Kirchweih und Patronatsfest feiern die Bürger der Marktgemeinde Marktschorgast am Sonntag, 30. Juli. Im Mittelpunkt des Kirchweihfestes steht die St.-Jakobus Kirche, in der Pfarrer Ignacy Kobus am Sonntag um 10.15 Uhr einen Festgottesdienst zelebriert.
Der Ortsname von Marktschorgast geht zurück auf die Zeit der slawischen Besiedlung dieser Region. Ein Mann namens Scorogost hat wohl im 8. oder 9. Jahrhundert eine Siedlung im Flusstal der heutigen Schorgast gegründet. Im Jahr 1109 berichten schriftliche Quellen über den Ort, der zum Besitz des Bamberger St. Jakob-Stifts gehörte. So bestätigte Bischof Otto I. von Bamberg eine Reihe von Gütern. Unter diesen befand sich "Scoregast cum ecclesia". Die Ursprünge des Gotteshauses liegen, wie in der im Rathaus aufliegenden Chronik "Marktschorgast 1109 - 2009" nachzulesen ist, im Dunkeln. Es soll ursprünglich der Gottesmutter geweiht gewesen sein, doch die enge Verbindung als Exklave zum Hochstift Bamberg, stellte die Marktschorgaster Pfarrkirche unter das Patronat des heiligen Jakobus der Ältere. Das Gotteshaus wurde nach der Verwüstung durch die Hussiten um 1459 durch ein zweites Seitenschiff erweitert und besitzt so eine seltene Kirchenarchitektur, gleich der Nagelkapelle in Bamberg. In das Netz des "Sternwegs" zum Grab von Jakobus der Ältere in Santiago de Compostela reiht sich auch Marktschorgast mit seiner Jakobus-Kirche ein.
Hans und Maria aus Mühlbach, die auf dem Pilgerweg von Bautzen nach Nürnberg unterwegs sind, tragen sich am 21. Mai 2017 ins aufliegende Pilger- und Gästebuch der katholischen Pfarrei St. Jakobus der Ältere ein: "Endlich eine Kirche, die OFFEN ist! Und sogar eine Jakobskirche. Gott und dem Hl. Jakobus sei Dank! Ultreia!!! Ein weiterer Pilger unter vielen schreibt: "Möge der Herr die Blasen und die Seele heilen".
Von Marktschorgast aufbrechend, dem europäischen Symbol der gelben, stilisierten Muschel auf blauem Grund folgend, gelangt der Pilger nach 2919 Kilometer nach Santiago de Compostela zum Grab des Apostels Jakobus der Ältere. Bei der Einkehr in Jakobs-Kirchen findet man neben dem Kirchenpatron eben auch elitäre Gemälde, wie das Hühnerwunder des Hl. Jakobus in der Pfarrkirche St. Jakob Willing.
Eine der wohl populärsten Legende ist das Hühnerwunder des heiligen Jakobus: Als eine Pilgerfamilie nach Compostela zog, steckte eine Wirtstochter, die sich an den Sohn der Pilger heranmachen wollte, von diesem aber verschmäht wurde, ihm heimlich einen Silberbecher in sein Gepäck. Der Bursche wird des Diebstahls beschuldigt und gehenkt. Bevor seine Eltern weiter nach Santiago ziehen, traten sie an den Galgen, um von ihrem Sohn Abschied zu nehmen. Da vernahmen sie die Stimme ihres Sohnes "Sanct Jacob von Campostell erhalte noch im Leib mein Seell". Atemlos stürzten die Eltern zum Hause des Richters und berichteten aufgebracht von dem wunderlichen Geschehen. Unwirsch antwortete dieser, ihr Sohn sei so lebendig, wie die gebratenen Hühner, die er sich gerade anschickte, zu verspeisen. Da hilft ihm Jakobus und lässt die gebratenen Hühner vom Tisch des Richters (siehe Bild) auffliegen, wodurch dieser die Unschuld des Gehenkten erkennt. Der Sohn wird vom Galgen genommen und lebt.
Eine Holzfigur des Jakobus in der Pfarrkirche erinnert an den Schutzpatron der Pilger. Jakobus ist auch der Patron der Krieger, der Arbeiter, Apotheker, Drogisten, Hutmacher, Wachszieher und Kettenschmiede.


Ein Pott Kaffee und ein Stück Torte

Los geht`s zum Kirchweih-Wochenende bereits am Freitag, 28. Juli. Ab 20.30 Uhr sorgt "Verrockt" mit Partystimmung. Am Samstag, 29. Juli, sorgt die Band "Revolution" ab 20 Uhr für Stimmung. Am Kirchweihsonntag, 30. Juli, findet in der Pfarrkirche St. Jakobus um 10.15 Uhr ein Festgottesdienst statt. Um 13.30 Uhr führt der Festzug über die Bahnhofstraße durch den Marktplatz unter den Klängen der Stadtkapelle Kupferberg ins Festzelt. Ab 14. Uhr gibt es im Festzelt auch Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Die Kinder werden beim Kinderschminken oder an verschiedenen Spielstationen unterhalten. Um 19 Uhr folgt "Kerwasinga". Philipp Simon Goletz, vielen besser bekannt als Frankensima, tritt mit seinem Wirtshaus Kabarett-Programm auf. In Absprache mit dem Frankensima wird der "echte Franke" namens Werner Reißaus ein paar kurze Einlagen zum Besten geben. Ein Highlight: Erstmals findet am Kirchweihmontag, 31. Juli, ab 14.30 Uhr im Festzelt ein volkstümlicher Nachmittag statt. Die Kommune hat dazu speziell alle Marktschorgaster Senioren über 70 Jahre zu einem Pott Kaffee und einem Stück Torte eingeladen. Für die musikalische Umrahmung des Nachmittags wird Manuel Rahm sorgen. Es werden auch die Kinder der Volkstanzgruppe auftreten. Zum Kirchweihausklang spielen abends "die 3" auf.
Auf zahlreichen Besuch freuen sich der Markt Marktschorgast und die unterstützenden Vereine. An allen Tagen freier Eintritt und Schaustellerbetrieb. Bruno Preißinger