Kirchweih und Patronatsfest feiern die Bürger der Marktgemeinde Marktschorgast am Sonntag, 29. Juli. Im Mittelpunkt des Kirchweihfestes steht die St. Jakobus Kirche, in der Pfarradministrator Michal Osak am Sonntag um 10.15 Uhr einen Festgottesdienst zelebriert, den der Gesangverein 1970 Marktschorgast mit ausgestaltet.
Es ist das 909 Kirchweih- und Patronatsfest. "Im Jahre 1109 bestätigte Bischof Otto I. von Bamberg dem Stift St. Jakob in Bamberg eine Reihe von Gütern", wie in der im Rathaus aufliegenden Chronik "Marktschorgast 1109 - 2009" nachzulesen ist. Unter diesen Gütern "befand sich Scoregast cum ecclesia, decimatione, foro et omni utilitate et cum definitis terminis, qui dicuntur lache in Nortwalt-Schorgast mit der Pfarrkirche, dem Zehnt, dem Marktplatz mit allem Zubehör und mit dem bestimmten Gebiet, das im Nortwald Lache genannt wird, wie ein abgestecktes Waldstück bezeichnet wurde, das dazu vorgesehen war, gerodet zu werden".
"Dieser Eintrag im Gründungsbuch des Stifts St. Jakob erwähnt erstmals die Marktschorgaster Kirche. Es zeigt zum einen, dass sich diese im Jahr 1109 im Besitz eben dieses Stifts befand, zum anderen, dass sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine Pfarrkirche war. Denn mit ecclesia werden solche bezeichnet. Die Ursprünge des Gotteshauses liegen jedoch im Dunkeln. Es lässt sich nicht sicher feststellen, wann und von wem es gegründet wurde. Möglicherweise kam es aus dem Besitz des edelfreien Geschlechtes von Schorgast-Stein zum Stift St. Jakob. Auch scheint Marktschorgast anfangs eine Filiale der Lanzendorfer St. Gallus-Kirche gewesen zu sein, einer jener Urpfarreien, die bereits in dem Gebiet existierten, das Heinrich II. 1107 vom Würzburger Diözesansprengel abspaltete, um das Bistum Bamberg zu gründen. Nachweise für solche Urpfarreien und deren Sprengelstellen unter anderem sogenannte Altzehnte dar, das heißt Abgaben, die auch nach der Bamberger Bistumsgründung gezahlt werden mussten."
Die Pfarrkirche war ursprünglich eine Marienkirche. St Jakobus der Ältere, der jetzige Kirchenpatron, kam nach dem Übergang an das Stift St. Jakob hinzu. In das Netz des "Sternwegs" zum Grab von Jakobus der Ältere reiht sich auch Marktschorgast mit seiner Pfarrkirche St. Jakobus ein. Von Marktschorgast aufbrechend, dem europäischen Symbol der gelben, stilisierten Muschel auf blauem Grund folgend, gelangt der Pilger nach 2919 Kilometer nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus der Ältere. Eine spätgotische Jakobus- Holzfigur (siehe Bild) erinnert noch heute an den Schutzpatron der Pilger. Die Symbole des heiligen Jakobus sind der Reisestab, die Reiseflasche und die Muschel. Pilger, Büßer und so manche Abenteurer machten vor der langen Reise in das ferne Land ihr Testament, weil niemand wissen konnte, ob sie jemals die Heimat wiedersehen werden. In der Kirche zu Hause hatten sie Pilgertasche und Pilgerstab empfangen und waren gesegnet worden: "Nimm diese Tasche als Zeichen deiner Pilgerschaft, damit du geläutert und befreit zum Grab des hl. Jakobus gelangen mögest. Nimm diesen Stab zur Unterstützung deiner Reise und deiner Mühen für deinen Pilgerweg, damit du alle Feindesscharen besiegen kannst, sicher zum Grab des hl. Jakobus gelangst und nach Vollendung deiner Reise zu uns mit Freude zurückkehrst". Die Pilgertasche war, Ursula Zöller berichtet, nur ein enger Beutel. Ihr Träger wollte ja fasten und Buße tun, und von dem wenigen Inhalt musste er den Armen abgeben. Es gab keine Sicherheit auf dem Weg. Nicht einmal die, dass man genug zu essen hatte. Jakobus ist auch der Patron der Krieger, der Arbeiter, Apotheker, Drogisten, Hutmacher, Wachszieher und Kettenschmiede.



"Revolution" zum Auftakt
 

Los geht`s zum Kirchweih-Wochenende bereits am Freitag, 27. Juli. Ab 20.30 Uhr sorgt "Verrockt" mit Partystimmung. Am Samstag, 28. Juli, sorgt die Band "Revolution" ab 20 Uhr für Stimmung.
Am Kirchweihsonntag, 29. Juli, findet in der Pfarrkirche St. Jakobus um 10.15 ein Festgottesdienst statt. Um 13.30 Uhr führt der Festzug über die Bahnhofstraße durch den Marktplatz unter den Klängen der Stadtkapelle Kupferberg. Ab 14 Uhr gibt es im Festzelt auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Die Kinder werden beim Kinderschminken unterhalten. Um 19 Uhr folgt "Kerwasingen". Philipp Simopn Goletz, vielen besser bekannt als Frankensima, tritt mit seinem Wirtshaus-Kabarett auf.
Am Kirchweihmontag, 30. Juli, findet im Festzelt ab 14.30 Uhr ein volkstümlicher Nachmittag statt. Die Kommune hat dazu speziell alle Marktschorgaster Senioren über 70 Jahre - 245 an der Zahl - zu einem Pott Kaffee und einem Stück Torte eingeladen. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags wird Klaus Rabenstein sorgen. Der Brauchtumsverein verköstigt mit selbstgebackenem Kuchen und Torten. Es werden auch die Kinder der Volkstanzgruppe auftreten. Zum Kirchweihausklang spielen "die 3".
Der Eintritt ist an allen Tagen frei. Auf zahlreichen Besuch freuen sich der Markt Marktschorgast und die unterstützenden Vereine. Bruno Preißinger