Im Jahr 1851 beschlossen F. Grampp, H. Spindler und H. Meußdoerffer, "diese drei braven, von edler Begeisterung für die himmelanstürmende Macht der Musik erfüllten Männer" - alle Mitglieder einer Stammtischgesellschaft - in Kulmbach einen Musikverein zu gründen. Dieses Ziel verfolgten sie hartnäckig, und so konnte am 3. Dezember 1851 der "Musikverein zu Kulmbach" ins Leben gerufen werden.


Die ersten 50 Jahre

Neben der schlechten Bierqualität in den Probenlokalen (!) war das Hauptproblem, geeignete Dirigenten zu finden. Dazu muss man wissen, dass die Ansprüche auch damals schon hoch waren. Der Dirigent musste dreimal die Woche Probe abhalten, den Aktiven, die es nötig hatten, sorgfältigen Unterricht erteilen und zudem vier "Produktionen" (öffentliche Auftritte) pro Quartal leiten. Der Musikverein hatte aber das Glück, dass die Stadt Kulmbach im Jahr 1869 den Dirigenten als "Stadtmusikus" anstellte und bezahlte. Deshalb musizierte der Musikverein auch bei allen festlichen Anlässen, auch als 1860 die 50-jährige Zugehörigkeit Kulmbachs zum Königreich Bayern gefeiert wurde und im Jahre 1873, als "der ruhmgekrönte Führer der süddeutschen Truppen, der deutsche Kronprinz Friedrich, unsere Stadt mit seinem Besuche beehrte" . Neben der Blasmusik wurde auch die Streichmusik gepflegt und zum Tanz aufgespielt. 1901 war sogar eine "Kulmbacher Knabenkapelle" ins Leben gerufen worden.


Neuanfang nach dem Zweiten Weltkrieg

Der Neuanfang nach dem Krieg war schwer, es fehlte an Vielem. Die Bayerische Rundschau schrieb damals, dass der Musikverein "nach 1945 zunächst einmal mit ein paar Mundharmonikaspielern wieder das erste kleine Orchester auf die Beine stellt".
In der Folge wuchs der Verein schnell. Zur Zeit des 100-jährigen Jubiläums 1951 vereinigte er folgende Gruppierungen unter seinem Dach: Kammerquartett, Blasorchester, großes Orchester mit Streichern und Bläsern, kleines Salonorchester (Tanzorchester) und auch Schrammelmusik.


Seit 1973 "Stadtkapelle"

Nun begann eine musikalisch sehr erfolgreiche Zeit. Geschult von den Dirigenten Willi Kühn, Alfons Pohl und Walter Hörning errang man große Erfolge bei Wertungsspielen. Seit 1961 darf der Musikverein das Stadtwappen an der Uniform tragen, und 1973 erfolgte mit Zustimmung des Stadtrates die Umbenennung in "Stadtkapelle Kulmbach von 1851".


Die Stadtkapelle heute

Eine neue Ära begann 1990, als ein junger Vorstand gewählt wurde und ein ebenso junger Dirigent, Thomas Besand, die musikalische Leitung übernahm. Dieser hatte klare Vorstellung von der Musik, die er spielen lassen wollte, und der neue Vorstand war offen für Entwicklungen. So entstanden zum Beispiel die jährlichen Neujahrskonzerte in Naila, Saalfeld und Kulmbach. Erstmals 1992 übernahm die Stadtkapelle die musikalische Begleitung der Eröffnungszeremonie der "Kulmbacher Bierwoche" mit dem "Büttnertanz" und ist seitdem anschließend auch im Festzelt zu hören.
Mittlerweile, im Jahr 2016, ist die Stadtkapelle in ihrem 165. Jahr angekommen und präsentiert sich immer noch engagiert und leistungsfähig. Zu Beginn dieses Jahres hatte sie insgesamt 251 Mitglieder, davon 55 aktive Musiker. Das Repertoire des Orchesters ist breit gefächert und umfasst Militär-, Parade-, Konzert-, Reiter-Märsche, bayerische und böhmische Blasmusik, Musical und Operette, Film- und Big-Band-Musik, Dixie- und Swingnummern, sowie auch - ein besonderes Anliegen des Dirigenten (immer noch Thomas Besand!) - Stücke der klassisch-konzertanten Musik und der Oper. Sämtliche Titel werden in der Originalausgabe oder in absolut authentischen Bearbeitungen gespielt.
Weitere Infos über die Stadtkapelle gibt es im Internet: www.stadtkapelle-kulmbach.de


Festprogramm von 13 bis 18 Uhr

- Hüpfburg
- Spielmobil vom Kreisjugendring Kulmbach
- Oldie-Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Kulmbach
- Für das leibliche Wohl gibt es Bratwürste, Steaks, Schnitzelburger, Kaffee und Kuchen vom Café "Sternstunde"
- Im Ausschank: Kulmbacher Biere und Bad Brambacher alkoholfrei
Musikprogramm:
(Bei schlechtem Wetter in der Stadthalle)
- Stadtkapelle Kulmbach
- Das Stadtorchester aus unserer Patenstadt Lüneburg
- Stadtkapelle Kupferberg
Helmut Rogler