Während der Puppenfestivaltage kann man im Spielzeugmuseum von Donnerstag bis Samstag, 5. bis 7. Mai, von 10 bis 17 Uhr, wieder die "Lebenden Werkstätten im Museum" besuchen. Die Besucher können den Puppen- und Bärenmachern über die Schultern schauen, über die Kunstfertigkeiten der Miniaturisten im Maßstab 1:12 staunen, die Puppendoktorin bei notwendigen ambulanten Behandlungen ihrer Puppenkinder befragen, mit Puppenkünstlerinnen plaudern oder ganz einfach die Atmosphäre des Museums bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen genießen.


MuseumSpass

Die Region Südthüringen-Nordfranken ist traditionell ein Zentrum der Spielzeugindustrie und ein Ballungsgebiet für Museen zum Thema Puppen und Spielzeug. Die drei größten Spezialmuseen - das Deutsche Spielzeugmuseum in Sonneberg, das Museum der Deutschen Spielzeugindustrie in Neustadt und das Coburger Puppenmuseum - haben sich eng miteinander vernetzt. Der MuseumSpass ermöglicht den Besuchern, die drei Museen jeweils zum ermäßigten Eintrittspreis von 3 Euro selbstständig zu erkunden, und zwar jedes Museum bis zu vier Mal. Egal ob zu Ausstellungen, Veranstaltungen oder einfach an einem ganz normalen Tag - der MuseumSpass ist in allen drei Museen kostenlos erhältlich und unbegrenzt gültig. Für jeden Besuch gibt es einen Stempel. Sind alle zwölf Stempelfelder voll, bekommt der Besucher zusätzlich einmal freien Eintritt in seinem Lieblingsmuseum.


Geschichte der Puppen

Noch bis zum 31. August immer Dienstag bis Sonntag, von 10 bis 17 Uhr, ist die Sonderausstellung "Natürlich!? - Die Naturbegriffe in der Puppenkunst" im Spielzeugmuseum in Neustadt zu sehen. Die Geschichte der Künstlerpuppen begann in der Reformpuppen-Bewegung der Jahrhundertwende um 1900. Hier ging es im Wesentlichen darum, künstlerisch hochwertige Spielpuppen für Kinder nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen zu entwickeln. Diese Idee wurde schnell von der Spielwarenindustrie aufgegriffen, adaptiert und kommerziell verwertet. Erst in den 1970er Jahren wurde das individuelle Puppenmachen im großen Stile wiederentdeckt. Jetzt aber ging es nicht mehr ausschließlich um Spielpuppen, sondern um die künstlerische Gestaltung an sich, um die Herstellungstechniken und -praktiken und um einen eigenen künstlerischen Anspruch. So individuell wie die Hersteller dieser zweiten Künstlerpuppenbewegung sind, so vielfältig sind auch ihre Puppen und Figuren.


Abstrakte Figuren

So tummeln sich brave Kinder neben lebensechten Erwachsenen oder ungewöhnliche Fantasiegestalten neben abstrakten Figuren. Allen gemeinsam ist ihr Ausgangspunkt: das menschliche Abbild und seine Natur. Der verschiedene Umgang mit dem menschlichen Abbild, der zugleich die unterschiedliche künstlerische Interpretation des Naturbegriffes beinhaltet, führte zu unterschiedlichen Stilen, deren kennzeichnende Merkmale Gegenstand dieser Ausstellung sind.
Mehr Infos gibt es im Internet unter www.spielzeugmuseum-neustadt.de.


Grußwort von Oberbürgermeister Frank Rebhan

Verehrte Puppenkünstlerinnen und Puppenkünstler,
sehr geehrte Gäste,

als das Internationale Puppenfestival vor 25 Jahren hier in der Bayerischen Puppenstadt aus der Taufe gehoben wurde, hätte sich bei aller positiver Einstellung und Betrachtung wohl niemand vorstellen können, dass dieses über ein viertel Jahrhundert Bestand hat. Und doch, es hatte und hat Bestand, es findet breite Anerkennung und Zulauf und lässt hoffnungsvoll auf die nun vor uns liegenden nächsten Jahre blicken.
25 Jahre des Wachsens, der Entwicklung, der Erfahrungssammlung liegen hinter uns und mit Blick nach vorne darf man wagen zu sagen: Erhalt und weiterer Ausbau dieses Festivals sind gewinnbringend für die Puppenkunst und die gesamte thüringisch-fränkische Spielzeugregion.
"Fortentwicklung im partnerschaftlichen Miteinander" lautet deshalb das Motto der Ausrichtung des Internationalen Puppenfestivals für die Zukunft.
Vom 1. bis 8. Mai steht in diesem Jahr also das 25-jährige Jubiläum an und das Internationale Puppenfestival ist mehr als erwachsen geworden. Flexibilität und steter Wandel, um die zeitgenössische Puppenkunst adäquat zu präsentieren und so zu einer Veranstaltung mit Alleinstellungscharakter und einem Wirtschaftsfaktor für die ganze Region zu avancieren, sind die Stärken dieses Festivals.
Natürlich erwartet die Besucher aus aller Welt, vom Sammler und Fachpublikum aus Übersee bis hin zur Familie aus Franken und Thüringen, zum Jubiläum ein ganz besonderes Programm mit vielen kulturellen Höhepunkten. Kurz gesagt: Neustadt wird für diese Woche zum Nabel der Puppenwelt.
Im Fokus steht dabei wieder der renommierte Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis, dessen 22. Auflage dem Internationalen Puppenfestival die Krone aufsetzt und der mit einem Festakt im Rathaus gewürdigt wird. Ich darf deshalb, auch im Namen aller Neustadter Stadtratsmitglieder, die Puppenkünstlerinnen und -künstler aufs Herzlichste willkommen heißen.
So kann man ruhig in Superlativen schwelgen, wenn am 1. Mai das weltgrößte Event dieser Art beginnt, um Ihnen die Puppenkunst in ihrer ganzen Vielfalt näherzubringen und ein Festival zu präsentieren, das eines zeigt: Die Puppe und das Puppenfestival sind zeitlos, kreativ, wandelfähig, aber immer up to date.
Zu unserem 22. Max-Oscar-Arnold-Kunstpreiswettbewerb und dem 25. Internationalen Puppenfestival 2016 lade ich Sie, liebe Besucher, wie auch Sie, liebe Neustadterinnen und Neustadter, ganz herzlich ein. Ich wünsche viel Vergnügen und eine angenehme Veranstaltungswoche.

Ihr
Oberbürgermeister
Frank Rebhan