Werbung für Tabak auf Plakatwänden und im Kino ist längst Geschichte. Doch Amsterdam geht nun noch einen deutlichen Schritt weiter: Die beliebte Touristenstadt verbietet künftig auch Werbung für Fleisch, Flugreisen und fossile Brennstoffe im öffentlichen Raum. Damit ist Amsterdam nach eigenen Angaben die erste Hauptstadt der Welt, die ein solches Verbot beschließt.
Bei der Fleischproduktion entstehen große Mengen an Treibhausgasen, genauso ist es bei Flugreisen. Wer jeden Tag Fleisch isst, schadet nicht nur dem Klima, sondern laut Experten auch der eigenen Gesundheit. Amsterdam will mit dem Werbeverbot ein Zeichen setzen - doch nicht alle sind begeistert.
Werbeverbot in Amsterdam: Was genau verboten ist - und was nicht
Bereits Ende Januar stimmte eine Mehrheit des Gemeinderats dem Verbot zu, wie die Tagesschau berichtet. Gelten soll es für Plakatwände, Haltestellen und Bahnhöfe. Ausnahmen gibt es allerdings: Supermärkte dürfen weiterhin bei sich werben, ebenso Restaurants oder Fleischereien. Burger mit Fleisch wird es in Amsterdam also auch weiterhin zu kaufen geben - nur eben keine öffentliche Werbung dafür. Die Partei GroenLinks, eine der Initiatoren des Verbots, sprach von einem "wichtigen Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit".
Die grüne Stadtabgeordnete Jenneke van Pijpen erklärte laut Tagesschau: "Die Stadt hat Verpflichtungen, zum Beispiel die Gesundheit der Einwohner zu verbessern und die Klimakrise zu bekämpfen. Dazu passt auch, solche Werbung zu verbieten." Kleinere niederländische Städte wie Haarlem oder Utrecht hätten diesen Weg bereits früher eingeschlagen, heißt es im Bericht der Tagesschau.
Im vergangenen Jahr habe zudem ein Gericht in Den Haag eine Klage von Reiseveranstaltern gegen ein solches Werbeverbot abgewiesen Formell ist das Verbot bereits zum 1. Mai in Kraft getreten. Doch im Straßenbild ändert sich vorerst wenig. Wie die niederländische Zeitung Het Parool berichtet, soll das Verbot erst ab 2027 tatsächlich durchgesetzt werden. Dieses Jahr gelte noch als Übergangsphase. In Beschlüssen zur Durchsetzung werde eine Frist festgelegt, die bis Anfang 2027 laufe.
Bevormundung oder gesellschaftliche Verantwortung? Die Reaktionen aus Amsterdam
Nicht alle Einwohner sind von dem Verbot begeistert. "Das ist Bevormundung. Das kann doch jeder selbst entscheiden", wird ein Anwohner von der Tagesschau zitiert. Auch eine befragte Frau nenne es "paternalistisch". Hier gehe es schließlich um allgemein akzeptierte Dinge wie Lebensmittel, nicht um Drogen oder Waffen.Initiatorin van Pijpen von GroenLinks widerspricht dieser Sichtweise entschieden. "Werbung ist Bevormundung. Die manipuliert Menschen, Sachen zu kaufen. Das stoppen wir", sagte sie der Tagesschau.
Andere Einwohner sehen das ähnlich. "Wir essen alle zu viel Fleisch und fliegen zu viel. Das kann man verringern. Wir machen ja auch keine Werbung für Zigaretten", stimmt dem eine befragte Anwohnerin zu. Professorin Sandra Reimann, die den Regensburger Verbund für Werbeforschung leitet, ordnete die Maßnahme gegenüber der Tagesschau ein. "Für die Stadt ist es super, erstmal zu zeigen: Man übernimmt gesellschaftliche Verantwortung, regt den Diskurs an. Das kann das Image der Stadt fördern." Bei der kurzfristigen Wirkung klingt sie allerdings zurückhaltend. "Den Konsum wird es, salopp gesagt, nicht sofort stoppen oder reduzieren", so die Prognose.
Ob Fleisch wirklich zu einer ausgewogenen Ernährung gehört, wird derweil auch in der Wissenschaft weiter diskutiert. Fest steht: Das Experiment in der gerade jetzt im Frühjahr sehr zu empfehlenden Touristenstadt Amsterdam liefert Stoff für Debatten - weit über die Niederlande hinaus.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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