KLOSTERLANGHEIM. Am Wochenende feiert der schön im Leuchsenbachtal gelegene Ort Klosterlangheim sein Kirchweihfest. Die Gasthäuser warten mit vielen Kirchweihspezialitäten auf.
Einem Brauch entsprechend ziehen die Mitglieder der Leuchsentaler Blasmusik am Samstag ab 12.30 Uhr durch den Ort und erfreuen die Bewohner mit einem Kirchweih ständerla. Auch am Sonntag, der mit dem Festgottesdienst durch Pfarrer Henryk Chelkowski um 8.30 Uhr eingeleitet wird, tragen die beliebten Mistelfelder Musiker mit einem Standkonzert um 14 Uhr in der Parkanlage vor dem ehemaligen Ökonomiehof zum Gelingen des Festes bei.
Am Montag hofft dann die Feuerwehr auf eine große Beteiligung am traditionellen Hahnenschlag. Los geht es um 14.30 Uhr.
In dem geschichtsträchtigen Ort lassen noch heute eine Reihe imposanter Gebäude barocker Herkunft die Größe des ehemaligen Zisterzienserklosters erahnen. Das in den Jahren 1132/33 von Bischof Otto I. von Bamberg gegründete Kloster wurde von Ebrach aus besiedelt. Die erste Kirche entstand 1154, die gesamte Klosteranlage war 1193 vollendet.
Nach mehreren Kriegen mit verheerenden Folgen ging es unter dem durch seinen "Hundertjährigen Kalender" bekannt gewordenen Abt Mauritius Knauer ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wieder aufwärts. Eine rege Bautätigkeit herrschte unter den Äbten Thomas Wagner, Gallus Knauer und Stefan Mösinger.
Mit der Brandkatastrophe von 1802 begann der Niedergang des Klosters, dem bereits ein Jahr später mit der Säkularisation das Ende für das Zisterzienserkloster folgte. Die Gebäude gingen in Privatbesitz über oder wurden zerstört. Trotzdem weisen auch jetzt noch viele Häuser auf den einstigen Glanz des Klosters hin, allen voran das Konventgebäude, das heute die Schule für Dorf- und Flurentwicklung beherbergt.
Aber auch die vierflügelige Anlage des ehemaligen Ökonomiehofes, der Sekretariatsbau, die Konsulensie, die Ochsenmühle, das Priorat und die ehemalige Schmiede sind markante Bauten aus der Hochzeit des Klosters. Das Klosterlangheimer Gotteshaus, erst kürzlich gründlich renoviert, entstand im frühen 17. Jahrhundert als Sepulturkapelle vermutlich anstelle der unter Abt Heinrich I. (1203-1213) errichteten ersten Friedhofskapelle. Alfred Thieret