Die zunehmende Anzahl an Waldbränden in Bayern stellt den Katastrophenschutz im Freistaat vor immer größere Aufgaben. Geht es nach der SPD im Münchner Landtag, soll die Aufstellung einer neuen Spezialeinheit Abhilfe schaffen.
"Für spezielle Aufgaben braucht es speziell ausgerüstete und geschulte Einsatzkräfte. Unser Rezept heißt Bavarian Wildfire Task Force – eine neu zu gründende Spezialeinheit, um gegen die immer häufigeren Waldbrände anzukämpfen", erklärte die innenpolitische Sprecherin der Fraktion, Christiane Feichtmeier. Hier gebe es in Bayern "ganz klar noch eine Kompetenzlücke". Wegen hoher Waldbrandgefahr in Mittelfranken hatte die Regierung dort zuletzt eine Luftüberwachung angeordnet.
SPD sieht "Kompetenzlücke" in Bayern - und fordert neue Spezialeinheit
Als Beispiel für die "Kompetenzlücke" führte Feichtmeier den Waldbrand am Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen an. Anfang Mai war dort nach extremer Trockenheit in schwer zugänglichem Gebiet ein heftiges Feuer ausgebrochen. Die Löscharbeiten erstreckten sich über fast einen Monat. Hunderte Einsatzkräfte kämpften teilweise gegen die Flammen in dem unwegsamen Gelände; Hubschrauber löschten aus der Luft. Die genaue Ursache des Brandes ist weiterhin unklar.
Klimawandel erhöht die Gefahr für Brände und Feuer. Angesichts des fortschreitenden Klimawandels sei es für den Freistaat wichtig, sich besser auf den Katastrophenschutz vorzubereiten. "Die beste Katastrophenpolitik beginnt lange vor der Katastrophe", sagte die umweltpolitische Sprecherin Anna Rasehorn. "Zur Unterstützung der örtlichen Feuerwehren – denn diese sind zwar fachlich fit und hoch engagiert, können aber natürlich nicht auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."
"Waldbrände wie der am Saurüsselkopf stellen unsere Feuerwehren vor besondere Herausforderungen. Die örtlichen Helfer benötigen Unterstützung durch eine landesweit tätige Spezialeinheit, die bislang nicht existiert: die Bavarian Wildfire Task Force", hieß es weiter. Die neue Einheit solle sich durch tiefgehendes Fachwissen und moderne Spezialausrüstung auszeichnen, sagte Feichtmeier. Dazu gehörten etwa KI-gestützte Früherkennungssysteme, Drohnen und Wärmebildtechnik.
SPD sieht weitere Baustelle im Hochwasserschutz
Auch für den Hochwasserschutz sieht die SPD noch Handlungsbedarf, da die Bilanz des Hochwassereinsatzes vom Juni 2024 in Schwaben sowie Ober- und Niederbayern gemischt ausgefallen sei. "Zwar wurde vieles angestoßen. Nach wie vor aber dauert vieles wegen komplizierter Förderstrukturen, Personalmangel und ausufernder Planungs-Bürokratie zu lang. Bayern muss schneller, koordinierter und vorausschauender handeln", sagte Rasehorn. Beim "Hitze-Check 2026" wurde kürzlich auch im Hinblick auf Hitzeschutz im Freistaat Alarm geschlagen - mehrere fränkische Städte fielen hier negativ auf.
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