Acht bestätigte Ausbrüche der Newcastle-Krankheit auf Geflügelfarmen in Brandenburg und Bayern versetzen Veterinärbehörden in Unruhe. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) erkennt eine erhebliche Bedrohungslage für Geflügelbetriebe und andere Vogelhaltungen wie Zoos, auch im Zusammenhang mit der ebenfalls kursierenden Vogelgrippe. Im Kreis Lichtenfels wurden Mitte Februar 43 tote Schwäne entdeckt, im Kreis Forchheim wendet sich das Landratsamt direkt an die Bevölkerung.
"Die Aufmerksamkeit sollte unbedingt sehr hochgehalten werden", teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. "In den Betrieben sollte ein besonderes Augenmerk auf einen streng kontrollierten Personen- und Warenverkehr gelegt werden. Hinzu kommen neben Pflichtimpfungen alle Maßnahmen der Früherkennung wie das sofortige Testen kranker oder verendeter Tiere."
Newcastle-Krankheit: 125.000 Hühner vorsorglich getötet - hochansteckender Erreger
Ende Februar hatte das FLI über den bundesweit ersten Ausbruch der meldepflichtigen Viruserkrankung seit 30 Jahren bei Geflügel in Brandenburg informiert. Inzwischen gab es in dem Bundesland einen zweiten bestätigten Fall sowie sechs weitere im bayerischen Landkreis Erding bei München. Weitere Verdachtsfälle würden geprüft, sagte der Sprecher.
Auch in einem großen Masthähnchenbetrieb im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn droht der Tod von 30.000 Tieren. In dem Betrieb in Neumarkt-Sankt Veit wurde offiziell der Verdacht auf Ausbruch der Newcastle-Krankheit festgestellt, wie ein Sprecher des Landratsamtes am Dienstag (3. März 2026) sagte.
Bis Mittwochvormittag seien rund 125.000 Tiere vorsorglich getötet worden, teilte die FLI-Pressestelle mit. Die hoch ansteckende Newcastle-Krankheit wird wegen der ähnlichen Symptomatik auch atypische Geflügelpest genannt. Der Erreger, das Newcastle-Disease-Virus (NDV), könne vermutlich prinzipiell alle Vögel infizieren, hieß es vom FLI.
Todesgefahr für Menschen mit geschwächtem Immunsystem - das sind mögliche Symptome
Bei anderen Tieren seien bisher keine Fälle bekannt - außer bei Menschen: "Eine Infektion des Menschen ist sehr selten, aber möglich, und bleibt zumeist lokal auf eine Bindehautentzündung beschränkt", schreibt das FLI. Allerdings seien einzelne tödliche Fälle bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem beschrieben. Das FLI verweist aktuell auch auf eine Vielzahl von Ausbrüchen in Kleinsthaltungen und Geflügelbetrieben in Polen, Tschechien und der Slowakei.
Hinweise auf eine flächige Ausbreitung von aggressiven NDV-Varianten in Wildvögeln gab es demnach zumindest bis Ende voriger Woche nicht - im Gegensatz zu den gleichzeitig in Deutschland auftretenden hochpathogenen Vogelgrippeviren. Unabhängig von der Bestandsgröße müssen Hühner und Puten einen Impfschutz gegen die Newcastle-Krankheit aufweisen, auch in Kleinsthaltungen. Im Gegensatz zu den meisten anderen EU-Ländern gebe es in Deutschland eine Impfpflicht gegen NDV. Zwar könnten sich auch geimpfte Tiere infizieren, heißt es.
Aber: "Geimpfte Tiere sind schwerer zu infizieren, scheiden weniger Virus aus und dies über einen kürzeren Zeitraum. Wenn Krankheitszeichen auftreten, sind sie geringer ausgeprägt." Weil die Schutzwirkung von Impfungen für einzelne Tiere lückenhaft sein könne, sei die Keulung betroffener Bestände sinnvoll. "In der Fläche hat sich die Kombination von Impfung und Tötung betroffener Bestände als wirksam erwiesen, die Erkrankung zurückzudrängen", betonte das FLI.
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