Eltmann. Schon seit Wochen weist auf dem Marktplatz ein Narrenbaum darauf hin, dass die fünfte Jahreszeit ausgebrochen ist. Diese feierte man schon mit verschiedenen Veranstaltungen. Den absoluten Schluss- und Höhepunkt bildet am Faschingsdienstag der "Gaudiwurm". Unter dem bekannten Narrenruf "Wallbuh" wird sich dieser mit vielen Fußgruppen und Motivwagen aus Eltmann, aber auch aus der ganzen Umgebung, durch die Stadt schlängeln.
Die Narren von Eltmann starteten unter dem Motto "zauberhafte Welt" in ihre Faschingssaison. Wahrlich zauberhafte Momente gab es unter anderem für Kinder und Jugendliche. Dem Zauber der "wilden Weiber", die am Donnerstag den Rathaussturm übernahmen, waren auch die Ratsherren schnell erlegen.
Der große Faschingsumzug, der in Eltmann eine lange Tradition hat, bedarf langer Vorbereitung. Im vorigen Jahr konnten die Narren das 50. Jubiläum feiern. Sie unterstrichen damit, dass sich Eltmann zu einer Hochburg im Fasching gemausert hat. Der Narrenbaum mit den Symbolen der gastronomischen Betriebe und Gruppen, der nun schon zum vierten Male mit großem Zeremoniell zu Beginn der närrischen Zeit aufgestellt wurde, soll das Selbstbewusstsein der Narren demonstrieren sowie die Stärke und Macht des närrischen Volkes symbolisieren. Dazu passt die Aussage des Faschingskomitees in diesem Jahr: "Wir Narren lassen uns nicht das freie Wort verbieten, um anzuprangern, zu überspitzen oder einfach eine andere Sicht der Dinge anzubieten."
"Mainathlon", "Elt-Auen": Themen gibt's genug So darf man gespannt sein, welche Motive die Zugnummern bestimmen oder welche Ereignisse oder Personen des vergangenen Jahres in vielleicht auch satirischer Form aufs Korn genommen werden. Ob hier die Kommunalwahl des letzten Jahres mit den vielen Kandidaten und neuen Stadträten eine Rolle spielt? Der Stadtteil Roßstadt seit langem ohne Stadtrat! Auch ein Thema: Die "Elt-Auen" mit den vorgesehenen Märkten für Eltmann stehen in Konkurrenz mit dem Nachbarn Ebelsbach. Angenommen werden kann auch, dass einige Sportler auf das große Event dieses Jahres, den "Mainathlon", hinweisen. Ebenso könnten innerstädtische Themen wie der Ausbau der Weidengasse oder der immer noch brach liegende Tennisplatz am Schwimmbad zur Sprache kommen. Eine Stimme meinte diesbezüglich, der Eltmanner Stadtrat wäre zu wenig entscheidungsfreudig - "es dauert bei uns alles a wengla länger wie anderswo, vielleicht weil der Michael als stellvertretende Landrat zu viel außerhalb gratuliert."
Ob sich auch die große Politik oder so mancher Politiker in Eltmann zeigen wird? Auf jeden Fall haben sich wieder zahlreiche Fußgruppen in ihren Kostümen angekündigt, wobei die vier Kindergärten der Stadt dabei stets großen Ehrgeiz an den Tag legen. Sie haben gerne Flüchtlingskinder aufgenommen, eine Gruppe soll deshalb das Motto "Kinder aus aller Welt" ausgewählt haben. Aber auch das Zaubermotto kommt für die Kleinsten wie gerufen, denn sie werden Gefallen daran finden, den Zauberstab selbst zu schwingen. Sicher ist: Die Narren werden an diesem Tag die Innenstadt in Besitz nehmen. Das Faschingskomitee Eltmann ist jedenfalls für die vielen Besucher und das närrische Volk bestens gerüstet. Süßigkeiten und kleine Überraschungen werden nicht fehlen und auch für das leibliche Wohl wird bestens gesorgt sein.
Aufstellung der Fußgruppen und Wagen ist um 13 Uhr in der Steigerwaldstraße, ab 14 Uhr wird sich der Gaudiwurm am Schwimmbad vorbei in die Altstadt in Bewegung setzen. Ab 13 Uhr sind auch die Straßen für den Zugverlauf sowie die Altstadt gesperrt, die Bewohner werden um Verständnis gebeten. Die auswärtigen Gäste sollten die Parkplätze vor dieser Zeit anfahren. Der Abschluss des bunten Treibens findet mit Musik, Tanz und sicherlich guter Laune an Marktplatz und Feuerwehrhaus statt. gg