund dafür seien gestiegene Kosten und die Mindestlohnerhöhung im Januar. Allerdings gibt es einige Ausnahmen.
Bamberger Wirte senken Preise: "Haben die Steuersenkung im kleinen Rahmen weitergegeben"
Die seit 1989 bestehende Brasserie in Bamberg, in der es neben fränkischer Küche auch Burger und Salate gibt, teilt im Netz etwa aktuell Bilder einer überarbeiteten Speisekarte. Die alten Preise sind mit einem Filzstift durchgestrichen und durch neue ersetzt worden. Bis zu 40 Cent günstiger sind einige der Gerichte im Lokal nun. "Ihr seid toll" und "Tolles Team" ist in der Kommentarspalte unter dem Beitrag in den sozialen Medien zu lesen.
"Wir haben die Steuersenkung im kleinen Rahmen weitergegeben", erklärt Betriebsleiter Marco Posern im Gespräch mit inFranken.de. Die Entscheidung geht laut Posern auf die Geschäftsführer zurück. Diese betreiben neben der Brasserie auch das Little Italy, das Bolero, die Pizzeria Salino und das Rodez Sieben in Bamberg. Auch dort soll die Preissenkung umgesetzt werden.
Die vollen zwölf Prozent Steuersenkung an die Gäste weiterzugeben sei jedoch nicht möglich – schließlich erhöhe sich zeitgleich auch der Mindestlohn. Die Gehälter würden daher entsprechend angepasst. Dennoch: "Es ist auf positive Resonanz gestoßen, dass wir überhaupt etwas gemacht haben", betont Posern. Zwar hätten einige Gäste auch angemerkt, dass ihnen die Preissenkung wohl kaum aufgefallen wäre. Dennoch sei es den Wirten wichtig, damit ein Zeichen zu setzen. Damit sind sie nicht allein: Auch im Grüner Brauhaus in Fürth und im Zirndorfer Bräuschank soll es günstiger werden.
Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie: "Die Leute, die da sind, honorieren es"
Die Entscheidung, die Karten nicht neu zu drucken, sei daher eine bewusste gewesen. So soll die Preissenkung sichtbar gemacht werden. Posern bekräftigt jedoch: "Ich kann auch alle Kollegen verstehen, die es nicht weitergeben." Schließlich würden viele Gastronomen mit den gestiegenen Nebenkosten und den Einkaufspreisen kämpfen - "das spielt alles mit rein."
Damit, dass die Lokale durch die Aktion nun neue Gäste hinzugewinnen, rechnet der Wirt nicht. Im Januar und Februar sei der Zulauf ohnehin nicht sehr groß. Dem Team komme es auf etwas anderes an: "Die Leute, die da sind, honorieren es."