"Als schönste Kerm im Meegrund" bezeichnete der Heimatdichter Hanns Rupp anfangs des vorigen Jahrhunderts die Albertshöfer Kirchweih, die vom 6. bis 10. November stattfindet - und das ist sie heute noch!
Nicht nur der weit über Mainfranken hinaus bekannte Wasentanz ist dafür ein Beispiel, sondern auch der große Festzug und das Gockelschlagen. In diesem Jahr findet der Wasentanz zum 126. Mal statt. Bei diesem ziehen die unverheirateten Burschen mit ihrer Partnerin auf eine Wiese außerhalb des Ortes, um dort - geschmückt mit bunten Bändern und mit einem Rosmarinbuschen - nach einer über hundert Jahre alten festgelegten Formation einer Polonaise und eines Walzertanzes ihre Runden zu drehen. In Albertshofen wurde der Plantanz früher an der damaligen Ortsmitte Kreuzung Hindenburgstraße-Mainstraße abgehalten. Dabei waren jährliche Genehmigungen von der Gemeinde und dem königlichen Gericht in Dettelbach einzuholen. 1882 genehmigte der damalige Bürgermeister Johann Kaspar Uhl diesen Tanz nicht mehr, da man von der Regierung wegen eines großen Hochwassers eine hohe Entschädigung bekommen hatte und deswegen nicht so groß Kirchweih feiern sollte. Doch die Burschen waren schlau: sie verlegten kurzerhand den Tanz auf eine Wiese außerhalb des Ortes, ließen den Bänderbaum weg und erweiterten den Walzertanz um eine Polonaise. Bis 1982 lag dieser Tanzplatz an der Kitzinger Straße, dann wurde er auf die Wiese neben der Gartenlandhalle verlegt - da ist er heute noch.
Beginn der Feierlichkeiten ist der Freitagabend, an dem es in allen Gasthäusern besonderes Festessen gibt. Hierbei erhalten die Gastwirtschaften im Laufe des Abends Besuch von Kirchweihburschen, welche nicht nur die Eingänge mit Kirchweihbäumen schmücken, sondern auch einige Kirchweihlieder zum Besten geben. In der Gartenlandhalle fällt der Startschuss am Samstag, wenn ab 21 Uhr die Coverband "Snow" die Besucher auf die Kerm einstimmt. Am Sonntag setzt sich nach dem Mittagessen in den Gaststätten gegen 13.30 Uhr ein grandioser Kirchweihumzug in Bewegung. Traditionelle Berufe und kreative Darstellungen von altem Handwerk, Brauchtum und Erntedankwägen ziehen durch das Gärtnerdorf, allesamt festlich geschmückt mit Blumen und reichlich Gemüse aus der Gärtnergemeinde. Der Festzug stellt sich auf dem Gelände von Gemüse-Will im Haidter Weg auf. Von dort geht es über die Hindenburgstraße, an der Mainfähre Christ-Tina vorbei, in die Kirchstraße, an der St. Nikolauskirche vorbei über die Große Kreuzung in die Spinnenberg-, Wald- und Hügelstraße zum Ausgrabungsplatz am Gemeindehaus.
Dort wird die in Albertshöfer Mundart gedichtete Kerwa-Räid vorgetragen, anschließend das Kirchweihfass gesucht und damit symbolisch die Kerm ausgegraben. Am Abend spielen die "Fränkischen Straßenmusikanten" mit Hanns Heiligenthal ab 20 Uhr in der Gartenlandhalle zum Fränkischen Rundtanzabend auf.
Der traditionelle Kirchweihgottesdienst mit Burschen, Kerwa-Mädli und Goikerer beginnt am Montag um 9.30 Uhr, ab 13.33 Uhr trifft man sich "im Gassla" an der Kirchstraße zum Schubkarrenrennen. Wasentraining, Kirchweihtanz und ein spaßiger Festabend folgen in der Gartenlandhalle ab 20 Uhr mit den "Großlangheimer Musikanten".
Am Dienstag folgt als Höhepunkt "der höchste Feiertag in Albertshofen", das Wasenziehen. Die Straßen sind wie leergefegt, alle Banken und Geschäfte haben geschlossen, denn Jung und Alt befinden sich auf dem Wasen neben der Gartenlandhalle. Sie warten auf die unverheirateten Burschen, die begleitet von den "Großlangheimer Musikanten" durch den Ort ziehen und ihre "Wasenbraut" abholen. Am Wasen angekommen, folgt der traditionelle Wasentanz. Nebenan findet das "Göikerschlagen" statt, organisiert von den verheirateten Burschen, die sogenannten "Göikerer". Mit dem Kehraus um Mitternacht vor der Gartenlandhalle geht die Kirchweih zu Ende. Bevor es jedoch soweit ist, machen "Let´s Dance" ab 20 Uhr ihrem Namen noch mal alle Ehre und sorgen dafür, dass niemand mehr auf seinem Sitzplatz bleibt. es