Bad Staffelstein. Vom sagenumwobenen Staffelberg kann der Pilger weit über den "Gottesgarten am Obermain" blicken. Am Sonntag, 25. Januar, wird auf dem Staffelberg der heiligen Adelgundis, der Patronin der Staffelbergkapelle gedacht. Aus diesem Anlass findet um 9 Uhr ein Festgottesdienst in der Adelgundiskapelle statt. Im Rahmen des Gottesdienstes wird durch das Eintauchen der kleinen silbernen Adelgundis-Statue mit ihren im Sockel verborgenen Reliquien das Wasser geweiht. Jeder Gottesdienstbesucher hat die Möglichkeit, sich in mitgebrachten Flaschen geweihtes Adelgundiswasser mit nach Hause zu nehmen. Nach dem Gottesdienst laden die Gaststätten zum weltlichen Feiern ein.
Das kleine Gotteshaus auf dem Staffelberg ist der heiligen Adelgundis geweiht, die als merowingische Fürstentochter im siebten Jahrhundert am Niederrhein gelebt hat. Sie entfloh vor den zur Heirat drängenden Eltern nach Haumont, wurde Nonne und gründete das Doppelkloster Maubeuge an der Sambre in Nordfrankreich und wurde dessen Äbtissin. Mit 54 Jahren starb Adelgundis, gezeichnet von schweren Krebsleiden, am 30. Januar 684. Vom gläubigen Volk wurde sie schon bald als Heilige verehrt und als himmlische Fürbitterin in Krebskrankheiten, Augenleiden, Fieber und Epilepsie angerufen. Die blühende Fantasie des frommen Mittelalters schmückte ihr Bild schon bald mit einer Fülle schöner Legenden aus. Weshalb die Heilige zur Patronie des Staffelberges erwählt wurde, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit feststellen.
Ebenfalls unbekannt ist, die wievielte Kapelle heute auf dem "Berg der Franken" steht. Sicher ist nur, dass die mittelalterliche Vorgängerin der heutigen Kapelle 1525 im Bauernkrieg zerstört wurde. Die Bauern aus den umliegenden Dörfern haben 1651 dem Staffelsteiner Pfarrer Winkelmann ihre tatkräftige Mithilfe zum Wiederaufbau der Ruine versprochen. Da sie dieses Versprechen auch einhielten, konnte bereits 1653 der Bau fertiggestellt werden.
Geweiht wurde die Kapelle am 8. Juli 1654 von dem Würzburger Weihbischof Melchior Söllner, der den Ausspruch tat: "Dieser Berg ist ein heiliger Berg. Ich bin nicht würdig, ihn mit Schuhe zu besteigen". Er soll den Berg barfuss bestiegen haben. Die Wallfahrt erlitt eine starke Beeinträchtigung durch die immer stärker aufkommende Wallfahrt nach Vierzehnheiligen. Als 1772 die Basilika eingeweiht wurde, vereinsamte der Staffelberg. Daran änderte auch die Verlängerung der Kapelle (1785) um ein Drittel nach rückwärts nichts. Ebenso wenig wie die Ausstattung mit einer Stuckdecke, Deckenfresken, neuen Altären und einer neuen Kanzel. 1871 erhielt die Kapelle an Stelle des früheren Dachreiters einen massiven neugotischen Turm vorgesetzt, der weit ins Land hinaus von der Existenz des Bergheiligtums kündet.
Die Kapelle ist während der Öffnungszeiten der Klause zu besuchen: von Dezember bis März am Wochenende, von April bis Oktober täglich außer Dienstag, im November ist geschlossen.