Bamberg. Die Budenstadt auf dem Maxplatz lädt noch bis einschließlich Dienstag, 23. Dezember, zum Verweilen ein. Von einer "Stadt" zu sprechen, ist nicht so weit hergeholt: Zum Bamberger Weihnachtsmarkt gehören circa 70 Händler; würde man ihre Stände aneinanderreihen, ergäbe sich eine Distanz über 600 Meter - damit ist der Bamberger Weihnachtsmarkt einer der größten in Nordbayern. Natürlich gibt es bis zum 23. Dezember noch etliche Höhepunkte, die man nicht verpassen sollte: So wird der Nikolaus am Mittwoch, 17. Dezember, gegen 15 Uhr, dem Weihnachtsmarkt einen Besuch abstatten. Und Oberbürgermeister Andreas Starke wird am Dienstag, 23. Dezember, 15 Uhr, die Hauptpreise ziehen. So bleibt bei allen, die an den Verlosungen teilgenommen haben, die Spannung hoch.
Vom traditionellen Bamberger Weihnachtsmarkt zu sprechen, hat seinen guten Grund. 1847 wurde durch den Magistrat der Stadt Bamberg die Abhaltung eines Weihnachtsmarkts angeregt, der allerdings erhebliche Startschwierigkeiten hatte. Zuerst kam der Markt mangels Beteiligung gar nicht zustande. 1911 unternahmen Bamberger Geschäftsleute einen zweiten Anlauf. Ihr Antrag, einen Weihnachtsmarkt nach dem Beispiel Berlins, Münchens, Augsburgs und Nürnbergs abhalten zu dürfen, wurde vom Magistrat genehmigt. Erster Veranstaltungsort war die Schranne. Schon ein Jahr später wechselten die Händler, die Spielsachen, Zuckerwaren und Christbaumschmuck verkauften, an die Promenade.
Heute kommen viele Marktkaufleute schon in der zweiten und dritten Generation nach Bamberg und bieten ihre Waren an. Viele haben treue Stammkunden, die sie mit Namen kennen. Es ist über die Jahre ein Vertrauensverhältnis entstanden. Da die Marktkaufleute hier übernachten, sich mit Lebensmitteln versorgen und die heimische Gastronomie besuchen, kommen auch Umsätze Bamberg zugute.
Dank der Vielzahl an Ständen freut sich der Besucher über einen breiten Branchenmix. Tauchen Sie ein in die "Stadt" und lernen Sie die Vielfalt zum Beispiel der Dekorationsartikel kennen. Mandeln, Waffeln, Maronen, Bratwürste, Baggers und viele weitere Spezialitäten werden frisch zubereitet. Imbissstände, Süßwarenbuden und Buden mit Textilien kaufen vor Ort ein, was wiederum Bamberg zugute kommt.
Nicht verpassen sollte man das Nostalgiekarussell auf Höhe des Rathauseingangs. Die große Krippe der Marktkaufleute ist wieder Teil des Bamberger Krippenweges und befindet sich am großen Weihnachtsbaum.
Der Dank der Marktkaufleute gilt dem Ordnungsamt der Stadt Bamberg, das aus zahlreichen Bewerbungen den richtigen Branchenmix zusammengestellt hat. Junge Eltern können während der Öffnungszeiten die Wickelstube im Erdgeschoss des Rathauses nutzen, um ihre Jüngsten zu versorgen.