Update vom 07.05.2026, 19.55 Uhr: Corona-Vergleich angebracht? Experten mit Einschätzung

Der Ausbruch des Hantavirus auf einer Kreuzfahrt sorgt in immer mehr Ländern für Besorgnis. Bei einem Zwischenstopp des Schiffes "Hondius" verließen nach dem ersten Todesfall noch 29 Passagiere das Schiff. Sie kamen aus etwa zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, teilte der Reiseveranstalter Oceanwide Expeditions mit.

"Dies ist eine ernste Lage, aber die WHO betrachtet das Risiko für die öffentliche Gesundheit als gering", sagte der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Da die Inkubationszeit sechs Wochen beträgt, schließt die WHO weitere Fälle nicht aus. "Dies ist nicht der Beginn einer Pandemie", betonte die amtierende Nothilfekoordinatorin, Maria van Kerkhove.

Drei Menschen durch Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff gestorben

Ein Vergleich mit dem Beginn der Coronapandemie vor sechs Jahren sei nicht angebracht. "Dies ist ein ganz anderes Virus", sagte van Kerkhove. "Es handelt sich um einen Ausbruch auf einem Schiff. Das ist ein begrenzter Raum. (...) Das ist nicht dieselbe Situation wie vor sechs Jahren. Dieses Virus verbreitet sich nicht auf dieselbe Weise wie Coronaviren."

Bei fünf Infizierten wurde das Hantavirus inzwischen nachgewiesen, so die WHO. Dazu kommen drei Verdachtsfälle. Drei Personen sind verstorben - ein älteres niederländisches Ehepaar und eine deutsche Frau. Dem Patienten auf der Intensivstation in Südafrika geht es nach Angaben der WHO besser, zwei Crew-Mitgliedern, die in Amsterdam behandelt werden, sind stabil. Es handelt sich um einen Niederländer (41) und einen Briten (56). Sie wurden zusammen mit einer Deutschen am Mittwoch vom Schiff evakuiert.

Die 65-jährige Frau befindet sich in Düsseldorf im Krankenhaus. Sie hatte zu einem der Opfer an Bord des Schiffes engen Kontakt. Sie zeigt nach Angaben der Behörden jedoch keine Symptome. Bei einer Stewardess, die mit einem der ersten Opfer in Kontakt war, wurde das Virus bislang noch nicht nachgewiesen, sagte van Kerkhove. Sie ist in Amsterdam im Krankenhaus. Die Stewardess hatte sich um die infizierte Frau gekümmert, die mit einem KLM-Flug von Johannesburg nach Amsterdam fliegen wollte. Doch die Crew nahm sie wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes nicht mit. Die Frau starb einen Tag später im Krankenhaus. Die niederländischen Gesundheitsbehörden haben nach eigenen Angaben Kontakt zu allen Personen an Bord des KLM-Fluges aufgenommen.

Immer noch Passagiere an Bord des Kreuzfahrtschiffes - laut WHO alle symptomfrei

An Bord des Kreuzfahrtschiffes zeigt nach Angaben der WHO niemand zurzeit Symptome einer Infektion. Es hat Kurs auf Teneriffa auf den Kanarischen Inseln genommen und soll am Wochenende im Hafen von Granadilla im Süden der Insel ankommen. Auch für die Bewohner der Kanarischen Inseln sei das Risiko gering, betonte Tedros. Es würden alle erdenklichen Maßnahmen getroffen, um weitere Ansteckungen zu verhindern.

Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge und hat knapp 150 Menschen an Bord. Es lag tagelang vor Kap Verde vor Anker, durfte dort aber nicht anlegen, als der Verdacht von Hantavirus-Infektionen an Bord aufkam. 29 Passagiere des Kreuzfahrtschiffes verließen am 24. April auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans das Schiff. Das war den Angaben zufolge gut zehn Tage vor der Bestätigung des ersten Hantavirus-Falls.

Auch die niederländische Frau, die wenig später in Johannesburg an dem Virus starb, verließ auf der Insel das Schiff. Etwa zwei Wochen zuvor war bereits ihr Mann an Bord gestorben. Zum Zeitpunkt des Zwischenstopps war jedoch unklar, dass das Hantavirus möglicherweise die Ursache war. Auch ein Schweizer hatte in St. Helena das Schiff verlassen. Er ist jetzt ebenfalls mit dem Virus infiziert und befindet sich in einer Klinik in Zürich. Sein Zustand ist stabil, berichtet das Krankenhaus. In Großbritannien befinden sich zwei Passagiere in Selbstisolation. Auch sie hatten das Schiff laut der Nachrichtenagentur PA auf St. Helena verlassen. Sie weisen den Behörden zufolge keine Symptome auf.

"Die Menschen fühlen sich sehr miteinander verbunden"

An Bord der "Hondius" befinden sich zwei auf Infektionskrankheiten spezialisierte niederländische Ärzte sowie zwei Epidemiologen, teilten WHO und der Veranstalter mit. Die Stimmung an Bord sei gut, sagte eine Sprecherin der Reederei. "Die Menschen fühlen sich sehr miteinander verbunden", sagte sie der Nachrichtenagentur ANP. Auf Teneriffa sollen alle Menschen an Bord untersucht und getestet werden.

Wenn sie keine Symptome aufweisen, könnten sie nach Angaben des Veranstalters in ihre Heimatländer zurückkehren. An Bord sind auch sechs Deutsche. Unklar ist jedoch noch, wie die Heimreise organisiert wird. Das britische Außenministerium organisiert der Nachrichtenagentur PA zufolge einen Charterflug, um symptomfreie Briten nach Hause zu bringen. Die 14 Spanier an Bord sollen von Teneriffa aus mit einer Militärmaschine nach Madrid geflogen werden und dort in dem Krankenhaus Gómez Ulla, das über eine Isolationsabteilung verfügt, in Quarantäne gehen.

Gesundheitsministerin Mónica García sagte in einem Interview mit dem Sender Cadena Ser, sie rechne auf Freiwilligkeit der Betroffenen, notfalls bestünden jedoch auch die gesetzlichen Voraussetzungen für eine obligatorische Quarantäne. Die Länge dieser Isolierung hänge davon ab, wann die Menschen zuletzt Kontakt zu Infizierten gehabt hätten, fügte die Ministerin im Hinblick auf die lange Inkubationszeit von bis zu 45 Tagen hinzu.

Argentinische Forscher sollen Nager auf Virus untersuchen

Zwar kann das Hantavirus mithilfe eines PCR-Tests oder eines Antikörpertests nachgewiesen werden. Diese Verfahren sind jedoch nicht absolut sicher. Quarantäne und Symptombeobachtung gelten daher als die sichersten Methoden, um eine mögliche Übertragung zu verhindern oder eine Infektion früh zu erkennen. Eine Impfung oder ein Medikament gegen Hantaviren gibt es derzeit nicht.

Forscher in Argentinien sollen nun die Frage nach dem Ursprung der Infektionen klären. In Ushuaia ganz im Süden des Landes, wo die "Hondius" am 1. April aus in See gestochen war, sollen Nagetiere eingefangen und auf das Virus untersucht werden, wie die Regierung in Buenos Aires mitteilte. Hantaviren werden meist durch infizierte Nager wie Ratten oder Mäuse übertragen.

Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) handelt es sich bei den auf dem Kreuzfahrtschiff festgestellten Infektionen um den Andes-Typ des Virus. Das niederländische Paar, das die ersten Symptome zeigte und später an der Infektion starb, war nach Angaben der argentinischen Regierung bereits seit vergangenem Jahr in der Region unterwegs.

Update vom 07.05.2026, 13.03 Uhr: Stewardess aus KLM-Maschine ebenfalls mit Hanta-Virus infiziert

Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" hatte noch vor der Entdeckung des Hantavirus einen Zwischenstopp eingelegt, bei dem laut dem Veranstalter Oceanwide Expeditions 29 Passagiere das Schiff verlassen hatten. Diese Passagiere seien am 24. April 2026 auf der britischen Insel St. Helena im Süden des Atlantischen Ozeans von Bord gegangen. Dies geschah den Angaben nach gut zehn Tage, bevor der erste Hantavirus-Fall bestätigt wurde. Auch die niederländische Frau, die kurz darauf in Johannesburg an dem Virus verstarb, verließ das Schiff auf der Insel.

Etwa zwei Wochen zuvor war bereits ihr Mann an Bord gestorben. Die 69-Jährige wollte am 25. April 2026 in Johannesburg mit dem KLM-Flug nach Amsterdam zurückfliegen. Doch angesichts ihres schlechten Gesundheitszustandes hatte die Crew laut einem Bericht der KLM entschieden, sie nicht mitzunehmen. Die Frau musste demnach das Flugzeug verlassen. Sie starb einen Tag später in einem Krankenhaus.

Sanitäter begleiten eine Verdachtsperson vom Flugzeug auf dem Weg zum Krankenhaus.
Peter Dejong/AP/dpa

Eine Stewardess, die in direktem Kontakt zu der Frau stand, ist mit Krankheitssymptomen in ein Krankenhaus in Amsterdam eingeliefert worden. Die Flugbegleiterin habe leichte Symptome und befinde sich in Isolation. Sie werde nun auf das Hantavirus getestet. Zum Zeitpunkt des Zwischenstopps war jedoch unklar, ob das Hantavirus möglicherweise die Ursache war.

Zahlreiche Passagiere steigen in St. Helena aus - Mann wegen Virus in Klinik 

Auch ein Schweizer hatte in St. Helena das Schiff verlassen. Er ist nun ebenfalls mit dem Virus infiziert und befindet sich derzeit in einer Klinik in Zürich. Die ausgestiegenen Passagiere stammten den Angaben zufolge aus etwa zwölf Ländern, darunter auch ein Deutscher. Der Veranstalter hat nach eigenen Angaben alle Passagiere informiert. Laut dem niederländischen Außenministerium leiten nun die Gesundheitsbehörden Großbritanniens zusammen mit der Weltgesundheitsorganisation WHO die Untersuchung, ob Passagiere mögliche Symptome aufweisen. Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge, weshalb auch das Land für die Lage an Bord verantwortlich ist.

Das zweite Evakuierungsflugzeug mit einem kranken Crew-Mitglied des vom Hantavirus betroffenen Kreuzfahrtschiffes ist indes auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol gelandet. Der Patient wurde laut Behördenangaben in ein Krankenhaus eingeliefert. Insgesamt waren am Mittwoch drei Personen von Bord des Schiffes, das zu diesem Zeitpunkt vor Kap Verde lag, evakuiert worden. Zwei kranke Besatzungsmitglieder, ein Brite (56) und ein Niederländer (41), sowie eine deutsche Frau (65). Eines der beiden Crew-Mitglieder sowie die deutsche Frau waren mit dem ersten Evakuierungsflugzeug am Abend am Flughafen Schiphol eingetroffen.

Der zweite Flug musste wegen technischer Probleme auf Gran Canaria zwischenlanden und konnte erst am frühen Morgen seine Reise nach Amsterdam fortsetzen. Die Deutsche wurde nach der Landung am Mittwochabend nach Düsseldorf in eine Klinik gebracht. Sie zeigt keine Krankheitssymptome, stand jedoch in engem Kontakt zu der deutschen Frau, die am 2. Mai an Bord des Schiffes gestorben war, möglicherweise am Hantavirus. Das kranke Crew-Mitglied wurde in die Universitätsklinik von Leiden gebracht. Unklar war zunächst, ob es sich um den Briten oder den Niederländer handelte.

Update vom 06.05.2026: Auch Deutsche nach Hantavirus-Infektionen von Kreuzfahrtschiff geholt

Nach mehreren Tagen der Ungewissheit auf dem vom Hantavirus-Ausbruch getroffenen Kreuzfahrtschiff "Hondius" gibt es endlich Aussicht für die rund 150 Menschen an Bord. Spanien erteilte dem unter niederländischer Flagge fahrenden Schiff die Erlaubnis, einen Hafen auf den Kanarischen Inseln anzusteuern – wahrscheinlich die Ferieninsel Teneriffa.

Drei Menschen wurden inzwischen unter medizinischer Begleitung von Bord des Schiffes geholt, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das niederländische Außenministerium mitteilten. Sie seien mit zwei Spezialflugzeugen auf dem Weg in die Niederlande.

06.05.2026, Südafrika, Praia: Das Kreuzfahrtschiff "Hondius" liegt im Hafen von Praia, der Hauptstadt von Kap Verde, vor Anker. Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf dem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich nach einer Infektion gestorben.
Elton Monteiro/XinHua/dpa

Laut Ministerium gehört dazu eine 65-jährige Deutsche, die in engem Kontakt mit der deutschen Frau stand, die an Bord gestorben war. Die 65-Jährige soll in einer Klinik in Düsseldorf untersucht werden. Sie zeigt bisher keine Symptome.

Hantavirus-Kontaktperson kommt zur Kontrolle nach Düsseldorf - kein bestätigter Nachweis einer Infektion

Die Feuerwehr Düsseldorf und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) übernehmen gemeinsam den Transport nach Deutschland und die vorsorgliche medizinische Untersuchung, berichtete das Klinikum. Man gehe davon aus, dass die betreffende Person nicht infiziert sei. "Es handelt sich um eine Kontaktperson ohne bestätigten Nachweis einer Hantavirus-Infektion. Die Aufnahme erfolgt rein vorsorglich zur medizinischen Abklärung", betonte das Klinikum. Zur betroffenen Person machte die Klinik keine Angaben.

Die beiden anderen Menschen sind Mitglieder der Crew. Ein Brite (56) und ein Niederländer (41) sind laut Reederei krank und benötigen dringend medizinische Hilfe.

Seit Tagen liegt das kleine Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde vor Anker, nachdem es vom seltenen Hantavirus getroffen worden war. Drei Menschen sind bisher gestorben, darunter auch eine deutsche Frau. Mehrere Menschen sind erkrankt.

Streit in Spanien um Hantavirus-Schiff

Die restlichen Passagiere werden laut der spanischen Gesundheitsministerin Mónica García auf dem Kreuzfahrtschiff zur Kanaren-Insel Teneriffa reisen, wo sie voraussichtlich innerhalb von drei bis vier Tagen ankommen werden. Auf Teneriffa gibt es eine auf Epidemien spezialisierte Klinik. Dort sollen Besatzung und Passagiere untersucht und gegebenenfalls medizinisch versorgt werden. Später könnten sie in ihre jeweiligen Heimatländer zurückkehren.

Spanien hatte eigenen Angaben zufolge in Abstimmung mit der WHO und der EU gemäß internationalem Recht und humanitären Prinzipien entschieden, dem Schiff die Erlaubnis zum Anlegen zu erteilen.

Doch auf den Kanarischen Inseln sorgte die geplante Ankunft des Schiffes für Aufregung. Der Präsident der Kanaren, Fernando Clavijo, protestierte gegen das Vorhaben der spanischen Zentralregierung und der WHO. Er beklagt "fehlende Transparenz" und fordert ein "dringendes Treffen" mit Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez. Ministerin García wies jedoch alle Befürchtungen zurück und versicherte, die Aktion berge kein Risiko für die Kanaren. Alle verbleibenden Personen an Bord seien asymptomatisch.

Gesundheitsrisiko laut WHO "niedrig"

Spanien werde alle ausländischen Betroffenen über einen europäischen Katastrophenschutzmechanismus in die jeweiligen Heimatländer zurückführen, erklärte García. Die Spanier sollen zunächst in ein Militärkrankenhaus in Madrid gebracht werden. Dort sollen sie medizinisch betreut werden und falls nötig auch einige Zeit in Quarantäne bleiben.

Die WHO betonte erneut, dass die Gefahr der Infizierung gering sei. "In dieser Phase bleibt das gesamte öffentliche Gesundheitsrisiko niedrig", so der WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X.

Die Ursache der Infektion und wie sich das Virus weiterverbreiten konnte, war zunächst unklar. Die WHO geht davon aus, dass sich das inzwischen gestorbene niederländische Ehepaar bereits an Land infiziert habe, bevor es in Argentinien an Bord ging. Inzwischen wurde in mindestens zwei Fällen die Andes-Variante des Virus nachgewiesen, bei der auch Infektionen von Mensch zu Mensch bei langem, direktem Kontakt möglich sind.

Niederländisches Opfer war noch im Flugzeug

Die infizierte niederländische Frau war kurz vor ihrem Tod noch in Johannesburg an Bord eines Flugzeugs gewesen und sollte nach Amsterdam zurückfliegen. Doch die Frau war so krank, dass die Crew entschieden habe, sie nicht mitzunehmen, teilte die Fluggesellschaft KLM in Amsterdam mit. Demnach musste die Frau das Flugzeug verlassen und starb einen Tag später im Krankenhaus von Johannesburg.

KLM war eigenen Angaben zufolge erst am Dienstagabend von den niederländischen Gesundheitsbehörden über ihren Tod informiert worden. Alle Passagiere des Fluges werden nun vorsorglich von den Behörden informiert.

Inzwischen gibt es einen weiteren Infektionsfall. Ein Passagier des Kreuzfahrtschiffes "Hondius" wurde nach seiner Rückkehr in die Schweiz positiv auf das Hantavirus getestet. Er wird im Universitätsspital Zürich behandelt.

Alarmstufe eins ab Anfang Mai

Der Mann war mit seiner Ehefrau Ende April aus Südamerika zurückgekehrt, die jedoch keine Symptome habe. Auch die Schweizer Behörden schätzen das Risiko für die Bevölkerung als gering ein.

Die Reise der "Hondius" hatte vor gut sieben Wochen in Ushuaia an der Südspitze Argentiniens begonnen und bot den Passagieren eine Traumreise mit zahlreichen Natur-Expeditionen bis nach Kap Verde vor der Westküste Afrikas. Als ein Niederländer am 11. April 2026 starb, wurde dies zunächst als Einzelfall betrachtet. Seine Frau verließ das Schiff, um mit ihrem toten Mann in die Niederlande zurückzukehren. Jedoch starb auch sie rund zwei Wochen später in Johannesburg. Am selben Tag wurde ein britischer Passagier an Bord schwer krank und liegt nun auf der Intensivstation in Südafrika.

Spätestens ab dem 2. Mai herrschte Alarmstufe eins. Dann starb die deutsche Frau an Bord und zwei Crewmitglieder erkrankten.

Stimmung an Bord gut

Für die verbleibenden 87 Passagiere und 61 Besatzungsmitglieder gelten nun Regeln, die an die Corona-Zeit erinnern. Abstand halten und Hände desinfizieren, sagte etwa eine 61-jährige Belgierin der belgischen Zeitung Het Laatste Nieuws: "Die Umstände sind ziemlich gut. Wir machen uns natürlich Sorgen um unsere kranken Passagiere."

Die Stimmung an Bord ist nach Angaben der Reederei gut. Einem jungen amerikanischen YouTuber wurde die Unsicherheit jedoch zu belastend. Er veröffentlichte ein emotionales Video auf seinem Account. "Die Unsicherheit ist nun am schwersten. Wir können nur hoffen, dass wir wieder sicher nach Hause kommen."

Update vom 05.05.2026: Schiffspassagiere können vorerst nicht von Bord

Nach einem möglichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff können die Passagiere nicht wie ursprünglich geplant auf Kap Verde von Bord gehen. Es gebe noch keinen gesicherten Zielort, jedoch werde eine Weiterfahrt in Richtung der Kanarischen Inseln geprüft, teilte der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions mit. Für drei Menschen sei eine medizinische Evakuierung über Kap Verde, eine Inselgruppe vor der Westküste Afrikas, geplant. Derzeit liegt das Schiff dort vor dem Hafen der Hauptstadt Praia.

Auf den Kanaren, etwa in Las Palmas auf Gran Canaria oder auf Teneriffa, könnten bei einer Landung weitere medizinische Untersuchungen stattfinden, erklärte die Reederei. Diese könnten unter Aufsicht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und niederländischer Gesundheitsbehörden stattfinden. "Dies muss noch bestätigt werden", schränkte die Reederei am späten Montagabend (4. Mai 2026) ein. Die Stimmung an Bord der "Hondius" sei "ruhig" und die knapp 150 Passagiere seien "insgesamt gefasst", hieß es.

Das Kreuzfahrtschiff mit 61 Besatzungsmitgliedern hatte sich vor einigen Wochen auf den Weg von Argentinien nach Kap Verde gemacht. Unterwegs kam es dann zu mehreren Todesfällen. Bislang sind drei Passagiere der "Hondius" gestorben, ein älteres niederländisches Ehepaar und ein Deutscher.

Infektion in der Regel über Kot von Nagetieren

Bei der toten Niederländerin wurde das Hantavirus nachgewiesen, wie die Reederei unter Berufung auf die WHO erklärte. Ein weiterer Passagier ist laborbestätigt am Hantavirus erkrankt und wird auf einer Intensivstation in Südafrika behandelt. Zudem gibt es an Bord Verdachtsfälle auf das Hantavirus. Zwei Besatzungsmitglieder seien erkrankt, teilte die Reederei mit.

Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Auch die Nieren nehmen häufig Schaden. Zu Infektionen kann es beim Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren kommen. Laut WHO wird der Erreger in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen.

Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut (RKI) erklärt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse. Ein Ausbruch auf einem Schiff ist ungewöhnlich. Wie derWDR unter Berufung auf eine WHO-Expertin berichtet, hätte ein Infizierter an Bord der "Hondius" jedoch andere Menschen angesteckt. Zuvor hatte die Bild berichtet.

Kein größeres Risiko laut WHO

Die WHO sieht jedenfalls kein größeres Risiko für die breite Öffentlichkeit. Die Organisation unterstützt nach eigenen Angaben die Passagiere und die Crew. Eine detaillierte epidemiologische Untersuchung sei im Gange.

Ursprungsmeldung vom 04.05.2026: Drei Tote nach Hantavirus-Infektion auf Kreuzfahrtschiff - darunter ein Deutscher

Nach einem ungewöhnlichen Ausbruch des Hantavirus auf einem kleinen Kreuzfahrtschiff im Atlantik sind gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) drei Menschen mutmaßlich an einer Infektion verstorben. Zwei der Verstorbenen seien Niederländer, erklärte das niederländische Außenministerium. Nach Angaben aus der Bundesregierung ist auch ein deutscher Passagier gestorben. Wie es aus dem Auswärtigen Amt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur hieß, handelt es sich bei einem der drei gestorbenen Passagiere um eine Person mit deutscher Staatsangehörigkeit. Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte werde man sich jedoch nicht weiter zu dem Einzelfall äußern. 

Den Angaben des südafrikanischen Gesundheitsministeriums zufolge, starb ein 70-jähriger Niederländer auf dem Schiff. Seine 69-jährige Ehefrau brach am Flughafen in Johannesburg zusammen, als sie versuchte, in ihre Heimat zurückzukehren. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und verstarb dort.

Schwere Verläufe nach Infektion mit Hantavirus in Deutschland selten

Weitere drei Menschen sind vermutlich infiziert, darunter ein britischer Patient, der in Südafrika intensivmedizinisch betreut wird, wie die WHO in Genf und die südafrikanischen Behörden mitteilten. Die anderen beiden Infizierten sind Crew-Mitglieder, die ebenfalls an Bord medizinische Notfallversorgung benötigten, so der Schiffsbetreiber Oceanwide Expeditions. Einige Fälle wurden zunächst als Verdachtsfälle eingestuft, der Labornachweis stand noch aus.

Das Hantavirus kann beim Menschen zu Fieber und schweren Atemwegserkrankungen führen. Häufig sind auch die Nieren betroffen. Schwere Verläufe können tödlich enden, treten nach Informationen des Gesundheitsministeriums in Deutschland jedoch selten auf.

Der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Henri Kluge, gab eine gewisse Entwarnung: "Das Risiko für die breite Öffentlichkeit ist weiterhin gering." Reisebeschränkungen seien nicht notwendig. Hantavirus-Infektionen seien selten und hingen in der Regel mit Kontakten zu infizierten Nagetieren zusammen, hieß es weiter. Erkrankungen verliefen zwar in manchen Fällen schwerwiegend, das Virus sei jedoch nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar.

Ursache bislang unklar: Ansteckung über Luft oder Bisse von Nagetieren

Der niederländische Schiffsbetreiber erklärte, er könne zur möglichen Ursache bislang nichts sagen. Ein Ausbruch in einer solchen Umgebung gilt als ungewöhnlich: Infizierte Nagetiere scheiden das Virus mit ihrem Kot, Urin oder Speichel aus, wie das Robert Koch-Institut schreibt. Menschen infizieren sich üblicherweise durch aufgewirbelten Staub – etwa beim Aufräumen eines staubigen Schuppens oder Dachbodens – oder durch Bisse.

In Deutschland schwankt die Zahl der Infektionen den Gesundheitsbehörden zufolge von Jahr zu Jahr. Sie hängt davon ab, wie viele Nagetiere es gibt, die den Erreger übertragen können. Dazu gehören etwa Rötelmäuse. Gibt es für sie viel zu fressen, was wiederum mit Niederschlägen im Vorjahr zusammenhängt, können sie sich stark vermehren - im Zuge dessen gibt es auch mehr Hantavirus-Fälle beim Menschen. Im Jahr 2024 zählte das Robert Koch-Institut 423 Erkrankungen, im Jahr davor 337 Fälle. 2021 gab es ein Vielfaches dieser Fallzahlen.

Das Schiff von Oceanwide Expeditions bietet Platz für 170 Passagiere und etwa 70 Besatzungsmitglieder. Laut Fahrplan des Schiffes war die "Hondius" von Ushuaia im Süden Argentiniens aufgebrochen. Nach Angaben verschiedener Ortungs-Websites befand sich das Schiff zuletzt vor seinem Zielhafen vor Kap Verde.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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