Der Sonntag, 3. Juni, steht in der kleinen Bergbaustadt Kupferberg ganz im Zeichen der Freiwillige Feuerwehr. Sie feiert unter der Schirmherrschaft von Kulmbachs Landrat Klaus Peter Söllner ihr 150. Gründungsjubiläum. Dazu wurde ein attraktives Programm zusammengestellt.
Los geht es um 8.30 Uhr mit der Aufstellung der Vereine auf dem Marktplatz zur Kirchenparade in der St.Vitus-Stadtpfarrkirche. Der Festgottesdienst beginnt um 9 Uhr. Nach der Heiligen Messe formiert sich der Festzug zur Stadthalle. Hier folgt der Kommers und dann gibt es ein schmackhaftes Mittagessen. Fortgesetzt wird das Jubiläumsfest mit einem Familiennachmittag rund um die Sicherheit sowie mit Spielen und Staunen für Jung und Alt. Die Feuerwehr, das Bayerische Rote Kreuz, die Wasserwacht, das Technische Hilfswerk, die Bundeswehr und die Polizei locken mit einer Fahrzeugschau und vielen Informationen. Ein Highlight ist sicherlich das "Mensch-ärgere-dich-nicht-Turnier" der Jugendwehren mit lebenden Personen. Und um die Kurzweil der kleinen Festbesucher kümmert sich das Spielmobil des Landkreises Kulmbach. Extra aus Fulda reist das ehemalige LF 8 - das die Kupferberger liebevoll Max genannt haben - zum Jubiläum an.
Hier ein Blick in die Gründungsgeschichte der Freiwilligen Feuerwehr Kupferberg: Im Jahre 1867 berief der damalige Schlossermeister Nikolaus Michel eine Hand voll gleichaltriger Männer zu einer Feuerlöschmannschaft zusammen. Und seiner Initiative war es zu verdanken, dass nach einem Großbrand in Jahre 1868 die Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Nikolaus Michel avancierte zum Hauptmann und hatte in kürzester Zeit eine Mannschaft von 40 Mann zusammen. Im Jahre 1870 wurde ein großer Teil zu den Fahnen gerufen und man schuf zusätzlich eine Pflichtfeuerwehr.
Zehn Jahre später hatte die Freiwillige Feuerwehr sechzig uniformierte Mitglieder und die Pflichtfeuerwehr umfasste achtzig männliche Einwohner. Die Pflichtfeuerwehr machte im Jahr vier Pflichtübungen und stand unter dem Kommando des Adjutanten der Freiwilligen Feuerwehr. Bei Kontrollen durch die Gendarmerie wurden bei nichtentschuldigtem Fernbleiben auch Strafen verhängt. Und bei den Pflichtübungen war es eine beschlossene Sache, dass die Stadträte anwesend sein mussten.
Die Freiwillige Feuerwehr bestand aus der Steigerabteilung, Spritzenmannschaft, Rettungsmannschaft sowie Absperr- und Ordnungsmannschaft. Die Anschaffungen der notwendigen Requisiten wurden beim Königlichen Bezirksamt Stadtsteinach beantragt und von der Distriktkasse bezahlt. Zur Ausrüstung gehörten je ein starker Handgurt mit Karabiner, vier Haken oder Beile, vier Sturmlaternen und vier ein Meter lange Hanfseile. Als Geräte standen eine zwölf Meter lange Steigleiter und drei kleine Dachleitern zur Verfügung. Die erste fahrbare und älteste Feuerspritze hatte ein drehbares Messing-Standrohr, nur ein Druckventil, kein Saugventil und musste von 24 Mann bei 12 Mann Ablösung bedient werden. Das Wasser für die Spritze musste von vier dazu bestimmten Leuten mit aus Stroh geflochtenen Wasserkörben geholt werden.
Alljährlich fand eine Feuerwehr-Inspektion durch den Bezirksfeuerwehr-Vertreter und amtierenden Bezirksamtmann statt. Bei der Kritik erwähnte der Bezirksvertreter, dass die Freiwillige Feuerwehr von Kupferberg zu den besten im Bezirk gehöre.


Die Führungsriege

Als Kommandanten führten die aktive Wehr ab 1946 Josef Schicker, 1948 Wilhelm Michel, 1955 Georg Hofmann, 1965 Hans Schubert, 1985 Karl Herzog, 1995 Alfred Weber, 2000 Dirk Bauer, 2004 Alfred Weber und seit 2009 bis heute Michael (Michi) Hain. Erste Vorstände des Feuerwehrvereins waren ab 1946 Hans Zanner, 1955 Lorenz Hümmer, 1980 Karl Schott, 1987 Klaus Konrad, 1992 Karl Schott und seit 2009 ist es Michael (Micha) Hain. kpw