Ein tragisches Zugunglück hat Spanien in Schock versetzt: Nahe Adamuz, einem kleinen Ort in Andalusien, kollidierten zwei Hochgeschwindigkeitszüge bei voller Fahrt. Mindestens 40 Menschen verloren ihr Leben, über 170 wurden verletzt, darunter auch Deutsche. Die Ursache bleibt unklar, doch menschliches Versagen schließen die Behörden aus.

Die Bilder des Unfalls sind erschütternd: Entgleiste Waggons, Blutspuren und verzweifelte Schreie prägen die Szenerie. Spanien trauert, während die internationalen Reaktionen von Mitgefühl zeugen. Rettungskräfte kämpfen gegen die Zeit, um in schwer zugänglichem Terrain noch Überlebende zu finden. Das Land steht still – die Nation hat Staatstrauer ausgerufen.

Update vom 20.1.25, 6.33 Uhr: Zugunglück in Andalusien fordert 40 Tote und 170 Verletzte

Mindestens 40 Tote und über 170 Verletzte: Nach dem verheerenden Zugunglück in Südspanien trauert das Land um die Opfer. Unter den Betroffenen sind auch deutsche Staatsbürger, wie das Auswärtige Amt bestätigte. Die Tragödie ereignete sich am Sonntagabend nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba und hat nicht nur das Land, sondern auch die internationale Gemeinschaft erschüttert.

Um 19.40 Uhr entgleisten die letzten Waggons eines Iryo-Hochgeschwindigkeitszuges mit mehr als 300 Passagieren an Bord. Die Unfallstelle befand sich auf einer geraden und erst kürzlich renovierten Strecke, die für Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ausgelegt war.

Laut der spanischen Bahngesellschaft Renfe kollidierte ein entgegenkommender Hochgeschwindigkeitszug von Renfe mit den entgleisten Waggons des Iryo-Zuges. Der Aufprall war so heftig, dass die vorderen Waggons des Renfe-Zuges eine Böschung hinunterstürzten und völlig zerstört wurden.

Deutsche Opfer und internationale Anteilnahme

Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte, dass auch deutsche Staatsbürger unter den Betroffenen sind, konnte jedoch bisher keine genauen Zahlen nennen. Die deutsche Regierung zeigte sich entsetzt über das Unglück. "Unsere Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer", erklärte Regierungssprecher Stefan Kornelius. Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, drückte ihr Beileid aus und betonte, Europa stehe in dieser schwierigen Zeit an der Seite Spaniens.

Die Rettungsarbeiten gestalteten sich aufgrund des unwegsamen Geländes und der massiven Zerstörung der Züge als äußerst schwierig. Feuerwehrleiter Paco Carmona beschrieb die Situation als "chaotisch mit offenen Brüchen und erschwertem Zugang". Die Behörden haben eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um die Ursachen des Unfalls zu klären. Laut dem spanischen Verkehrsminister Óscar Puente ist menschliches Versagen ausgeschlossen. Die betroffene Strecke wurde erst 2025 renoviert, und der Iryo-Zug war erst wenige Tage vor dem Unglück einer technischen Überprüfung unterzogen worden.

Die lokale Gemeinde Adamuz zeigte beeindruckende Solidarität mit den Betroffenen. Die Einwohner stellten ihre Einrichtungen als provisorische Krankenhäuser zur Verfügung und halfen, die weniger schwer Verletzten zu versorgen. Laut Berichten von RTVE unterstützten sie die Rettungskräfte vor Ort durch die Bereitstellung von Wasser und Decken.

Schwierige Bergungsarbeiten und Ursachenforschung

Insgesamt 41 Verletzte, darunter vier Kinder, befinden sich noch in Krankenhäusern. Zwölf Personen, darunter ein Kind, werden in der Intensivstation behandelt. Unter den Todesopfern ist auch der Lokführer des Renfe-Zuges sowie ein bekanntes Ehepaar aus der spanischen Medienbranche, das aus Huelva stammte. Mehrere weitere Opfer konnten bislang nicht identifiziert werden.

Die Behörden haben eine umfassende Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse voraussichtlich Wochen oder Monate dauern könnten. Renfe bestätigte, dass der betroffene Zug erst kürzlich gewartet wurde und menschliches Versagen nahezu ausgeschlossen sei.

Viele Menschen, die in verschiedenen Städten von Zugausfällen betroffen waren, verbrachten die Nacht in Bahnhöfen. Ein Passagier des Iryo-Zuges beschrieb laut RTVE, wie eine Vollbremsung den Zug abrupt stoppte, wodurch Menschen und Gepäck durch die Luft flogen und Schreie und weinende Kinder zu hören waren.

"Wir werden die Wahrheit ans Licht bringen"

Die Linie von Madrid nach Andalusien wird laut offiziellen Angaben voraussichtlich bis Anfang Februar geschlossen bleiben. Ersatzbusse und alternative Transportmöglichkeiten wurden eingerichtet.

In ganz Spanien, vor allem aber in Galicien, weckte das Unglück Erinnerungen an einen schweren Unfall im Jahr 2013, als ein Zug in Angrois bei Santiago de Compostela entgleiste. Damals kamen 80 Menschen ums Leben. Laut RTVE führte dieser Unfall zu einer Debatte über Sicherheitssysteme und Verantwortlichkeiten.

König Felipe VI. und Königin Letizia sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und kehrten früher aus Griechenland zurück, um die betroffenen Familien zu unterstützen. Zudem versprach Premierminister Pedro Sánchez bei seinem Besuch des Unglücksortes, dass die Untersuchung der Ursache oberste Priorität habe. "Wir werden die Wahrheit ans Licht bringen", betonte er.

Update vom 19.1.25, 9.40 Uhr: Zahl der Opfer von Zug-Katastrophe steigt auf 39

Nach dem tragischen Eisenbahnunglück im Süden Spaniens ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 39 angestiegen. Wie der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Polizeieinheit Guardia Civil berichtete, wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Insgesamt sind 73 Personen nach dem Zusammenstoß in Krankenhäuser der andalusischen Stadt Córdoba gebracht worden. Unter ihnen befanden sich 24 Schwerverletzte. Laut dem RTVE-Bericht handelt es sich bei vier dieser Patienten um Minderjährige. Unter den Todesopfern ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen. 

Das Unglück hatte sich wenige Stunden zuvor ereignet. Am Sonntag gegen 19.40 Uhr war ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Gesellschaft Trenitalia nahe der Gemeinde Adamuz in der Provinz Córdoba mutmaßlich mit Tempo 300 entgleist und in das benachbarte Gleis geraten. In der Folge wurde ein Hochgeschwindigkeitszug der spanischen Bahngesellschaft Renfe aus den Schienen geworfen.

Erstmeldung vom 19.1.25, 6.48 Uhr: Mindestens 24 Tote - Schweres Zugunglück in Spanien gibt Rätsel auf

Am Sonntag (18. Januar 2026) gegen 19.40 Uhr ereignete sich in der südspanischen Region Andalusien eine Bahn-Tragödie. In der Nähe der kleinen Gemeinde Adamuz, die rund 36 Kilometer nordöstlich von Córdoba liegt, entgleiste ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Bahngesellschaft Trenitalia, der mit über 300 Stundenkilometern von Málaga nach Madrid unterwegs war. Nach ersten Erkenntnissen geriet der Zug auf ein benachbartes Gleis, just in dem Moment, als ein entgegenkommender Renfe-Hochgeschwindigkeitszug mit etwa 200 Passagieren aus Huelva in Richtung Madrid vorbeifuhr, wie die Bahngesellschaft Renfe berichtet.

Durch den heftigen Zusammenstoß wurden die vorderen Waggons des Renfe-Zuges aus den Gleisen geschleudert und stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinab. Sie wurden dabei nahezu komplett zerstört.

Regionalpräsident Juanma Moreno bestätigte in den frühen Morgenstunden des Montags (19. Januar), dass mindestens 24 Menschen bei dem Unfall ihr Leben verloren haben und 15 schwer verletzt wurden. Er schloss nicht aus, dass weitere Leichen gefunden werden. Diese könnten sich unter den "Trümmerhaufen aus Metall" - so Moreno laut dpa wörtlich - verbergen. Die Rettungs- und Räumungsarbeiten würden die ganze Nacht andauern, so der Präsident auf der Plattform X.

"Schreie, weinende Kinder, Blut"

"Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden", meinte Verkehrsminister Óscar Puente.

Die Szenen direkt nach dem Aufprall waren erschütternd. Eine junge Frau beschrieb in einem Interview mit dem spanischen TV-Sender RTVE die dramatischen Ereignisse: "Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft. Es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren." Ein weiterer Passagier, der Journalist Salvador Jiménez, verglich die Erschütterungen mit einem Erdbeben, wie RTVE berichtet.

Viele Passagiere waren nach dem Unfall stundenlang in den Zügen eingeschlossen. Feuerwehrleiter Paco Carmona sprach von einem besonders schwierigen Einsatz. Das Gebiet rund um Adamuz sei schwer zugänglich, und die Zerstörung der Züge habe das Chaos noch verstärkt. "Offene Brüche, Blut, Chaos – es war alles andere als schön", schilderte Carmona die herausfordernde Situation, wie RTVE berichtet.

Trauer und Rätsel um die Ursache

dpa-Angaben zufolge war der Iryo-Zug mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva.

Die genaue Ursache des Unfalls ist aktuell unklar und wirft Fragen auf. Verkehrsminister Óscar Puente bezeichnete den Unfall als "extrem ungewöhnlich", da die Strecke, auf der der Vorfall geschah, erst kürzlich für 700 Millionen Euro renoviert wurde und mit modernsten Sicherheitssystemen ausgestattet sei. Diese hätten eigentlich derartige Unfälle verhindern sollen, selbst wenn ein Lokführer einen Fehler macht. Ingenieur Jorge Trigueros zeigte sich ebenfalls überrascht und betonte, dass die Sicherheitsvorkehrungen solche Kollisionen zuverlässig vermeiden sollten, wie RTVE berichtet.

Am Montagmorgen (19. Januar) lagen nach amtlichen Angaben noch mehr als 70 Verletzte in sechs umliegende Krankenhäuser. Einige mussten direkt notoperiert werden. Die Identifizierung der Opfer begann ebenfalls in der Nacht, Informationen zu ihrer Identität oder Herkunft lagen zunächst nicht vor. Das Rote Kreuz leistete psychologische Betreuung für traumatisierte Passagiere und ihre Angehörigen, die in Bahnhöfen wie Atocha in Madrid oder Huelva verzweifelt auf Nachrichten ihrer Liebsten warteten, wie aus einer Mitteilung des Notdienstes hervorgeht.

"Nacht tiefen Schmerzes"

Politische und gesellschaftliche Reaktionen folgten schnell. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerte sich betroffen und versprach schnelle Hilfe: "Heute ist eine Nacht tiefen Schmerzes für unser Land", schrieb er auf der Plattform X. Auch das spanische Königshaus sowie die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus. Von der Leyen schrieb gemäß ihrer Erklärung auf X: "In dieser Nacht seid ihr in meinen Gedanken."

In der 4000-Einwohner-Gemeinde Adamuz zeigte sich eine Welle der Solidarität. Freiwillige Helfer unterstützten die Rettungsarbeiten, brachten Decken, Medikamente und Lebensmittel ins Gemeindezentrum. Rafaela, die Besitzerin eines örtlichen Supermarkts, öffnete auch in der Nacht ihr Geschäft, um die Helfer und Überlebenden zu versorgen. "Heute schläft hier niemand!", sagte sie gemäß einem Bericht von RTVE.

Das spanische Hochgeschwindigkeitsnetz, das für seine Zuverlässigkeit und moderne Technik bekannt ist, gerät durch den Unfall in den Fokus. Die Strecke zwischen Madrid und Andalusien, eine der wichtigsten des Landes, bleibt mindestens bis Montag (19. Januar) gesperrt. Tausende Reisende mussten ihre Pläne ändern, viele verbrachten die Nacht in Bahnhöfen, während sie auf alternative Transportmöglichkeiten warteten, wie RTVE berichtet. Die Tragödie weckte zudem Erinnerungen an ein weiteres verheerendes Bahnunglück in Spanien: Am 24. Juli 2013 war ein Zug in Angrois, wenige Kilometer vor Santiago de Compostela, mit überhöhter Geschwindigkeit entgleist. Damals kamen 80 Menschen ums Leben.

Die Bahnunternehmen Renfe und Trenitalia stehen nun vor schwierigen Fragen. Experten und Behörden untersuchen intensiv, wie es zu einem solch tragischen Unfall kommen konnte. Die Ermittlungen umfassen dabei nicht nur technische Aspekte, sondern auch die Rolle von menschlichem Versagen und mögliche externe Faktoren.