Ein Schäferhund neben dir im Flugzeug? Was nach Science-Fiction klingt, wird bei Ita Airways bald Realität. Eine italienische Lufthansa-Tochter durchbricht als erste Fluggesellschaft Europas eine jahrzehntelange Regel und erlaubt Hunde bis 30 Kilogramm in der Kabine. Bisher mussten größere Vierbeiner wie Dalmatiner oder Bullterrier zwangsläufig in den Frachtraum – eine oft traumatische Erfahrung für die Tiere durch Enge, Lärm und extreme Temperaturen.
Viele Hundebesitzer verzichteten deshalb komplett auf Flugreisen oder fuhren lieber stundenlang mit dem Auto. Die neue Regelung könnte das grundlegend ändern, auch wenn der Platz für den vierbeinigen Passagier extra bezahlt werden muss.
Schäferhunde im Flugzeug: Italienische Airline bricht mit Tradition
Zunächst startet das Angebot nur auf Inlandsflügen in Italien, wo die Flugaufsichtsbehörde Enac bereits zugestimmt hat. Die Vorschriften sind streng: Maulkorb, Leine und ein spezieller Fensterplatz auf saugfähigem Teppich sind Pflicht. Der Hundebesitzer sitzt direkt daneben. Während Ita Airways mit dem Argument wirbt, Haustiere seien heute "Teil der Familie", müssen sich auch andere Passagiere auf die neue Situation einstellen.
Wer Angst vor Hunden hat oder allergisch reagiert, darf allerdings den Platz wechseln. Die Kosten für Hundetransporte im Flugzeug schwanken dramatisch: Von 60 Euro bei der Lufthansa bis zu 7515 Euro bei der Premium-Airline Bark Air. Tierärzte warnen zudem vor den Gesundheitsrisiken, besonders für kurzköpfige Rassen wie Möpse.
Wer bei der Flugbuchung sparen möchte, sollte übrigens weniger auf den perfekten Buchungszeitpunkt achten als vielmehr auf den richtigen Abreisetag. Der im Februar 2026 veröffentlichte Air Hacks Report von Expedia zeigt, dass der Abreisetag mittlerweile einen deutlich größeren Einfluss auf den Flugpreis hat als der Buchungszeitpunkt. Flexible Reisende können durch die Wahl des richtigen Wochentags erheblich sparen.
Ita Airways: Große Hunde bis 30 Kilo dürfen in die Kabine
Als erste Fluggesellschaft in Europa lässt die italienische Lufthansa-Tochter Ita Airways in ihren Maschinen größere Hunde an Bord. Künftig sollen in Ita-Flugzeugen Haustiere bis zu einem Gewicht von 30 Kilogramm mitfliegen dürfen, kündigte die Fluglinie in Rom an. In diese Gewichtsklasse können zum Beispiel folgende Rassen fallen:
- Schäferhunde
- Dalmatiner
- Bullterrier
Der Platz für den Vierbeiner muss extra bezahlt werden.
Ita-Chef: Hunde inzwischen vielfach "Teil der Familie"
Bislang gilt bei den meisten Fluggesellschaften ein Maximalgewicht von acht Kilogramm. Bei Ita sind jetzt schon Hunde bis zu zehn Kilo erlaubt. Das Vorhaben für noch schwerere Tiere gilt einigen in der Branche als Pilotprojekt. Vonseiten des Mutterkonzerns hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur, aktuell gebe es für die Lufthansa keine solchen Pläne. "Unsere Airlines entscheiden grundsätzlich eigenständig, wenn es um Details zum Produktangebot geht." Zunächst ist das Angebot nur auf Inlandsflüge innerhalb Italiens begrenzt. Die nationale Flugaufsichtsbehörde Enac hat bereits die Erlaubnis erteilt. Für die Mitnahme gelten folgende Vorschriften:
- Die Hunde müssen einen Maulkorb tragen
- Die Tiere müssen angeleint sein
- Ihnen wird immer ein Fensterplatz zugeteilt
- Sie nehmen auf einem besonders saugfähigen Teppich auf dem Boden Platz
- Der Besitzer bekommt den Platz daneben
Ita begründet die Neuerung mit dem Wunsch vieler Passagiere, auf Urlaubsreisen ihre Tiere mit in die Maschine zu nehmen. Ihr deutscher Geschäftsführer Joerg Eberhart sagte, Haustiere seien heutzutage vielfach "Teil der Familie". "Wir möchten, dass jede Reise gemeinsam begonnen und beendet werden kann, ohne Trennungen."
Passagiere mit Angst vor Hunden dürfen wechseln
Bislang müssen größere Hunde auf Flugreisen in einem Käfig im Gepäckraum verstaut werden, zusammen mit den Koffern. Dies kann für Tiere durch die Enge, den Lärm und die Temperaturen eine traumatische Erfahrung sein. Viele Hundebesitzer fahren deshalb auch lange Strecken lieber mit dem Auto, lassen die Tiere zurück oder verzichten ganz auf Reisen.
Allerdings dürfte es auch nicht jedem gefallen, wenn künftig große Hunde an Bord sind. Nach einem Testflug vor einigen Monaten von Mailand nach Rom kündigte Ita bereits an, dass Passagiere den Sitzplatz wechseln dürfen, wenn sie Angst vor Hunden oder eine Allergie haben.
An der ehemaligen Alitalia ist die Lufthansa seit vergangenem Jahr mit 41 Prozent beteiligt, sie will ihre Anteile aber aufstocken. Mehrheitseigner ist bislang weiterhin der italienische Staat. Einen genauen Termin, wann der erste Linienflug mit großen Hunden an Bord starten wird, gibt es noch nicht.
Hundereise kann teuer werden: Gebühren zwischen 60 und 7500 Euro
Wer seinen Vierbeiner mit auf Reisen nehmen möchte, muss je nach Fluggesellschaft tief in die Tasche greifen. Die Kosten variieren laut dem Luftfahrtportal Aero International erheblich:
- Lufthansa: ab 60 Euro pro Strecke für kleine Hunde in der Kabine
- Air France: zwischen 70 Euro innerhalb Europas und bis zu 200 Euro auf Langstreckenflügen
- Condor: ab 79,99 Euro für die Kabinenbeförderung, größere Tiere im Frachtraum nach Gewicht gestaffelt
Besonders kostspielig wird es bei internationalen Verbindungen. Turkish Airlines berechnet für Inlandsflüge in der Kabine nur 5,50 Euro, auf internationalen Strecken können jedoch bis zu 170 Euro fällig werden. Im Frachtraum steigen die Gebühren auf bis zu 210 Euro. Manche Airlines behandeln Hunde als Übergepäck und berechnen nach Gewicht, andere verlangen eine Pauschalgebühr unabhängig von der Größe des Tieres.
Tierärzte warnen: Frachtraum kann für Hunde lebensgefährlich werden
Zum Vergleich: Die neue Premium-Airline "Bark Air", die speziell für Hunde konzipiert wurde, verlangt für einen Flug bis zu 7515 Euro. Dieser extreme Preisunterschied zeigt, welchen Stellenwert Komfort und stressfreies Reisen für Haustiere mittlerweile haben kann. Für die meisten Hundebesitzer bleibt jedoch die klassische Beförderung mit Kosten zwischen 50 und 300 Euro die realistische Option.
Der Transport im Gepäckraum eines Flugzeugs kann für Hunde zu einer erheblichen gesundheitlichen Belastung werden. Tierärzte warnen laut den Tiermedizinern von AniCura vor allem vor den Risiken für kurzköpfige Rassen wie Möpse oder Pekinesen, die aufgrund ihrer Anatomie bereits unter normalen Bedingungen Atemprobleme haben. Folgende Risikofaktoren können zu lebensbedrohlichen Kreislaufproblemen führen:
- Durch den Transport verursachter Stress
- Hohe Temperaturen an Flughäfen
- Enge in der Transportbox
Was bei Hunden im Flugzeug beachtet werden muss
Experten empfehlen daher, nur mit gesunden und jungen bis mittelalten Hunden zu fliegen. Ältere Tiere oder solche mit bestehenden Gesundheitsproblemen sollten dem Reiseportal Ab-in-den-Urlaub zufolge von Flugreisen ausgeschlossen werden. Ein Tierarztbesuch vor der Buchung ist unerlässlich, um festzustellen, ob das Tier überhaupt flugtauglich ist. Besonders stressempfindliche oder ängstliche Hunde können während des Fluges in Panik geraten, was zusätzliche Risiken birgt. Um den Stress zu minimieren, empfehlen Tierärzte folgende Maßnahmen:
- Ausreichend Auslauf vor dem Flug
- Reduzierte Futterration, um Übelkeit zu vermeiden
- Verzicht auf Beruhigungsmittel
Von Beruhigungsmitteln wird laut dem Versicherer Agila zunehmend abgeraten, da diese Nebenwirkungen wie Kreislaufprobleme verursachen können. Viele Hundebesitzer entscheiden sich nach Rücksprache mit dem Tierarzt lieber für alternative Reisemöglichkeiten mit dem Auto oder verzichten ganz auf Fernreisen mit ihrem Tier.
Assistenzhunde fliegen kostenlos: Doch nicht jeder Begleiter zählt
Während normale Haustiere strengen Gewichtsbeschränkungen und Gebühren unterliegen, genießen Assistenzhunde bei den meisten Fluggesellschaften besondere Privilegien. Diese speziell ausgebildeten Tiere dürfen laut der Airline Condor kostenlos in der Kabine mitfliegen und nehmen im Fußbereich ihres Besitzers Platz, ohne dass dafür ein extra Sitzplatz gebucht werden muss. Folgende Bedingungen gelten dabei:
- Die Tiere müssen unter ständiger Kontrolle bleiben
- Sie dürfen weder den Gang noch andere Passagiere blockieren
Doch nicht alle Tiere, die als Begleiter dienen, werden gleich behandelt. Seit einigen Jahren haben mehrere Airlines ihre Regelungen verschärft: Sogenannte "Emotional Support Animals", also Tiere zur emotionalen Unterstützung, werden nicht mehr als Assistenzhunde anerkannt. Folgende Airlines haben ihre Regelungen angepasst:
- Lufthansa
- Austrian Airlines
- Finnair
Sie folgen damit den Vorgaben des US-amerikanischen Verkehrsministeriums, das diese Kategorie 2021 abgeschafft hat. Diese Tiere müssen nun zu den üblichen Bedingungen als normale Haustiere transportiert werden.
Die Unterscheidung sorgt für Diskussionen: Während echte Assistenzhunde wie Blindenführhunde eine jahrelange Ausbildung durchlaufen und auf ruhiges Verhalten in Stresssituationen trainiert sind, fehlt bei emotionalen Begleittieren oft diese Qualifikation. Airlines verlangen daher spezielle Formulare und Nachweise, die mindestens 48 Stunden vor Abflug eingereicht werden müssen. Für Passagiere mit echten Assistenzhunden bedeutet dies:
- Rechtzeitig anmelden (mindestens 48 Stunden vor Abflug)
- Alle erforderlichen Dokumente bereithalten
- Spezielle Formulare ausfüllen
Darüber hinaus stehen bei der Lufthansa 2026 zahlreiche Änderungen an. Der Bordservice wird mit drei warmen Gerichten in der Premium Economy erweitert, und ab dem zweiten Halbjahr erhalten viele Flugzeuge Highspeed-Internet über den Satellitendienst Starlink. Auch Amenity Kits sollen künftig in der Economy-Klasse angeboten werden, was den Komfort auf Langstreckenflügen deutlich erhöht.
Beim Handgepäck gelten mittlerweile strenge Regeln für elektronische Geräte. Powerbanks dürfen ausschließlich im Handgepäck mitgeführt werden, allerdings mit strengen Kapazitätsgrenzen: Maximal zwei Akkus mit jeweils bis zu 100 Wattstunden sind pro Passagier erlaubt. Bei einigen Airlines wie Wizz Air ist sogar die Nutzung und das Aufladen von Geräten über Powerbank an Bord komplett verboten. Bei der US-Fluggesellschaft Southwest Airlines müssen übergewichtige Passagiere seit Januar 2026 neue Richtlinien beachten. Personen, die nicht vollständig zwischen die heruntergeklappten Armlehnen eines Sitzes passen, müssen künftig zwei Sitzplätze buchen und bezahlen. Rückerstattungen sind nur noch unter strengen Bedingungen möglich, etwa wenn beide Sitzplätze in derselben Buchungsklasse erworben wurden und der Antrag innerhalb von 90 Tagen nach dem Flug gestellt wird.