Update vom 05.05.2026: Schiffspassagiere können vorerst nicht von Bord
Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff können die Passagiere nicht wie ursprünglich geplant auf Kap Verde von Bord gehen. Es gebe noch keinen gesicherten Zielort, jedoch werde eine Weiterfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln geprüft, teilte der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mit. Für drei Menschen sei eine medizinische Evakuierung über Kap Verde, eine Inselgruppe vor der Westküste Afrikas, geplant. Derzeit liegt das Schiff dort vor dem Hafen der Hauptstadt Praia.
Auf den Kanaren, etwa in Las Palmas auf Gran Canaria oder auf Teneriffa, könnten bei einer Landung weitere medizinische Untersuchungen stattfinden, erklärte die Reederei. Diese könnten unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und niederländischer Gesundheitsbehörden stattfinden. "Dies muss noch bestätigt werden", schränkte die Reederei am späten Montagabend (4. Mai 2026) ein. Die Stimmung an Bord der "Hondius" sei "ruhig" und die knapp 150 Passagiere seien "insgesamt gefasst", hieß es.
Das Kreuzfahrtschiff mit 61 Besatzungsmitgliedern hatte sich vor einigen Wochen auf den Weg von Argentinien nach Kap Verde gemacht. Unterwegs kam es dann zu mehreren Todesfällen. Bislang sind drei Passagiere der "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher.
Infektion in der Regel über Kot von Nagetieren
Bei der toten Niederländerin wurde das Hantavirus nachgewiesen, wie die Reederei unter Berufung auf die WHO erklärte. Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt am Hantavirus erkrankt und wird auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Zudem gibt es an Bord Verdachtsfälle auf das Hantavirus. Zwei Besatzungsmitglieder seien erkrankt, teilte die Reederei mit.
Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren nehmen häufig Schaden. Zu Infektionen kann es beim Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren kommen. Laut WHO wird der Erreger in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen.
Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse. Ein Ausbruch auf einem Schiff ist ungewöhnlich. Wie derWDR unter Berufung auf eine WHO-Expertin berichtet, hätte ein Infizierter an Bord der "Hondius" jedoch andere Menschen angesteckt. Zuvor hatte die Bild berichtet.
Kein größeres Risiko laut WHO
Die WHO sieht jedenfalls kein größeres Risiko für die breite Öffentlichkeit. Die Organisation unterstützt nach eigenen Angaben die Passagiere und die Crew. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.
Ursprungsmeldung vom 04.05.2026: Drei Tote nach Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff - darunter ein Deutscher
Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich an einer Infektion verstorben. Zwei der Verstorbenen seien Niederländer, erklärte das niederländische Außenministerium. Nach Angaben aus der Bundesregierung ist auch ein deutscher Passagier gestorben. Wie es aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß, handelt es sich bei einem der drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werde man sich jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern.
Den Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums zufolge, starb ein 70-jähriger Niederländer auf dem Schiff. Seine 69-jährige Ehefrau brach am Flughafen in Johannesburg zusammen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und verstarb dort.
Schwere Verläufe nach Infektion mit Hantavirus in Deutschland selten
Weitere drei Menschen sind vermutlich infiziert, darunter ein britischer Patient, der in Südafrika intensivmedizinisch betreut wird, wie die WHO in Genf und die südafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten sind Crew-Mitglieder, die ebenfalls an Bord medizinische Notfallversorgung benötigten, so der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Einige Fälle wurden zunächst als Verdachtsfälle eingestuft, der Labornachweis stand noch aus.
Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere Verläufe können tödlich enden, treten nach Informationen des Gesundheitsministeriums in Deutschland jedoch selten auf.
Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, gab eine gewisse Entwarnung: "Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering." Reisebeschränkungen seien nicht notwendig. Hantavirus-Infektionen seien selten und hingen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen, hieß es weiter. Erkrankungen verliefen zwar in manchen Fällen schwerwiegend, das Virus sei jedoch nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.
Ursache bislang unklar: Ansteckung über Luft oder Bisse von Nagetieren
Der niederländische Schiffsbetreiber erklärte, er könne zur möglichen Ursache bislang nichts sagen. Ein Ausbruch in einer solchen Umgebung gilt als ungewöhnlich: Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse.
In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen den Gesundheitsbehörden zufolge von Jahr zu Jahr. Sie hängt davon ab, wie viele Nagetiere es gibt, die den Erreger übertragen können. Dazu gehören etwa Rötelmäuse. Gibt es für sie viel zu fressen, was wiederum mit Niederschlägen im Vorjahr zusammenhängt, können sie sich stark vermehren - im Zuge dessen gibt es auch mehr Hantavirus-Fälle beim Menschen. Im Jahr 2024 zählte das Robert Koch-Institut 423 Erkrankungen, im Jahr davor 337 Fälle. 2021 gab es ein Vielfaches dieser Fallzahlen.
Das Schiff von Oceanwide Expeditions bietet Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder. Laut Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen vor Kap Verde.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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