WEISMAIN. Der Lichtmess-Markt am Montag, 2. Februar, markiert den Start in die Marktsaison 2015 des Jurastädtchens: Zahlreiche Händler bieten im Stadtkern rund um die Sankt-Martins-Kirche wieder ihre Waren an, wobei Winterkleidung und Gebrauchswaren den Schwerpunkt bilden.
Die aus nah und fern erwarteten Marktbesucher können sich beim Lichtmess-Markt auf ein vielfältiges Warenangebot freuen. Von 8 bis 17 Uhr gibt es am Marktplatz neben Winterbekleidung auch Spielwaren, Schmuck, Hüte und Schuhe oder Gebrauchsgegenstände wie Glas-, Haushalts- und Töpferwaren. Damit bietet sich die Veranstaltung als Gelegenheit für den ersten größeren Einkaufsbummel des Jahres an - und wer bei den Ständen im historischen Stadtkern nicht fündig wird, kann sich zumindest in den Cafés und Gaststätten stärken. Die Weismainer Gastronomiebetriebe bieten nämlich anlässlich des Marktes wieder die eine oder andere Gaumenfreude an.
Mit dem Fest "Maria Lichtmeß" endete in der katholischen Kirche früher die Weihnachtszeit. Es geht auf ein biblisches Ereignis zurück. Da das Gesetz vorschrieb, ein neugeborenes Kind innerhalb einer bestimmten Frist in den Tempel zu bringen, da die Mutter ansonsten als "unrein" galt, folgten auch die Eltern Christi dieser Vorgabe. Aus der "Reinigung Marias" als Festanlass wurde im Laufe der Zeit die Bezeichnung "Maria Lichtmeß", weil am 40. Tag nach Christi Geburt vermehrt Lichterprozessionen und Kerzenweihen stattfanden. Von den gesegneten Kerzen versprachen sich die Gläubigen Unheil abwendende Wirkung, weshalb an diesem Tag traditionell die für das Jahr benötigten Kerzen für Kirche und Familie geweiht wurden. Dieser Zweck wurde vielerorts mit dem Abhalten von Wachsmärkten - also "Lichtmessen" - verbunden.


Gesindevertrag für Eheleute


Die im vergangenen Jahr aus der Taufe gehobene "Aktionsgruppe Markt" hat sich auch für den 2. Februar ein Rahmenprogramm einfallen lassen, das im Zeichen der Bedeutung von Lichtmess steht. Die Mitglieder haben einen "Gesindevertrag" kreiert, den sich alle Eheleute am Montag am Marktplatz abholen und von einem Stadtvertreter unterzeichnen lassen können; wer den von "Dienstherrschaft" und "Gesinde" (wobei die Rollenverteilung den Partner selbst überlassen ist) ausgefüllten Vertrag in einer der Marktplatz-Gaststätten vorlegt, erhält nach einem Speisenverzehr ein Glas Schnaps umsonst, um das Fortbestehen der Partnerschaft zu besiegeln. Der historische Hintergrund: In früheren Zeiten wurden zum Lichtmesstag die Verträge zwischen Gutsherren und Dienstboten (Gesinde) verlängert. In Absprache mit der katholischen Pfarrei ist zudem geplant, die Lichtmessprozession gegen 18.45 Uhr bei geeignetem Wetter im Freien stattfinden zu lassen. Um am Markttag ganztägig Lichterstimmung zu verbreiten, werden alle Anwohner am Marktplatz gebeten, Kerzen in die Fenster und Windlichter auf die Fensterbretter zu stellen.
Stefan Lutter