UETZING. Von Freitag, 31. Juli, bis Dienstag, 4. August, feiert Uetzing seine Kirchweih. Höhepunkt ist der Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer am Sonntag um 8.30 Uhr, zelebriert vom Bad Staffelsteiner Stadtpfarrer Georg Birkel. Vor dem Festgottesdienst findet eine Kirchenparade vom Marktplatz zur Pfarrkirche statt. Im Anschluss an den Gottesdienst wird dazu eingeladen, die Prozession durch den Ort, umrahmt von der Uetzinger Blaskapelle, zu begleiten.
Sicher ist, dass Uetzing eine der Würzburger Urpfarreien war. Sicher ist man sich indes nicht, ob Uetzing eine der 14 Slavenkirchen Karls des Großen besaß. Die erste urkundliche Erwähnung einer Pfarrkirche datiert erst auf das Jahr 1144. Die Geschichte der jetzigen Kirche reicht bis ins 13. oder 14. Jahrhundert zurück. Die Jahreszahl "1559" an der Fassade erinnert daran, dass aufgrund der immer größer werdenden Gemeinde die Kirche um mehrere Meter verlängert wurde. 1719 erhielt die Pfarrkirche nach einem weiteren grundlegenden Umbau schließlich ihre heutige Gestalt. Nachdem am 24. Dezember 1779 die Langhausdecke abgefallen war, wurde sie vom Stuckateur Heinrich Seelmann aus Mistelfeld erneuert. Noch im 18. Jahrhundert war das Gotteshaus barock ausgestattet. Unter Pfarrer Peter Karl wurde es im Sinne des geänderten Stilempfindens der damaligen Zeit dann mit einer neugotischen Ausstattung versehen, die unter anderem drei neue Altäre sowie eine neue Kanzel beinhaltete. 1876/77 wurden die alten Altäre nach Neuhaus bei Hollfeld verkauft, wo sie noch heute stehen. Im Zuge einer Renovierung der Kirche 1955 ließ Pfarrer Franz Krapf die in die Jahre gekommenen neugotischen Altäre entfernen und vernichten. Stattdessen schuf Maler Paul Plontke (1884-1966) mehrere Altarblätter im Stil eines mittelalterlichen Flügel- bzw. Wandelaltars. Das Altarbild zeigt die Taufe Jesu im Jordan, umrahmt von Szenen aus dem Leben des hl. Johannes des Täufers, dem Patron der Pfarrkirche. Jesus steht im Jordan nur mit einem Lendenschutz bekleidet. Johannes der Täufer gießt ihm mit einer Muschel das Taufwasser übers Haupt. Auf der anderen Seite steht ein Engel, der die Kleider Jesu hält. Weitere Altarblätter von Plontke stellen die Kreuzigungsszene, die Auferstehung Jesu und Christus als Salvator dar. Der Hochaltar wurde 1961 geweiht. Die im Jahr 1865 von Augustin Bittner erbaute Orgel umrahmt bis heute die Gottesdienste mit herrlichem Klang. 1929 hat die "Königin der Instrumente" ein elektrisches Gebläse bekommen, wodurch die Balgtreter nicht mehr benötigt wurden.


Umfangreiches Live-Musik-Programm

Das weltliche Kirchweih-Geschehen kann sich im 550 Seelen-Ort sehen lassen, dafür sorgen die Wirtschaften "Grüner Baum", "Beim Stephan", "Zum Kutscher" sowie die Hausbrauerei Reichert. Wer Live-Musik schätzt, begibt sich zur Wirtschaft "Beim Stephan". Am Freitag ab 18.30 Uhr "Dusty Dixx", am Samstag ab 18.30 Uhr "WART a-moll", am Sonntag ab 17.30 Uhr "Ziach"o" und am Montag ab 17.30 Uhr "Saggradi", so lautet das Programm. Beim Gasthof "Zum Kutscher" gastieren am Freitag ab 18 Uhr "Manni und seine Rebellen". Den sonntäglichen Frühschoppen auf dem Marktplatz untermalt die Blaskapelle Uetzing. Ferner unterhalten Christian Bauer am Sonntag ab 17 Uhr und Hartmut Zeit am Montag ab 18 Uhr.
Mit der Hühnerkerwa im Uetzinger Schulgarten (neben der Raiffeisenbank - Stublanger Straße), organisiert vom Musikverein Uetzing-Serkendorf, findet die Kirchweih Uetzing am Dienstag ihren Abschluss. Los geht's um 12 Uhr mit der original fränkischen Hühnersuppe, die dampfend heiß auf den Teller kommt. Um 17 Uhr treten die Bläserklasse der Ivo Hennemann Grundschule Uetzing und die "Nussolinos", das Schulorchester im Musikverein Uetzing-Serkendorf, auf. Gegen 18 Uhr ist guter Orientierungssinn beim Hahnenschlag gefordert. Jeder Gast darf sein Glück versuchen. Ab 19 Uhr werden die acht Musiker von "Meeblech" begeistern. Gerd Klemenz