Vom 5. bis 8. August wird in Ebersdorf die Trachtenkirchweih gefeiert. Schon seit Wochen schwingt die Burschen- und Mädchengesellschaft das Tanzbein und übt die drei Pflichttänze Walzer, Rheinländer und Polka. Der Lehmboden auf dem Angerplatz wurde eigens dafür präpariert. Die Lösbuben, die jüngsten Burschen, waren seit Ende Juni damit beschäftigt, den Lehmboden festzustampfen und zu glätten, damit Mitte Juli das Vortanzen beginnen konnte. Am 12. August schließt sich die Nachkirchweih an.
Am Samstag beginnt die Kirchweih mit Tanz für Jung und Alt auf dem Anger, es spielt die Band "Gezeiten". Nach Festgottesdienst und Frühschoppenmusik wird Bürgermeister Timo Erhardt am Sonntag vor dem Trachtenumzug die Kirchweihchronik an den Altbursch übergeben und die Kirchweih somit offiziell eröffnen.
Anschließend ziehen die Burschen und Mädchen, begleitet von den Frankenwaldmusikanten aus Windheim, durchs Dorf. Altbursch Julian Trautschold wird als einziger von zwei Mädchen begleitet, Heidi Neubauer (altes Mädchen) und Natalie Donner (junges Mädchen).


Bier aus Blechkannen

Da so ein Marsch durchs Dorf durstig macht, versorgt der große Kellner André Reitz mit seinem kleinen Kellner Jakob Zwosta die Gesellschaft mit Bier aus großen Blechkannen. Mit vielen Juche-Rufen ziehen die Burschen und Mädchen schließlich auf den Angerplatz, um sich zum Tanz zu formieren. Haben sie die drei Pflichttouren absolviert, wird der Anger für alle Kirchweihgäste zum Tanz freigegeben.
Nachdem am Montag ebenfalls ein Trachtenumzug der Kirchweihgesellschaft absolviert wurde, findet der "Männeraufzug" statt. Dabei suchen sich die Kirchweihpaare Tanzpartner aus der einheimischen Bevölkerung, mit denen sie durchs Dorf marschieren und anschließend auf dem Anger tanzen.


"Männeraufzug" am Montag

Angeführt wird der "Männeraufzug" von ehemaligen Burschen und Mädchen, die vor 50 bzw. 25. Jahren Altbursch und Kellner sowie deren damalige Tanzpartnerinnen waren. Die ganze Männeraufzugsgesellschaft erhält Freibier - so ist es schon vorgekommen, dass manch einer etwas über den Durst getrunken hat. An jedem der Kirchweihtage wird Nachmittags und Abends zum Tanz aufgespielt. Bei Lichterketten und einer großen Laterne über dem Angerplatz kommt eine besonders romantische Stimmung auf.
Am Dienstagnachmittag beherrschen die "Kermespöpel" die Szenerie. Einige Burschen der Gesellschaft verkleiden sich mit Lumpen oder mit Stroh, um auf dem Anger mit Reisigbesen die Haferstreu zusammenzukehren - eine Hatz für Jung und Alt und gleichzeitig Symbol dafür, dass die Kirchweih an diesem Tag zu Ende geht.