Ein ganzes Dorf rüstet sich für Kirba. Der Festplatz ist herausgeputzt. Die FC-Mannschaft trainiert für das Nachbarderby Hirschfeld gegen SC Rennsteig Steinbach am Wald. Die Teams vom Sportheim und von "Sandras Schlemmertopf" treffen die letzten Vorbereitungen, um die Gäste kulinarisch verwöhnen zu können. Und die Hauptpersonen, die Jungs und Mädels der Zechgemeinschaft unter Leitung von Felix Wicklein und Jasmin Fröba, sind seit Wochen im Einsatz, um Vorbereitungen zu treffen und die Pflichttänze Walzer, Polka und Rheinländer einzustudieren.


Umtriebige Zechmädels

Sieben Zechpaare und vier Kellner haben sich zusammengefunden, um Brauchtum zu pflegen. Die Tradition beinhaltet unter anderem auch das Herrichten des Planes. Und das ist mit allerhand Arbeit verbunden. Schon zwei Wochen vorher sammeln Zechmädels im Wald Moos und binden den Torbogen.

Die Jungs suchen eine rund 30 Meter hohe Fichte aus, die anschließend gefällt und von den Rinden befreit wird. Am Samstagnachmittag wird der Baum mit einer geschmückten Baumkrone neben dem Festzelt aufgestellt. Den letzten Schliff erhält der Plan am Sonntag. In den frühen Morgenstunden schmücken die Mädels den Plan mit Moos und Blumen. Viele Bewohner unterstützen dabei die Zechgemeinschaft bei den Vorbereitungen und während der Festtage.
Mit der Kirchweih erinnern die Hirschfelder an die kirchliche Weihe von St. Marien 1967. Die St. Marienkirche, früher eine Kapelle, mit dem vermutlich aus dem 14. Jahrhundert stammenden Chor im alten Teil des Gotteshauses, fand in einem Ablassbrief im Jahre 1397 erstmals Erwähnung und kam 1478 zur neu erhobenen Pfarrei Windheim.


Intakte Dorfgemeinschaft

Derzeit zählt Hirschfeld knapp 500 Einwohner.

Rund 180 Beschäftigte stehen vor allem im produzierenden Gewerbe in Arbeit. Hervorzuheben ist die intakte Dorfgemeinschaft, das ehrenamtliche Engagement und die gegenseitige Hilfsbereitschaft der Bürger. Eine der letzten Errungenschaften sind die Verschönerungsmaßnahmen im Zuge der Dorferneuerung. So wurde ein Kräutergarten angelegt. In die Sanierung und Verschönerung des Angers wurden 350 000 Euro und für den Löschteich 85 000 Euro investiert.
Die Kirchweih beginnt bereits am Mittwoch ab 11 Uhr mit Schlachtschüssel bei "Sandras Schlemmertopf". Am Freitag ist diese ab 16.30 Uhr im Sportheim zu haben. Während der Festtage hält "Sandras Schlemmertopf" verschiedene Kirchweihspeisen und Bratwürste bereit. Die Höhepunkte am Samstag sind das Baumaufstellen um 12 Uhr. Um 16 Uhr steigt dann das Derby FC Hirschfeld gegen Steinbach.

Am Sonntag findet um 8.30 Uhr der Kirchweihgottesdienst statt, der Nachmittag ist geprägt von Festumzug und Plantanz. Am Abend spielt im beheizten Festzelt die Stadtkapelle Teuschnitz.


Nachwuchs in schmucker Tracht

Am Montag findet neben Ständerla und Frühschoppen mit Spüntessen ebenfalls ein Trachtenumzug statt.
Dabei werden unter anderem auch der Nachwuchs in schmucker Tracht sowie die Jubelzechpaare dabei sein. Ab 20 Uhr ist Zeltbetrieb mit DJ "Gute Laune".
Für den Mittagtisch sorgt "Sandras Schlemmertopf" mit Schweine- und Sauerbraten und Schnitzel (bitte vorbestellen unter Tel. 09268/7589). Die beiden Kirchweihnachmittage werden von den Frankenwaldmusikanten aus Windheim umrahmt. Beendet wird die Kirchweih am Dienstagabend beim Dämmerschoppen, der weit bis nach Mitternacht reicht. Um 24 Uhr allerdings findet das traditionelle Kirchweihbegräbnis statt. Es spielt das "Rennsteig-Duo". Für das leibliche Wohl ist auch am Festplatz gesorgt.
Hinweis: Nachkirchweih ist am Freitag, 21. Oktober, 20 Uhr, im Sportheim mit "Ali und Querchl". vs