Wie in jedem Jahr tönen am zweiten Wochenende im Juni aus allen Ecken Peestens die Rufe: "Wer hot Kerwa? Mir hom Kerwa! Wer hot Krapfn? Mir hom Krapfn! Wer hot Durscht? Mir hom Durscht! Und wos für an Durscht? An sau Durscht!". Dann nämlich findet wieder die Peestner Lindenkerwa statt, und die Kerwajugend übernimmt das Zepter vom Freitag bis zum Montag.

Insgesamt 21 Kerwa-Bum und -Madla haben sich in diesem Jahr zusammengefunden, um die Tradition der Peestner Kerwa aufrecht zu erhalten und zusammen mit den Kerwabürschla und ihra Madla unter anderem traditionelle Tänze aufzuführen.

Jubiläumsjahr-Dorfrallye

Die 17. Lindenkerwa steht in diesem Jahr unter einem besonderen Stern, begeht man doch in dem Ort gleich drei Jubiläen. 1294 erstmals urkundlich erwähnt und auf eine wechselvolle Geschichte zurückblickend, begeht das Dorf Peesten nämlich sein 725. Jubiläum. Aber nicht nur das. Gleichzeitig feiert der Posaunenchor sein 115-Jähriges und der Förderkreis Tanzlinde 20 Jahre Bestehen. Alle Veranstaltungen des Jahres 2019 stehen deshalb unter dem Motto: "725 Jahre Peesten".

Auf der eigens eingerichteten Homepage www.peesten.de erfährt man mehr über die Geschichte Peestens sowie über alle geplanten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr.

Zur Kerwa selbst gibt es am Kerwasonntag eine Dorfrallye für Kinder und Jugendliche, die den Ort näher beleuchtet und am Ende mit Preisen aufwartet.

Beginn am Freitag - Festbetrieb auch am Samstag

Wie schon im vergangenen Jahr startet der Festbetrieb nicht mehr am Donnerstag, sondern erst am Freitag. Ansonsten bleibt alles beim Alten: Kerwastart am Freitag, Festbetrieb am Samstag, Sonntag und Montag, Zelt auf der Festwiese, keine Bewirtung im Dorfhaus.

Kerwajugend und Lindenkinder, Brauchtum

Am Freitag, erschallen zum ersten Mal die Rufe der Kerwabum und -madla: "Wer hot Kerwa? Mir hom Kerwa! Wer hot Krapfn? Mir hom Krapfn! Wer hot Durscht? Mir hom Durscht! Und wos für an Durscht? An sau Durscht!"

Ein Vertreter des Förderkreises Tanzlinde übergibt dann den Goldenen Schlüssel der Tanzlinde an die Kerwabum. Diese sind nun, bis zum Ende der Kerwa, dafür verantwortlich, auf den Schlüssel aufzupassen und als Repräsentanten der Kerwa aufzutreten. Nach der Übergabe zeigen sie erstmals ihre eigens einstudierten Kerwatänze auf der Peestner Tanzlinde, die für die Festtage wieder extra fein herausgeputzt worden ist. Ein weiteres Mal zeigen sie ihre Tanzkünste dann am Sonntagnachmittag auf und vor der Linde.

Auch der Nachwuchs der Kerwajugend ist stets dabei und passt ganz genau auf, was die Großen so machen, denn in den nächsten Jahren kommen sie dann zum Zug. Noch aber sind sie die Lindenkinder und die Kerwabürschla mit ihren Madla und haben ihre eigenen Tänze, die auch sie den Kerwabesuchern am Sonntag vorführen werden.

Eine schöne Tradition ist auch das Rumspielen der Kerwa am Montag, womit bereits am Morgen begonnen wird. Dabei ziehen die Bum und Madla von Haus zu Haus, spielen Musik, tanzen mit den Leuten und lassen jeden einen kräftigen Schluck aus dem Kerwasprenger nehmen. Es kommt manchmal vor, dass die Bum unaufmerksam sind und den Goldenen Schlüssel unbeaufsichtigt lassen.

Genau dann ist die richtige Zeit für all diejenigen, die eine zünftige Brotzeit und Freibier erhalten wollen. Das nämlich müssen die Kerwabum berappen, sollte ihnen der Schlüssel abhandenkommen.

Abwechslungsreiches Programm

Nach der Eröffnung der Kerwa, die am Freitag um 17 Uhr auf der Linde stattfindet, zieht ein kleiner Festzug hinauf ins Dorf, wo im Festzelt der Bieranstich vorgenommen wird. Im Anschluss gibt es Blasmusik von den Kasendorfer Musikanten unter der Leitung von Florian Horner zu hören.

Zur späteren Stunde beginnt der Partyabend, erstmals mit der Band Dochrinna, die sich in ganz Oberfranken und darüber hinaus in den letzten Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat.

Festbetrieb am Samstag - Konzert des Posaunenchors

Ihr Debüt geben die Pinzberger Haderlumpen aus dem Landkreis Forchheim am Samstag im Festzelt in Peesten. Vorher findet um 17 Uhr ein besonderes Konzert, zum 115. Jubiläum des Posaunenchors auf der Tanzlinde statt, mit den vereinten Chören aus Peesten-Azendorf, Buchau und Leonberg-Eltingen. Die drei Chöre unter der Leitung von Martin Zahner spielen alte, moderne, volkstümliche und neue Bläsermusik aus dem Repertoire der Verbände ev. Posaunenchöre in Bayern und Schwaben e. V. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert in der Kirche statt.

Sonntag an der Linde

Am Dorfplatz um die Linde beginnt der Sonntag mit einem Gottesdienst auf der Tanzlinde mit den vereinten Posaunenchören aus Peesten-Azendorf, Buchau und Leonberg-Eltingen, die im Anschluss zum Frühschoppen aufspielen werden.

Ab 11 Uhr ist die Töpferei Trommler geöffnet, wo man die Ausstellung "Topf und Garten" bewundern kann.

Danach holen die Kerwabum ihre Kerwamadla und die "Linden-Kinder" am Dorfhaus zum Kerwaumzug um 13 Uhr, der vom Musikverein aus Kasendorf begleitet wird, ab. An der Linde angekommen geht's sofort hinauf in den grünen Tanzsaal, wo ein Hopperer, ein Dreher und weitere traditionelle Tänze, unter der Begleitung der Musik der Schlackn, getanzt werden. Die Lindenkinder führen ihren Kerwatanz auf, und die Kerwa-Berschla mit ihren Madla, also die unmittelbaren Nachfolger der Kerwabum, zeigen ihren Bändertanz und einen weiteren Tanz, auf den man in diesem Jahr besonders gespannt sein darf. Anschließend zeigen die Kerwabum und -madla ein zweites Mal vor der Linde ihre Tanzkünste, so dass auch jeder Besucher sie gut sehen kann.

Die Kulmbacher Stollmusikanten lassen am Nachmittag rund um die Linde traditionelle fränkische Kerwamusik erklingen, bevor am Abend auf der Linde der Tanz von Sigi Münch aus Azendorf begleitet wird.

Montag im Festzelt

Der Montagabend findet im Festzelt statt, wo die Kerwa ihren Ausklang findet. Mit dabei sind "Die Stadelhofner", die schon im vergangenen Jahr mit Blasmusikbesetzung und einer Mischung aus traditioneller Blasmusik, Schlager und Rockmusik für eine ausgelassene Stimmung im Zelt gesorgt haben.

Verlosung der Töpferei Trommler

Am Montag ab 17 Uhr beginnt der Verkauf der Lose. Zu gewinnen gibt es Produkte der Töpferei Trommler, die eigens für diesen Anlass kreiert worden sind. Die Verlosung findet um 20 Uhr statt, bevor um 21 Uhr der offizielle Teil der Kerwa mit der Rückgabe des Goldenen Schlüssels endet. Natürlich endet damit nicht der Kerwabetrieb, denn traditionell ist der Montag nochmal da, um richtig zu feiern, und das dauert in Peesten bekanntlich auch mal ein wenig länger.

Reichhaltiges und abwechslungsreiches Speisenangebot

Die Kerwa zeichnet sich neben dem Kerwabrauchtum und dem abwechslungsreichen Programm vor allem durch ein reichhaltiges Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten aus.

Am Freitag, ab 18 Uhr, stehen Krenfleisch und Hax'n mit Klößen auf dem Speiseplan. Dazu kann man sich wie immer ein gutes Kapuziner- oder Mönchshofbier bestellen. Schwarz Fleisch mit Baamwollna Klöß gibt es am Samstag.

Mit einem Weißwurstfrühschoppen beginnt nach der Kirche der kulinarische Sonntag. Den Rest des Tages werden Gyros, Bratwürste, Steaks, Käsestangen, Fisch- und Lachsbrötchen sowie Kaffee, hausgemachte Kuchen und Torten und Harrischa angeboten. Ein Highlight sind sicher auch wieder die Peestner Krapfn, die eigens für die Kerwa am Vortag gebacken werden.

Der Montag ist Schnitzeltag mit Zigeuner-, Wiener- und Jägerschnitzeln. Zusätzlich zum gewohnten Angebot kann man auch wieder Ziebeleskäs- und Schmalzbrote genießen. An allen Tagen ist natürlich auch die Bar geöffnet.

Weitere Infos sind zu finden im Internet unter www.tanzlinde-peesten.de, www.lindenkerwa.de, www.peesten.de .