Update vom 09.01.2026, 18.31 Uhr: U-Haft-Antrag am Trauertag

Am offiziellen Trauertag für die 40 Todesopfer der Schweizer Brandkatastrophe von Crans-Montana haben die Justiz-Ermittlungen Fahrt aufgenommen. Für den französischen Betreiber der Bar im Skiort Crans-Montana, die in der Silvesternacht in Flammen stand, wurde Untersuchungshaft beantragt, wie die Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis mitteilte.

"Aufgrund seiner Aussagen, seines bisherigen Lebenslaufes sowie seiner persönlichen Situation in der Schweiz und im Ausland erachtete die Staatsanwaltschaft die Fluchtgefahr als konkret", teilte die Behörde weiter zu dem Gastronomen Jacques Moretti mit. Diese Gefahr gelte nicht für seine Frau, mit der er gemeinsam die Bar betrieben hatte.

Menschen zünden Kerzen an und legen Blumen vor der versiegelten Bar Le Constellation in Crans-Montana, in der ein verheerendes Feuer während der Silvesterfeierlichkeiten in den Schweizer Alpen Tote und Verletzte forderte.
Antonio Calanni/AP/dpa

Bei dem Inferno kamen 40 meist junge Menschen ums Leben, fast 120 wurden zum Teil schwer verletzt. Laut Ermittlern hatte eine funkensprühende Partyfontäne die Schaumstoffverkleidung der Decke der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana in Brand gesetzt.

Schweizer Bundespräsident über Inferno: "Undenkbar"

Zuvor gedachten die Schweiz und andere Nationen in einer bewegenden Trauerfeier im nahe gelegenen Martigny der Toten. Die Träume vieler junger Menschen seien vorzeitig in der Asche einer Nacht des Grauens zerstört worden, sagte der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin. Zugleich forderte er eine lückenlose Aufklärung des Geschehens. Verfehlungen seien "ohne Verzögerung und ohne Nachsicht" aufzudecken.

"Undenkbar" - mit diesem Wort beschrieb Parmelin in seiner Rede das Inferno. "Undenkbar, weil ein Land, dass sich als Hort der Korrektheit und der Zuverlässigkeit versteht, in der Lage sein muss, das Risiko zu erkennen, diesen allgegenwärtigen Schatten, der immer auf der Suche nach Schwachstellen auf der Lauer liegt", sagte der Politiker. Es gelte, Lehren zu ziehen und künftig für die größtmögliche Sicherheit in öffentlichen Einrichtungen zu sorgen, sagte Parmelin.

Der Regierungschef des Schweizer Kantons Wallis, Mathias Reynard, bat bei der Trauerfeier die Angehörigen um Entschuldigung. Aus Deutschland war Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) angereist. Elf Überlebende werden in deutschen Kliniken behandelt - unter anderem in Krankenhäusern in Baden-Württemberg.

Auch junge Fußballer unter den Opfern

Fast alle Todesopfer waren Teenager und junge Erwachsene - die jüngsten waren erst 14 Jahre alt. Unter den Toten sind auch neun junge Schweizer Fußballer aus Regionalvereinen. Das gab der Schweizer Fußball-Verband (SFV) am nationalen Trauertag für die Tragödie in einem Post auf der Plattform X bekannt.

Bei der Trauerfeier mit rund 1000 Gästen, darunter der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, schilderten drei jugendliche Augenzeugen die furchtbaren Momente der Silvesternacht. "Es war eine apokalyptische Szene", sagte eine junge Frau. "Die Bilder, die sich uns boten, waren unerträglich." Die drei gehörten zu den Menschen, die in einer Bar gegenüber vom Brandort gefeiert hatten.

Bei dem Feuer, bei dem laut Ermittlern eine funkensprühende Partyfontäne eine Schaumstoff-Verkleidung an der Decke der Bar in Brand gesetzt hatte, wurden neben vielen Schweizern auch Dutzende Menschen aus den Nachbarländern Frankreich und Italien getötet und verletzt. Die Brandverletzten werden in mehreren europäischen Ländern behandelt, darunter auch elf in Deutschland, wie es von der deutschen Botschaft in Bern hieß.

Umfangreiche Ermittlungen

Unterdessen laufen die Ermittlungen, in deren Mittelpunkt Jessica und Jacques Moretti, die Betreiber der Bar "Le Constellation", stehen. Die Justiz untersucht, ob Sicherheitsbestimmungen in dem Lokal missachtet wurden. Das französische Gastronomen-Paar steht laut der Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Verursachung einer Feuersbrunst.

Am Freitag (9. Januar 2026) wurden die Morettis erstmals mehrere Stunden lang offiziell als Beschuldigte von der Staatsanwaltschaft befragt. Danach entschuldigte sich Jessica Moretti unter Schluchzen. "Das ist eine unvorstellbare Tragödie. Niemals, wirklich niemals im Leben hätten wir uns das vorstellen können", sagte sie nach einer Befragung bei der Staatsanwaltschaft in Sion vor Medien. "Das ist in unserer Einrichtung passiert, und ich möchte mich entschuldigen."

Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sprach bei einer Pressekonferenz in Rom einen von Medien verbreiteten Verdacht an: "Ich lese, dass es Videos geben soll, auf denen die Verantwortliche dieses Lokals zu sehen ist, wie sie mit der Kasse flieht." Wenn das stimme, müssten die Konsequenzen schonungslos sein. Die Staatsanwaltschaft wollte bisher auf Anfrage der dpa keine Stellung dazu nehmen.

Appell der Jugend: Mehr Leben ins Leben 

"Was in Crans-Montana passiert ist, ist kein Unglück. Was in Crans-Montana passiert ist, ist das Ergebnis davon, dass zu viele Menschen ihre Arbeit nicht gemacht oder geglaubt haben, sie könnten leichtes Geld machen", sagte Meloni weiter. Es gebe viele "Warum"-Fragen: "Warum wurde die Musik nicht gestoppt? Warum wurde diesen Jugendlichen nicht gesagt, dass sie rausgehen sollen? Warum hat die Gemeinde keine Kontrollen durchgeführt?", sagte Meloni. Sechs italienische Teenager sind im Feuer ums Leben gekommen. Elf Menschen werden wegen schwerer Brandwunden in Mailand behandelt.

Auch die Behörden sind mit Vorwürfen konfrontiert. Denn die Gemeinde Crans-Montana hat eingeräumt, dass der Brandschutz der Bar jahrelang nicht kontrolliert worden war, obwohl jährliche Überprüfungen vorgeschrieben sind.

Die Tragödie nahmen die drei Augenzeugen zum Anlass für einen Appell speziell an die jungen Menschen. "Wir sind eine Generation, die in einer fragilen, manchmal harten, oft ungerechten Welt aufwächst", sagte einer der Jugendlichen. Aber trotz aller Zweifel und Ängste kämpfe die Generation um das, woran sie glaube. Und: "Genießt jeden Augenblick, so zerbrechlich er auch sein mag." Denn wichtig sei, nicht unbedingt dem Leben mehr Tage, sondern den Tagen mehr Leben hinzuzufügen."

Update vom 06.01.2026, 07.40 Uhr: Betreiber äußert sich nach Feuer-Drama in Crans-Montana

Die Schweizer Gemeinde Crans-Montana hat nach dem Brandinferno in der Silvesternacht mit 40 Toten schwere Versäumnisse eingeräumt. Die eigentlich jedes Jahr vorgeschriebene Brandschutzkontrolle habe zuletzt 2019 stattgefunden, sagt der Präsident des Gemeinderats, Nicolas Féraud. "Wir bedauern dies zutiefst", sagte er. 

Auf eine Entschuldigung bei den Angehörigen der Opfer ließ Féraud sich bei einer Pressekonferenz nicht ein. Er kämpfte aber mit den Tränen, als er sagte: "Wir sind extrem traurig. Ich werde diese Last immer tragen, die Trauer der Familien, mein Leben lang." Von den 116 Verletzten waren gut 80 noch mit teils lebensbedrohlichen Verletzungen im Krankenhaus. Viele werden inzwischen im Ausland behandelt, auch in Deutschland. Ihnen stehen teils unzählige Operationen, Hauttransplantationen und monate- oder jahrelange Behandlungen bevor.

Das Inferno in der Bar Le Constellation in der Silvesternacht wurde nach bisherigen Ermittlungen durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Sie setzte nach bisherigen Erkenntnissen schallisolierenden Schaumstoff an der Decke in Brand. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus. Als Sofortmaßnahme hat der Gemeinderat beschlossen, den Einsatz sämtlicher pyrotechnischer Gegenstände in geschlossenen Räumen auf dem gesamten Gemeindegebiet zu verbieten. Zudem werden unabhängige Dienstleister beauftragt, Brandschutzkontrollen im Ort durchzuführen.

Betreiber nach Brand-Inferno "extrem traurig" - letzte Prüfung 2019?

Féraud belastete das Wirtepaar, gegen das bereits eine Strafuntersuchung eingeleitet worden ist, schwer. Er warf dem Paar Fahrlässigkeit vor. Es habe eine "Kultur der Rücksichtslosigkeit gegenüber Risiken" geherrscht. Einem zweiten Lokal, das die beiden Franzosen in Crans-Montana betreiben, sei die Betriebsgenehmigung entzogen worden. 

Ob der Schaumstoff als Baumaterial zugelassen ist, sei Gegenstand der Ermittlungen, sagte Féraud. In den Regularien stehe nichts darüber, ob solches Material kontrolliert werden müsse. Schaumstoff sei bei den Sicherheitsprüfungen bis 2019 nie Thema gewesen. Nach Angaben von Féraud war die Bar für je 100 Personen im Unter- und Obergeschoss zugelassen. Wie viele Menschen sich tatsächlich in der Schicksalsnacht dort aufhielten, müsse geprüft werden. Für die zugelassene Zahl an Besuchern seien genügend Ausgänge vorhanden gewesen. Ob sie zugänglich waren, sei ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

Das Wirtepaar habe 2015 eine Baubewilligung für den Bau einer Terrasse bekommen. Diese sei auch abgenommen worden. Für Änderungen im Innenausbau sei keine Genehmigung nötig, sagte Féraud.  Warum nach 2019 keine Kontrollen stattfanden, könne er sich nicht erklären. Er wies zurück, dass womöglich Korruption im Spiel sein könne. Er habe keine persönlichen Beziehungen zu dem Wirtepaar, und das gelte nach seinen Informationen auch für die zuständigen Brandinspektoren. Die Regierung des Kantons Wallis prüft nach einer Mitteilung, inwieweit die Gesetzgebung zum Brandschutz angepasst werden müsse.

Angesichts der Wetterverhältnisse ist die öffentliche Trauerfeier am Freitag ab 13.45 Uhr in das Messe- und Kongresszentrum (Cerm) im Tal in Martigny verlegt worden. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat seine Teilnahme zugesagt. Womöglich kommt auch der italienische Präsident Sergio Mattarell. Abgesehen von Schweizern kamen die meisten Opfer aus Frankreich und Italien. Das Schweizer Außenministerium hat nach eigenen Angaben Einladungen an 35 Staaten verschickt, auch solche, die nun bei der Versorgung der Brandopfer helfen.

Update vom 03.01.2026, 16.14 Uhr: Deutschland hilft nach dem Drama in Crans-Montana

Zwei Tage nach dem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana  mit 40 Toten und 119 Verletzten sind strafrechtliche Ermittlungen gegen die beiden Betreiber eingeleitet worden.

Das französische Ehepaar wurde nicht festgenommen und unterliegt auch keinen Reisebeschränkungen, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage präzisierte. Es handele sich zunächst um eine Strafuntersuchung. Ob Anklage erhoben werde, entscheide die Staatsanwaltschaft zu einem späteren Zeitpunkt. Das Ehepaar hatten den Medien mitgeteilt, sie seien erschüttert und kooperierten mit den Behörden, um die Tragödie aufzuklären. 

 "Ihnen werden fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässige Verursachung einer Feuersbrunst vorgeworfen", teilte die Polizei des Kantons Wallis mit. "Es wird daran erinnert, dass bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt."

Schweizer melden keine deutschen Verletzten 

Die ersten der 40 Todesopfer sind der Polizei zufolge identifiziert. Es handelt sich laut diesen Angaben um zwei Schweizerinnen im Alter von 21 und 16 Jahren sowie zwei Schweizer im Alter von 18 und 16 Jahren. Die Leichname seien den Familien übergeben worden.

Die Identifizierung laufe auf Hochtouren, versichern die Behörden. Im Einsatz ist dabei eine 30-köpfige Spezialeinheit zur Identifizierung von Katastrophenopfern. Sie war nach der Tsunami-Katastrophe 2004 in Südostasien aufgebaut worden. Unter den Toten dürften auch Ausländer sein.

Von den Verletzten waren bis Freitag (2. Januar 2026) 113 identifiziert worden. Darunter waren 71 Schweizer sowie 14 Franzosen, elf Italiener, vier Serben sowie einzelne Menschen aus anderen Ländern. Deutsche Opfer wurden bisher nicht gemeldet.

Brandopfer aus Crans-Montana nach Deutschland verlegt

Die Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen wird zu einer europäischen Mammutaufgabe. Deutschland ist mit seinen zahlreichen auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt. Vier Patienten wurden innerhalb kurzer Zeit nach der Katastrophe in der Silvesternacht aufgenommen und die Versorgung weiterer sieben in die Wege geleitet, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mitteilte. Die deutschen Kliniken böten darüber hinaus weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten an.

Eine Handvoll der Verletzten war bereits in Kliniken in Deutschland aufgenommen worden, unter anderem in Tübingen, Stuttgart, Hannover, Köln-Merheim und Halle (Saale). "Wir gehen davon aus, dass noch weitere Patienten kommen werden", sagte die Sprecherin des Klinikums Bergmannstrost in Halle (Saale). Auch in Berlin, Leipzig und Bochum wurden Patienten erwartet. 

Bei der Katastrophe war eine Bar im Skiort Crans-Montana am frühen Neujahrsmorgen in Brand geraten, und viele junge Menschen konnten sich nicht mehr oder nur schwer verletzt nach draußen retten. Insgesamt kamen 40 Menschen ums Leben, 119 erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen. Die Behandlung kann sich je nach Schweregrad über Monate hinziehen. Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte.

Zweifel an Einhaltung von Brandschutzvorschriften

Es werde auch untersucht, ob Anwesende, die noch am Leben sind, strafrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden können. Auf Fotos und Videos waren Feiernde mit funkensprühende Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen, was nach ersten Ermittlungen den Schaumstoff an der Decke entzündet haben dürfte. Der Brand hatte sich innerhalb kürzester Zeit ausgebreitet. Mögliche Anklagen könnten fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung umfassen, sagte Pilloud. Bislang gebe es jedoch keine strafrechtlichen Anhaltspunkte, betonte sie.

Brandschutzexperten haben infrage gestellt, ob die Bar ausreichend Notausgänge besaß und ob der unter der Decke angebrachte Schaumstoff zur Schalldämpfung den Vorschriften entsprach. Als die Barbesucher vor den Flammen flohen, kam es auf einer engen Treppe zu einem erheblichen Gedränge. Einige Überlebende konnten nur noch an den hochgestreckten Händen aus der Menge gezogen werden, wie Helfer berichteten.

"Die Fluchtwegsituation vom Gebäude war sicher nicht ideal, weil Leute vom Untergeschoss - glaube ich - nur eine Ausgangsmöglichkeit hatten", sagte Dumeng Wehrli, Präsident der Interessengemeinschaft der Brandschutzingenieure Schweiz, dem Sender SRF. Allein anhand der Zahl der Opfer ist klar, dass sich in den Räumen der Bar mehr als 150 Menschen aufgehalten haben.

Ein einziger Notausgang genügt nach den Vorschriften nur in einem Raum mit bis zu 50 Personen, sagte Wehrli. Bei mehr als 50 seien zwei Notausgänge vorgeschrieben. Ab 200 Personen müsse es mehrere und breitere Fluchtwege und Ausgänge geben.

Update vom 02.01.2026, 16.30 Uhr: Ermittler mit Update zur Brandursache

Die Brandkatastrophe in Crans-Montana mit 40 Toten und 119 Verletzten ist nach den Ermittlungen wohl durch Feuerwerk ausgelöst worden, das in Champagnerflaschen gesteckt wurde und die Decke der Bar in Brand gesetzt hat. "Wir gehen derzeit davon aus, dass das Feuer von bengalischem Feuerwerk ausgegangen ist, das in Champagnerflaschen steckte und das zu nah an die Decke kam", sagte die Generalstaatsanwältin im Kanton Wallis, Beatrice Pilloud.

Zu dem Ergebnis kämen die Ermittler nach der Auswertung von Videos, der Vernehmung mehrerer Zeugen sowie der Sicherung erster Spuren. Bei den Zeugenaussagen handele es sich um die französischen Betreiber der Bar und Gäste der Bar, die entkommen konnten. "Es wird geprüft, ob eine strafrechtliche Verfolgung wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet wird", sagte die Generalstaatsanwältin. Das wäre der Fall, wenn es eine Verantwortung noch lebender Personen gebe.

Update vom 02.01.2026, 12.35 Uhr: Was geben die Aufnahmen aus der Bar her?

Während die Ermittler nach dem Auslöser für das verheerende Feuer im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana suchen, werfen Aufnahmen in sozialen Netzwerken Fragen auf. Die nicht verifizierten Videos und Fotos sollen zeigen, wie Menschen in der Silvesternacht in dem betroffenen Lokal "Le Constellation" Champagnerflaschen in ihren Händen halten, in denen Wunderkerzen stecken. Funken sprühen in Richtung der dem Anschein nach mit Paneelen besetzten Decke und scheinen diese in Brand zu setzen.

"Wie in jedem Fall wird in jede Richtung ermittelt", sagte ein Schweizer Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur. Ob die Aufnahmen den Ermittlern bekannt seien, könne er nicht bestätigen, doch er gehe davon aus, sagte er am Freitagmorgen (2. Januar 2025).

Handys, die am Unglücksort sichergestellt wurden, würden ausgewertet, hatte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud, am Donnerstagabend in einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Gäste sahen Sprühkerzen

Auch Augenzeugen berichteten über Sprühkerzen. Der 19-jährige Nathan, der sich nach eigenen Angaben rechtzeitig aus der Bar retten konnte, erzählte der Schweizer Zeitung Blick: "Eine Frau saß auf den Schultern einer anderen Dame. Sie hatte zwei Flaschen mit Wunderkerzen." Sie habe die Sprühkerzen so hoch geschwenkt, dass sie die Decke berührt hätten. Diese habe plötzlich Feuer gefangen, zitierte die Zeitung den jungen Schweizer.

In der Silvesternacht waren bei dem Brand in einer Bar mit Hunderten zumeist jungen Feiernden etwa 40 Menschen ums Leben gekommen, 115 weitere wurden verletzt. Rund 80 von ihnen sollen sich Berichten zufolge im kritischen Zustand befinden. Die Ermittler gehen nach eigenen Angaben von einem Unglück und nicht von einem Anschlag aus. Die Identifizierung der Toten könne noch Tage dauern, sagte der Polizeisprecher der dpa. Ob Deutsche von dem Feuer betroffen sind, war zunächst unklar. Das Auswärtige Amt steht mit den Behörden in Verbindung.

Die Behörden haben sich bislang nicht deutlich zur Ursache des Feuers geäußert. Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar - ein Brandphänomen, das eine Brandschutzsachverständige in der ARD mit einer Feuerwalze verglich. Die meisten Schwerverletzten sind zwischen 16 und 26 Jahren. Die Feuerkatastrophe gilt als eine der schlimmsten Tragödien in der Geschichte der Schweiz.

Große Erschütterung

Das Unglück hat bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung ausgelöst. Unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) äußerten ihre Bestürzung. Am Neujahrsabend beteten in der Kirche von Crans-Montana 400 Gläubige in einer Messe mit dem Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, für die Opfer.

Update vom 02.01.2026, 7.57 Uhr: Viele Fragen offen nach Brandtragödie in Crans-Montana

Nach der Brandtragödie in der Silvesternacht (31. Dezember 2025/1. Januar 2026) mit etwa 40 Todesopfern in einem Lokal im Schweizer Luxus-Skiort Crans-Montana sind viele Fragen nach wie vor ungeklärt. Politiker, die Staatsanwältin und die Polizei zeigten sich erschüttert - viele Ergebnisse der Ermittlungen wurden in den ersten 24 Stunden nach dem Vorfall nicht präsentiert. Die Mehrheit der rund 115 Verletzten erlitt schwere Brandverletzungen, einige schwebten in der Nacht noch in Lebensgefahr.

Die Regierung des Kantons Wallis sprach in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar, ohne eine Quelle für diese Information zu nennen. Mit dem Ausdruck wird der schnelle Übergang eines kleinen Feuers zu einem Großbrand bezeichnet. Das geschieht durch extreme Hitze, die brennbares Material so zersetzt, dass es bestimmte Gase bildet und dann auch ohne Flammenkontakt blitzschnell in Brand gerät. Ohne Schutzkleidung sei das kaum zu überleben, sagte die Brandschutzexpertin Sandra Barz im ARD-"Brennpunkt".

Zahlreiche der mehr als 110 Verletzten wiesen lebensbedrohliche Verbrennungen auf. In der Universitätsklinik Lausanne wurden allein etwa 13 erwachsene und acht minderjährige Brandverletzte aufgenommen, "deren Körperoberfläche zu mehr als 60 Prozent verbrannt ist", wie der Chefarzt des Spitals Morges, Wassim Raffoul, dem Sender RTS sagte. Es handle sich um sehr schwere Verletzungen, deren Behandlung sehr lange dauern werde. Hinzu könne kommen, dass die Verletzten auch Rauchgasvergiftungen, Quetschungen sowie Knochenbrüche durch das Gedränge erlitten hätten.

Auch Deutsche unter den Opfern?

Am Neujahrsabend beteten in der Kirche von Crans-Montana 400 Gläubige in einer Messe mit dem Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey für die Opfer. Die meisten dürften Teenager oder junge Erwachsene gewesen sein, heißt es vonseiten der Polizei, womöglich Minderjährige. Die Bar "Le Constellation" war nach Angaben von Anwohnern bei ihnen besonders beliebt.

Bundespräsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien, die es in der Geschichte der Schweiz je gegeben habe. Die Flaggen am Parlament würden für fünf Tage auf halbmast gehängt.

Der Flughafen von Genf bereitete sich auf die Ankunft der Familien ausländischer Opfer vor, wie der Kanton Genf berichtete. Er liegt am nächsten am Unglücksort, aber auf dem Landweg immer noch 180 Kilometer entfernt. Unter den Toten und Verletzten sind nach italienischen Angaben Italiener, andere Staaten hielten sich bedeckt. Ob Deutsche darunter sind, war zunächst unklar. Das Außenministerium in Berlin eigenen Angaben zufolge mit den Behörden in Verbindung.

Identifizierung der Todesopfer hat Priorität

Der französische Präsident Emmanuel Macron verkündete auf der Plattform X, Frankreich nehme Verletzte in seinen Krankenhäusern auf und stehe für jede Hilfe zur Verfügung. Verletzte sind Berichten zufolge bereits nach Paris und Lyon gebracht worden. Außerdem haben sowohl Schweden als auch Nordmazedonien ihre Unterstützung angeboten.

"Unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat", sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud. Fast alles andere bleibt ungeklärt. Die Priorität liege darin, die Todesopfer zu identifizieren, um sie ihren Angehörigen zu übergeben, sagte sie.

Wie viele Menschen sich in der Bar aufhielten, für wie viele Besucher sie zugelassen war, ob die Notausgänge funktionierten oder die Treppe, die nach Angaben von Besuchern zu eng war, um sich schnell vor den Flammen zu retten, den Vorschriften entsprach - Pilloud machte dazu auch knapp 18 Stunden nach der Tragödie noch keine Angaben. Ob Kerzen oder ein Feuerwerkskörper das Feuer auslösten, wie etwa Gäste vermuteten, wisse man noch nicht.

Zeuge bemerkt beim Vorbeigehen Rauch

Sie wolle Handys auswerten, die am Unglücksort sichergestellt wurden. Ob die Barbesitzer verhört werden, blieb ebenfalls unklar. Es sei jedenfalls niemand festgenommen worden, sagte Pilloud.

Der 18-jährige Alexis Lagger bemerkte nach eigenen Angaben in der Nacht beim Vorbeigehen Rauch aus der Bar aufsteigen und alarmierte die Polizei. Sekunden später seien Flammen aus der Bar herausgeschlagen. "Die Menschen versuchten, die Fenster mit Stühlen und Tischen einzuschlagen", berichtete er dem Westschweizer Fernsehen. Er habe geholfen, sich um diejenigen zu kümmern, die herausgekommen seien.

Ursprungsmeldung vom 01.01.2026, 13.48 Uhr: 40 Tote bei Silvesterfeier – Brand in Schweizer Bar ausgebrochen

Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie geendet. Laut letzter Meldungen durch die Deutsche Presse-Agentur gab es 40 Tote. 115 weitere Menschen sind verletzt worden, die meisten von ihnen schwer, sagte der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler. Es werde "wahrscheinlich auch Opfer aus dem Ausland" geben. 

Das Feuer war in der Nacht gegen 1.30 Uhr in der Bar "Le Constellation" ausgebrochen. Dort hatten Hunderte Menschen Silvester gefeiert. Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. "Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum", sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. 

Wie die dpa schreibt, haben die Ermittler einen Hauptverdacht dazu, was zu dem Drama geführt haben könnte. "Es gibt mehrere Hypothesen, unsere Hauptthese ist, dass der gesamte Raum Feuer gefangen hat, und das zu einer Explosion geführt hat", sagte die Generalstaatsanwältin des Kantons Wallis, Beatrice Pilloud.

Erste Erkenntnisse zur Silvester-Tragödie in der Schweiz

Es seien demnach Untersuchungen zur Ermittlung der Brandursache eingeleitet worden. Dazu würden auch am Brandort gefundene Telefone ausgewertet.

Zu ersten Mutmaßungen, dass in Champagner-Flaschen gesteckte Kerzen oder Böller den Brand ausgelöst haben könnten, wollte Pilloud nichts sagen: "Die Untersuchung läuft, die Gründe werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nennen."

Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Ob Deutsche betroffen sind, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus. "Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden," sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz.

Touristen unter Schock

Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: "Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert", sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. "Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren." 

Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. "Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht", schrieb er auf X. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: "Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat", schrieb er auf X.

Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen. 

Der Nobel-Skiort

"Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an", sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt. Die Polizei hat eine Telefonauskunft für Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen. 

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar und Anfang Februar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.

Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

Erfahre hier mehr über unsere KI-Richtlinien.