Alle Jahre wieder heißt es Ende August "Ausnahmezustand" im Sand! Die Sandkerwa, die ihren Ursprung in der Kirchweih-Feier der St. Elisabeth-Kirche hat, zieht in jedem Jahr nahzu 300.000 Besucher in die Bamberger Altstadt rund um den "Sand" und Klein-Venedig. Die Sandkerwa gehört heute zu den größten Volksfesten in Bayern. In diesem Jahr findet von Mittwoch, 24. August, bis zum Montag, 29. August, die 66. Auflage der Kerwa statt.
Höhepunkte sind jedes Jahr am Freitagabend das Schmücken des Kirchweihbaumes mit dem dazugehörigen Festzug vor der St. Elisabeth-Kirche, Samstag und Sonntag jeweils nachmittags das Fischerstechen der Bamberger Schiffer- und Fischerzunft vor der Kulisse von Klein-Venedig sowie das Feuerwerk am Montagabend, diesmal voraussichtlich nicht mehr auf dem Michaelsberg, sondern wie früher vom Wasser aus.


Aufgestellt wird der Kirchweihbaum diesmal übrigens schon vor Beginn der Kirchweih, diesmal wieder in seiner ursprünglichen Länge, nachdem der Baum im letzten Jahr aus Sicherheitsgründen stark eingekürzt wurde.
Natürlich gibt es zur Sandkerwa in Bamberg auch jede Menge Livemusik und viele Fahrgeschäfte am Markusplatz. Nach wie vor laden hier Autoskooter, ein Karussell, Schiffschaukel, Schießbude, eine Losbude und diverse Essens- und Eisstände zu einem Kerwa-Rundgang ein. Ein abwechslungsreiches Programm gibt es rund um die Sandstraße in und um die Höfe, in den Brauereien und mit ungezählten Bierständen.
Als Ausrichter fungiert wie eh und je die Bamberger Sandkerwa Veranstaltungs GmbH mit ihren Geschäftsführern Jürgen Wirth und Ulrike S. Heucken sowie der Bürgerverein 4. Distrikt der Stadt Bamberg, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Jubiläum feiert, mit der 1.

Vorsitzenden Gisela Bosch.


Mehrere Änderungen

Aufgrund des neuen Sicherheitskonzeptes hat sich, auch mit Rücksicht auf die Bewohner des Festgebietes, einiges geändert. So ist das Mitbringen alkoholischer Getränke auf das Kirchweihgelände nicht gestattet, nicht genehmigte musikalische und künstlerische Darbietungen sind auf dem Gebiet der Sandkerwa verboten.
Ein leidiges Thema ist auch das "Wildpinkeln", auf dem Kirchweihgelände stehen ausreichend Toiletten zur Verfügung. Wer versucht, mit Inlineskates, Skateboards, Segways oder Rollern das Sandgebiet während der Kirchweihtage zu durchqueren, wird angesichts der Menschenmassen ohnehin schnell an seine Grenzen stoßen, verboten ist die Benutzung solcher Gefährte trotzdem, ab 20 Uhr ebenso das Mitführen von Zweirädern.
Angeraten wird auch, auf das Mitführen größerer Behältnisse oder

Rucksäcken zu verzichten, um nicht in Gefahr zu laufen, kontrolliert zu werden.
Denn auch in Bamberg wird die Polizei mit verstärkter Präsenz für ein gutes Sicherheitsgefühl bei den Festbesuchern sorgen. "Insgesamt haben wir versucht, das Gleichgewicht zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Sandkerwa-Besucher einerseits und dem eigentlichen Charakter dieses Volksfestes zu erhalten", betont Ulrike Heucken von der Bamberger Sandwerka Veranstaltungs GmbH. Auch sonst gibt bei der 66. Sandkirchweih einige Neuerungen: So werden auf der Markusbrücke am Brückengeländer beidseitig Netze auf einer Höhe von 1,60 Meter installiert: Zur Sicherheit der darunter flanierenden Menschenströme dient dieses.
Erfreuen dürfte auch die Hausbesitzer in Richtung Stadtarchiv, die an der Regnitz wieder ihre Türen und Tore für die Festbesucher öffnen dürfen.

"Billigbier", wie in den letzten Jahren, als "die Maß" vor zwei Jahren nur 3,80 Euro kostete, gibt es diesmal nicht mehr. "Das Maß aller Dinge" wird sich wohl zwischen 3,30 und 3,80 Euro für das Seidla einpendeln. Die nächste Veränderung gibt es an der Brudermühle. Die Bands werden wieder direkt vor dem Hotel spielen und nicht mehr wie bisher vor der Polizei.
Umgestellt werden aus Sicherheitsgründen die Stände auf der Unteren Brücke. Ein besonderes Augenmerk werden die Sicherheitsleute auf die auf der Brückenbrüstung sitzenden Leute haben. "Das Herumturnen auf dem Geländer" ist strengstens verboten, denn allzu groß ist die Gefahr, dass jemand im angeheiterten Zustand ins Wasser fällt. Geändert hat sich auch im Programm der Zeitpunkt der "Italienischen Nacht". Diese, also die Auffahrt der geschmückten Boote, findet nicht mehr am Samstag, sondern am Sonntag statt.


Die Geschäftsstelle des Veranstalters in der Schrottenberggasse 2 ist übrigens vom 22. bis 24. August jeweils von 10 bis 14 Uhr und vom 25. bis 29. August von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Dort gibt es unter anderem Festabzeichen, Festschriften, Plakate und Piss-Nix Karten.

 


Programm der 66. Sandkerwa:

Die Sandkerwa beginnt am Mittwoch, 24. August, 19 Uhr, mit dem traditionellen Eröffnungsgottesdienst in der Kirche St. Elisabeth.
Am Donnerstag, 25. August, beginnt das bunte Treiben ab 13 Uhr mit einem Kindernachmittag im Festzelt am Leinritt mit der Puppenbühne Herrnleben. Das Bamberger Kasperl zeigt eine Uraufführung "Räuberei im Sandgebiet", ein Sandkerwa-Abenteuer von Florian Herrnleben. Vorstellungen gibt es um 13 und 14.30 Uhr, der Eintritt mit Festabzeichen ist frei, der Bürgerverein verteilt an die jüngsten Kerwa-Besucher Luftballons.

 


Richtig offiziell wird es um 19 Uhr, wenn die 66. Bamberger Sandkerwa im Festzelt des Bürgervereins am Leinritt unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Andreas Starke und Staatsministerin Melanie Huml eröffnet wird.
Am Freitag, 26. August, startet um 18 Uhr der Festzug zum Kirchweihbaum, der schon zuvor aufgestellt wird, von der Unteren Sandstraße zum Elisabethenplatz mit der Maintaler Blasmusik, der Schützengesellschaft Edelweiß, der Schützengilde Hameln, dem Zwiebeltreter-Fähnlein Bamberg und der Sand G´ma. Die Aufstellung des Zuges beginnt um 17.30 Uhr "Am Goldenen Anker" in der Unteren Sandstraße.

Danach findet der Abend der Schützen statt: Die Sandschützenkönigin 2015 wird abgeholt und der Sandschützenkönig oder die Schützenkönigin 2016 proklamiert, das Ganze unter der Leitung der Schützengesellschaft Edelweiß mit ihrem Vorstand Heinz Jantschewsky.
Der Samstag, 27. August, steht ab 14.30 Uhr im Zeichen des Schüler- und Jugendfischerstechens unter der Leitung der Unteren Schiffer- und Fischerzunft mit dem Vorstand Josef Kropf unter der Moderation von Max Kropf. Um 15 Uhr gibt es als besonderen Hörgenuss ein Orgelkonzert zur Sandkerwa im Kaiserdom, es wird ein Kostenbeitrag erhoben.
Der Sonntag, 28. August, beginnt um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst am Elisabethenplatz, ehe ab 11 Uhr zum Frühschoppen im gesamten Festgebiet eingeladen wird.

Ein Publikumsmagnet wird wie eh und je das Fischerstechen sein: Ab 14 Uhr beginnt der Aufmarsch von der Steinertstraße über den Markusplatz, die Kapuzinerstraße, Am Kranen, Obere Brücke, Karolinenstraße, Herrenstraße, Obere Sandstraße über Sandbad zum Regnitzufer. Das 65. Fischerstechen beginnt um 15 Uhr wie gewohnt unter der Leitung der Unteren Schiffer- und Fischerzunft Bamberg.
Zum krönenden Abschluss gibt es am Montag, 29. August, den Hahnenschlag, Aufmarsch ist um 17.45 Uhr über die Untere Brücke, Dominikanerstraße, Obere Sandstraße zu Elisabethenplatz. Der Hahnenschlag beginnt um 18 Uhr vor der Kirche St. Elisabeth unter der Leitung von G´ma Bürgermeisterin Edelgard Koch. Mit dem Abschlussfeuerwerk gegen 22 Uhr, das diesmal wohl nicht vom Michelsberg, sondern vom Wassser aus gezündet wird, endet die 66. Bamberger Sandkerwa. Horst Lange