"Die Kerwa is kumma, die Kerwa is do!" heißt es von Freitag bis Montag am Sportheim, wenn die Niederlindacher zu ihrer Kerwa einladen und vom Baumholen bis zum Betzn raustanzen alles aufbieten, was eine echt fränkische Kerwa ausmacht. Vier Tage also wird es am Sportheim rund gehen, zumal die Niederlindacher gerne feiern.
Eine richtige fränkische Kerwa beginnt mit Deftigem. So auch am Freitag, wenn im Sportheim des 1. FC Niederlindach ab 9.30 Kesselfleisch serviert wird, ab 11 Uhr Blut- und Leberwürste und zur Mittagszeit die schmackhaften Braten aus der Sportheimküche. Prädikat "Werry fränggisch", schließlich geht Liebe durch den Magen. Derart gestärkt steht dem Bieranstich im Kirchweihzelt um 19.30 Uhr durch Bürgermeister Horst Rehder nichts mehr im Wege.

Dazu begleiten "Sie & Wir".


Singen erwünscht

Dabei können die Ortsburschen ihre Stimmbänder fürs Wochenende trainieren. Schließlich wird am Samstagnachmittag der Baum aufgestellt und da sind kräftige Stimmen ebenso gefragt wie zupackende Burschen. Die Liedla haben es übrigens in sich: Gerne werden Nachbardörfer auf die Schippe genommen. Nach der schweißtreibenden Arbeit geht am Abend mit der Partyband "Hot Box" die Post ab. Deren Repertoire kennt nahezu keine Grenzen: Volksmusik, Schlager und Oldies hat sie ebenso drauf wie Country, Rock und Pop.
Der Sonntag beginnt mit einem zünftigen Frühschoppen und den Heckenmusikanten. Vorher ziehen die Burschen und die Madle zum "Küchli zamspieln" durchs Dorf und erhoffen sich natürlich nicht nur Küchle, sondern den einen oder anderen Euroschein.

Am Nachmittag geht es dann sportlich zu: Auf dem Platz gibt es ein Kirchweihspiel und anschließend kann beim "Geger rauschlagen" die Treffsicherheit unter Beweis gestellt werden. Auf der Bühne wird am Abend "MuM" dafür sorgen, dass die Lichter nicht so bald ausgehen.
Zu einer echten fränkischen Kerwa gehört auch das "Betzn raustanzen", was die Lindier Burschen und Madle am Montag um 18 Uhr vorführen werden. Mit Jürgen Weber klingt die Kerwa dann aus.


Auf Wachstumskurs

Bis 1833 wies Niederlindach 24 Wohngebäude mit 123 Personen auf, bis 1877 waren es schon 50 Gebäude mit 147 Einwohnern. Noch bis 1928 hielt sich die Einwohnerzahl in Grenzen, man zählte damals 187 Einwohner in 31 Gebäuden. Die letzte Erhebung fand im November 2014 statt mit 492 Einwohnern, Tendenz steigend bei der aktuellen Bautätigkeit.
Richard Sänger