Die US-Einwanderungsbehörde ICE steht weiter im Fokus öffentlicher Kritik. Nach neuen Todesfällen und der Festnahme eines fünfjährigen Jungen in Minneapolis wächst die Empörung über das Vorgehen der Beamten stetig. Die Proteste und politischen Diskussionen nehmen laut Tagesschau landesweit zu.
Auch deshalb warnt die Bundesregierung aktuell weiterhin vor Reisen in die USA. Als Begründung werden neben gefährlichem Winterwetter anhaltenden Proteste und gewaltsamen Auseinandersetzungen mit Sicherheitsbehörden in den aktuellen Reisehinweisen des Auswärtigen Amts für die Vereinigten Staaten angeführt.
Update vom 3.2.26: Neue Entwicklungen in den USA - Gerichtsurteile, Bodycams, internationale Proteste
Städte wie Minneapolis sind zum Brennpunkt der Auseinandersetzungen geworden. Tausende Menschen demonstrieren friedlich, teilweise begleitet von prominenten Künstlern wie Bruce Springsteen, der sich mit einem Protestsong gegen die ICE-Razzien stellte. Gleichzeitig wird die gesellschaftliche Spaltung immer deutlicher, denn laut Focus zeigen Umfragen, dass sich die öffentliche Meinung zur ICE zunehmend kritisch entwickelt.
Ein US-Gericht hat Anfang Februar die Freilassung eines fünfjährigen Jungen aus ICE-Gewahrsam angeordnet und damit für breite Empörung gesorgt. Die Entscheidung fiel laut ZDF nach scharfer Kritik am Vorgehen der Behörde. In der Begründung wurde die US-Regierung für ihre Abschiebepolitik ungewöhnlich deutlich kritisiert. Als Reaktion auf die tödlichen Vorfälle und den öffentlichen Druck müssen ICE-Beamte in Minneapolis künftig Körperkameras tragen, um Einsätze besser zu dokumentieren. Diese Maßnahme soll zur Deeskalation und mehr Transparenz beitragen, wie die Trump-Regierung betont.
Auch international wächst die Kritik: In Mailand protestierten US-Bürgerinnen und Bürger sowie italienische Gewerkschaften und Politiker gegen die ICE-Präsenz während der Olympischen Winterspiele, zeigten Fotos der Opfer und forderten Solidarität mit den Betroffenen, wie Euronews zu den Olympia-Protesten berichtet.
Auswärtiges Amt: Von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernhalten
Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hatte die Reisehinweise für die USA zuletzt deutlich ausgeweitet. Reisende werden dringend gebeten, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten, da es laut dem Auswärtigen Amt immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften kommt. Darüber hinaus empfiehlt die Behörde, stets einen gültigen Pass mit Einreisestempel oder Visum bei sich zu führen.
In einzelnen Bundesstaaten wie Louisiana ist dies sogar verpflichtend, und das Reisedokument muss für die gesamte Aufenthaltsdauer einschließlich Ausreisetag gültig sein, so die Behörde. Das Amt rät USA-Reisenden zudem eindringlich dazu, den Anweisungen von lokalen Behörden und Sicherheitskräften unbedingt Folge zu leisten.
Oberdrein herrscht aktuell in weiten Teilen der USA ein Winterchaos. Laut dem Auswärtigen Amt kam es zuletzt zu "starkem Schneefall, Eisregen, extremen Temperaturen, Stromausfällen und erheblichen Einschränkungen der Infrastruktur", weshalb in zahlreichen Bundesstaaten der Notstand ausgerufen worden sei. Zehntausende Flüge wurden demnach gestrichen, viele Straßen sind unpassierbar, was die Lage für Reisende wie Einheimische massiv erschwere.
Erstmeldung vom 27.1.26: Erweiterte Reisehinweise für die Vereinigten Staaten
Landesweit gab es bereits zuvor Proteste gegen die Abschiebepolitik und das brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE in den USA. In den sozialen Medien häufen sich Videos zu gewaltsamen Einsätzen der hochgerüsteten Beamten. Zudem habe "ein heftiger Wintersturm" in weiten Teilen der USA zu "starkem Schneefall, Eisregen, extremen Temperaturen, Stromausfällen und erheblichen Einschränkungen der Infrastruktur geführt", heißt es vom Auswärtigen Amt. Jetzt reagiert die Behörde auf die jüngsten Entwicklungen in Amerika - und erweitert die Reisehinweise für die Vereinigten Staaten.
Aufgrund des Wintersturms seien "zehntausende Flüge" gestrichen worden. Außerdem gilt laut dem Auswärtigen Amt derzeit in zahlreichen Bundesstaaten der Notstand (Stand: 27. Januar 2026). Der Hauptgrund für die erweiterten Reisehinweise ist jedoch ein anderer: Neben dem Unwetter komme es in Minneapolis und in anderen Städten laut dem Auswärtigen Amt "bei Demonstrationen teils zu gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Migrations- und Sicherheitsbehörden". Die Empfehlung der Behörde an Reisende lautet deshalb, "sich von Menschenansammlungen, in deren Umfeld es möglicherweise zu Gewalt kommen könnte" fernzuhalten.
Weiter heißt es vom Auswärtigen Amt: "Verhalten Sie sich ruhig und folgen Sie den Anweisungen der Behörden und lokalen Sicherheitskräfte." Zudem sollen Reisende ihren Pass mit Einreisestempel oder Visum ständig mit sich führen. Dies sei in einigen Staaten wie Louisiana verpflichtend. Zudem müsse das Reisedokument mindestens für die gesamte Aufenthaltsdauer, einschließlich Tag der Ausreise, gültig sein.
ICE-Einsätze, Massenproteste und Streiks: Was passiert gerade in den USA?
Bei Protesten gegen den Einsatz von ICE-Beamten kam es am Samstag, dem 24. Januar 2026, in Minneapolis zu einem weiteren tödlichen Zwischenfall: Der Krankenpfleger Alex Pretti wurde von Bundesbeamten erschossen, obwohl "augenscheinlich keine akute Bedrohung für die Einsatzkräfte ausging", heißt es bei der dpa. Videos, die in Umlauf sind, widersprechen der Schilderung der US-Regierung, dass die Beamten in beiden Fällen aus Notwehr gehandelt hätten.
Bereits zuvor hatte der Tod der zweifachen Mutter und US-Bürgerin Renée Good (37) für Entsetzen und Proteste gesorgt. Auch sie starb durch Schüsse eines ICE-Beamten, in derselben Stadt Anfang Januar. Schon da bezeichnete die Regierung das Vorgehen laut dpa als "Notwehr eines Beamten in akuter Lebensgefahr". Doch auch in Goods Fall hätten Videos ein anderes Bild gezeichnet.
Am 23. Januar 2026 sollen hunderte Geschäfte und Betriebe in Minneapolis aus Protest geschlossen geblieben sein. Tausende demonstrierende US-Bürger hätten die Straßen geflutet. Die Organisatoren der Proteste sprechen von bis zu 50.000 Teilnehmern - Zahlen, die die Nachrichtenagentur Reuters allerdings bislang nicht unabhängig verifizieren konnte.
Social-Media-Kontrolle: Erschwerte Einreisebedingungen seit Sommer 2025
Für ihren Widerstand bekommt die Bevölkerung prominenten Rückenwind: Sogar die beiden Ex-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton riefen laut der Zeit zu Protesten in Minneapolis auf. Sie hätten die Bevölkerung ermutigt, die Demokratie in ihrem Land zu verteidigen und gegen die Gewalt der Trump-Regierung zu protestieren.
Schon vor Monaten wurde Touristen, genauso wie Studierenden und Arbeitskräften, die Einreise in die USA durch neue Regelungen deutlich erschwert: Wer ein Visum beantragt, muss all seine Social-Media-Profile offenlegen. Egal ob bei Facebook, Instagram oder TikTok - die Inhalte können geprüft werden. Laut dem Auswärtigen Amt kann "in begründeten Fällen" ein Auslesen elektronischer Geräte wie Handys und Laptops erfolgen. Datenschützer bezeichneten diese Überwachung als massiven Eingriff in die Privatsphäre. InFranken.de berichtete.