Ein großes Gemeinschaftsprojekt auf dem Jura wird eingeweiht. Über 50 Landwirte, vor allem aus Weiden und Modschiedel sowie den umliegenden Ortschaften, haben dafür viel Mut und Tatkraft aufgebracht. Mit einer Wasch- und Tankanlage haben sie die Weichen dafür gestellt, dass Maschinenwäsche und Betankung künftig ohne die Gefahr von Belastungen für die Umwelt erfolgen kann. Gleich im Anschluss an die Waschhalle hat außerdem die Weidener Dorfgemeinschaft mit finanzieller Unterstützung etlicher Vereine und Organisationen eine 18 mal 12 Meter große Gemeinschaftshalle errichtet.

Attraktives Rahmenprogramm zur Einweihung

Vom 3. bis 5. Mai laden die Wasch- und Tankgemeinschaft Weiden, Modschiedel und Umgebung, die Freiwillige Feuerwehr Weiden, die Jagdgenossenschaft Weiden, der Gartenbauverein Weiden, die Stammtische "Scheffla-Elf" und "Fröhliche Runde" sowie die Kirchenverwaltung Weiden nun zur Einweihungsfeier ein. Ab 20 Uhr am Freitag spielen die Stadelhofner mit "Gaudi, Stimmung, Show" auf und ab 19.30 Uhr am Samstag die Blasmusik Modschiedel. Am Sonntag ist um 9 Uhr Festgottesdienst in der Kirche Sankt Andreas mit anschließendem Festzug zur Anlage. Nach dem kirchlichen Segen und den Ansprachen gibt es ab 11.30 Uhr Mittagessen. Ab 14 Uhr Familiennachmittag mit einer Hüpfburg für die Kinder und mit Besichtigungsmöglichkeit der Hallen und Anlagen sowie Ausstellungen der beteiligten Firmen. Zum Festausklang ertönt ab 17Uhr Tanzmusik mit Franziska.

Es war ein langer Weg

Der Weg bis zur Einweihungsfeier war jedoch weit. Alfred Linz, Landwirt im Nebenerwerb aus Weiden und Vorsitzender der Wasch-und Tankgemeinschaft, erinnert sich: "Bereits 2009 gab es eine erste Informationsveranstaltung im Gasthaus Deuber in Modschiedel. In den Teilnehmergemeinschaften der Flurneuordnungen Modschiedel und Weiden war zusammen mit den Vorsitzenden Martin Pfister und Siegfried Käb-Bornkessel vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken die Idee entstanden, eine gemeinschaftliche Tank- und Waschanlage zu errichten."

Entschlossenheit der Landwirte

In einer ersten Kostenaufstellung aus dem Jahr 2011 wurde eine schlüsselfertige Erstellung von Gebäude und Anlagen auf rund 300 000 Euro geschätzt. Zuviel für die Stadt Weismain, die nicht als Bauträger auftreten wollte. Vorsitzender Alfred Linz dokumentiert die Entschlossenheit der Landwirte: "Da haben wir es halt selber gemacht." Unter den vielen Interessierten wurde rege diskutiert, viele Fragen kamen auf. Ein Arbeitskreis wurde gegründet. 34 Gründungsmitglieder aus neun Ortschaften beschlossen schließlich den Bau der Anlage. Sie gründeten mit Unterstützung des Bayerischen Bauernverbands den Verein "Tank- und Waschgemeinschaft Weiden, Modschiedel und Umgebung". Alfred Linz wurde zum Vorstand gewählt, Gerhard Kraus aus Buckendorf zum Stellvertreter. Jedes Mitglied zahlte 1 800 Euro in die Gemeinschaftskasse ein und das Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken sagte eine Förderung mit 55 Prozent zu. Damit konnte die Planung beginnen.

Nachdem ein Standort an der geplanten Ortsumgehung in Modschiedel einvernehmlich ausgeschlossen wurde, fiel die Entscheidung auf einen günstigen Standort am östlichen Ortsrand von Weiden. Kanal, Wasser und Strom standen in unmittelbarer Nähe zur Verfügung. Baubeginn war im März 2015. Der erste Diesel konnte nach knapp zwei Jahren Bauzeit aus den beiden 10 000-Liter-Tanks fließen. Mit großem ehrenamtlichem Einsatz, rund 2 800 Stunden wurden geleistet, wurde die Anlage schließlich fertiggestellt. Die Kosten konnten damit auf 241 000 Euro gesenkt werden. Eine große Investition, die sich aber relativiert, wenn man den Aufwand entgegensetzt, den jeder Landwirt für eine ordnungsgemäße Hoftankstelle aufbringen müsste, von einer Maschinenwaschanlage ganz zu schweigen. Also auch betriebswirtschaftlich eine sinnvolle Investition.

Neues gemeinsames Haus

Die Schlepperwaschanlage wurde so dimensioniert, dass auch Großmaschinen dort gereinigt werden können. Durch die Überdachung und die Beheizung kann die Waschanlage zu jeder Zeit genutzt werden, auch das Waschwasser wird vorgeheizt. Einer der wichtigsten Vorteile: Der Gewässerschutz ist durch einen Schlammfang und den eingebauten Ölabscheider gewährleistet, das vorgereinigte Wasser wird dem städtischen Kanal zugeführt. Die Heizung erfolgt über Kraft-Wärme-Kopplung. Ein Motor erzeugt Strom, die Abwärme des Motors beheizt das Waschwasser und die Halle - innovative Technik, bei der die mittlerweile 52 Vereinsmitglieder, die landkreisübergreifend aus zwölf Juradörfern stammen, viel Neuland beschritten.

Wegen der vorhandenen Erschließung, der gegebenen Wärmeversorgung und den errichteten sanitären Anlagen haben die Vereine aus Weiden eine Gemeinschaftshalle an die Schlepperwaschhalle angebaut. "Seit 2015 haben wir keine Gastwirtschaft mehr im Ort", bedauert Alfred Linz. In Eigenleistung - weitere etwa 1 500 Stunden wurden erbracht - haben die Feuerwehr, der Gartenbauverein, die Jagdgenossen, die Kirchenverwaltung sowie die beiden Stammtische "Fröhliche Runde" und "Schäffler-Elf" ihr neues Heim gemeinsam gebaut.

Gemeinschaft wird groß geschrieben bei den beiden Projekten. So laden auch alle Beteiligten gemeinsam zur Einweihungsfeier ein - eine starke Gemeinschaftsleistung für einen starken ländlichen Raum. Am Sonntag findet ab 14 Uhr sogar noch zusätzlich eine große Landmaschinen Ausstellung statt.