Allerheiligen ist in Rheinland-Pfalz und anderen südlichen Bundesländern ein stiller Feiertag am 1. November mit Tanzverbot und geschlossenen Geschäften.
Allerheiligen ist in katholisch geprägten deutschen Bundesländern ein Feiertag. Das heißt: In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz sowie im Saarland ist der 1. November alljährlich ein gesetzlicher Feiertag. Wer dort lebt, darf sich über einen arbeitsfreien Tag freuen. 2024 fällt Allerheiligen auf einen Freitag.
Allerheiligen ist ein stiller Feiertag. Das bedeutet, die folgenden Dinge sind verboten:
- laute Musik
- Tanzverbot ab 2 Uhr nachts
- Geschäfte sind geschlossen; Ausnahmen: Bäckereien, Konditoreien, Blumenläden, Museen, Ausstellungen, Zoos
Am stillen Feiertag Allerheiligen müssen in Rheinland-Pfalz die Tanzflächen von Clubs und Diskotheken von 4 bis 24 Uhr leer bleiben und die DJs sind gezwungen, ihre Arbeit ruhen zu lassen. Eine einst 2011 gestartete Petition gegen dieses Tanzverbot wartete vergeblich auf Erfolg. Tatsächlich sammelte sie lediglich unter 400 Unterstützer.
In der Zeit von 13 bis 20 Uhr sind zudem Versammlungen und öffentliche Veranstaltungen untersagt. Ausnahmen bilden hier Sportveranstaltungen. Ab dem 2. November kehrt dann wieder Normalität ein. Diese Regelungen gelten ebenso für Karfreitag, der ebenfalls als stiller Feiertag mit ähnlichen Einschränkungen gekennzeichnet ist.
Allerheiligen, Allerseelen, Totensonntag: Das bedeuten die christlichen Feiertage
Als Allerheiligen wird ein vor allem christliches Fest bezeichnet, zu dem "aller Heiligen" gedacht werden soll. Was es bedarf, um als "heilig" bezeichnet zu werden, erklärt der Theologe Ulrich Lüke gegenüber Katholisch.de: Demnach werden "die, welche dem Vorbild Christi besonders gefolgt sind und durch das Vergießen ihres Blutes (Märtyrer) oder durch heroische Tugendübung (Bekenner) ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich abgelegt haben", als "Heilige" bezeichnet.
So wird Allerheiligen auch als das Fest "aller der in Christus Vollendeten" bezeichnet und wurde zunächst am ersten Sonntag nach Pfingsten gefeiert. Papst Gregor IV verlegte den Feiertag erst im 8. Jahrhundert auf den 1. November. Damit hatte der Gedenktag weniger Bezug zum Osterfest und soll stattdessen im Herbst mit der Vergänglichkeit der Natur in Verbindung stehen.
Heute gilt Allerheiligen in der breiten Bevölkerung eher als Gedenktag für alle Toten. Früher war die Trennung zwischen Allerheiligen und Allerseelen, am 2. November, dagegen deutlicher: Wer nicht als "heilig" galt, kam dem Glauben zufolge erst ins Fegefeuer zur Läuterung, bevor man in den Himmel aufsteigen durfte. An Allerseelen wurde demnach den Toten im Fegefeuer gedacht. Heutzutage spielt Allerseelen jedoch eine untergeordnete Rolle. Der Feiertag existiert weiterhin im liturgischen Kalender, wird aber ohne Prozession und große Gottesdienste gefeiert. Stattdessen finden in vielen Gemeinden kleinere Andachten und Rosenkränze statt.
November galt historisch gesehen als Trauermonat. Neben Allerheiligen und Allerseelen fallen auch der Volkstrauertag (dieses Jahr am 17. November) und der Totensonntag (dieses Jahr am 24. November) in diese Zeit. Am Volkstrauertag wird den Kriegsopfern gedacht und stammt aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Der Tag soll zudem ein Symbol für Frieden und Versöhnung sein und ist damit eher ein politischer Gedenktag als ein kirchlicher. Der Totensonntag dagegen steht für das Ende des Kirchenjahres, sowohl im katholischen als auch im evangelischen Glauben. Er ist immer am letzten Sonntag vor dem ersten Advent.
Umfrage: November als Trauermonat verliert an Bedeutung
In der heutigen Zeit hat der November seine Bedeutung als traditioneller Trauermonat des Jahres weitestgehend verloren. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur, die am 31. Oktober 2022 veröffentlicht wurde. Demnach antworteten 60 Prozent der Befragten, dass sie persönlich weder Allerheiligen (1.11.) noch den Volkstrauertag (dieses Jahr am 17.11.) noch den Totensonntag (2024 am 24.11.) begehen, indem sie zum Beispiel einen Friedhofsbesuch machen oder den Verstorbenen gedenken. Ein Drittel sagte dagegen, dass sie mindestens einen der Tage begehen. Der Rest machte keine Angabe.
In Westdeutschland verneinten mit 61 Prozent deutlich mehr die Frage, ob sie einen der Gedenktage begehen, als im Osten (56 Prozent). Mit Blick auf die Glaubenszugehörigkeit waren Katholiken, deren traditioneller Totengedenktag Allerheiligen ist, mit Abstand die größten Befürworter des Brauchs, sich im November besonders an Gestorbene zu erinnern. In den katholisch geprägten Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland ist Allerheiligen ein Feiertag. Auch in anderen Ländern mit katholischer Tradition ist der 1. November ein Feiertag. Darunter befinden sich Österreich, Italien, Polen, Frankreich, Portugal und Spanien.
An der Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH nahmen zwischen dem 17. und 19. Oktober 2022 2040 Personen teil. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren. Methodik-Hinweis: Frage - Mit Feiertagen wie Allerheiligen, Totensonntag und Volkstrauertag gilt der November als der Trauermonat des Jahres. Begehen Sie persönlich einen dieser Feiertage oder mehrere dieser Tage, beispielsweise mit einem Besuch auf dem Friedhof oder einem besonderen Gedenken an Verstorbene? Antwortmöglichkeiten: Ja, nein, weiß nicht.
Zu den stillen Feiertagen gehören in Rheinland-Pfalz:
- Karfreitag
- Allerheiligen
- Volkstrauertag
- Totensonntag
- Heiliger Abend (ab 13 Uhr).
red/mit dpa
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