Sand am Main. In der Flußaue des mittleren Maintales schmiegt sich die Gemeinde Sand idyllisch an die Ausläufer des nördlichen Steigerwaldes. Jedes Jahr, am ersten Wochenende im September, feiern die rund 3100 Einwohner vom Freitag bis einschließlich Dienstag, in diesem Jahr vom 4. bis 8. September, zusammen mit vielen Besuchern aus nah und fern die "Sander Kerwa".
Nach der von der verstorbenen Sander Ehrenbürgerin Johanna Rippstein verfassten Dorfchronik wurde Sand im Jahre 1139 erstmals urkundlich erwähnt, als dem Kloster Michelsberg zu Bamberg ein Gut bei "Sant" geschenkt wurde.
In seiner Gründerzeit war Sand ein armes, rein bäuerliches Dorf. Dies änderte sich etwa um 1750 durch die von Tirol aus eingebrachte Korbmacherei. Das Korbmacher-Handwerk hielt nach und nach Einzug in fast jedem Haus. Bald hatten die Sander Bürger einen gewissen Wohlstand erreicht. Sie legten Weidenkulturen an, flochten Körbe, Sessel und durch ihre Kunstfertigkeit auch andere Produkte aus Weiden. Verkauft wurden die handgefertigten Erzeugnisse auf der "Korbraas" (Korbhandels-Reise) in ganz Deutschland. Ein Bronze-Denkmal auf dem Kirchplatz erinnert an die damaligen "Korbraaser". Bis etwa Mitte der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hielt dieser Trend an. Heutzutage gibt es nur noch wenige "echte" Korbflechter in Sand, doch der Korbhandel blüht nach wie vor in der früheren Korbmachergemeinde.
Die bei der Gebietsreform 1970 selbstständig gebliebene Gemeinde Sand gilt heute als moderne Wohngemeinde mit einer intakten Infrastruktur. Von zwei modernen Kindergärten und einer neuerbauten Kinderkrippe über die generalsanierte Schule mit Ganztagesklassen, die Gemeinde Sand bildet mit der Stadt Zeil einen Schulverband, bis hin zur ärztlichen Versorgung mit vier Ärzten und einem Zahnarzt sowie einer Apotheke ist alles vorhanden. Ebenso sind gute Einkaufsmöglichkeiten durch Lebensmittel- und Getränkemarkt sowie Einzelhandelsgeschäften gegeben.. Für die Freizeit stehen vielfältige und großzügige Sportanlagen, u. a. ein Kunstrasen-Spielfeld, zur Verfügung.
In den letzten Jahren hat sich das Ortsbild von Sand am Main wesentlich zu seinem Besseren verändert. Neben seiner Eigenschaft als Gemeinde mit hervorragender Wohnqualität gilt Sand auch als aufgeschlossene Fremdenverkehrsgemeinde. Gut frequentiert von Urlaubsgästen werden die am großen Baggersee gelegenen Dauer- bzw. Touristikcampingplätze. Weitere Freizeitmöglichkeiten bietet der etwa 50 Hektar große Baggersee für Badegäste, Windsurfer und Segler. Angler finden in den fischreichen Altmaingewässern und am Baggersee ideale Bedingungen vor und die vielen Wanderwege, die Nähe zum Steigerwald, das Naturschutzgebiet "Altmain" und das Vogelschutzgebiet "Mainaue" sowie in alle Himmelsrichtung führende Radwege bieten den Urlaubsgast einen abwechslungsreichen und angenehmen Aufenthalt.
Was wäre ein Besuch in Sand jedoch ohne Einkehr in einer der Gastwirtschaften, idyllischen Biergärten oder in einer der zahlreichen Heckenwirtschaften, die nicht nur zur Kirchweih das Beste aus Keller und Küche aufbieten. Der am Südhang des Hermannsberges angebaute, vollblumige weiße und rote Frankenwein wird nicht nur beim jährlich im Juli stattfindenden überregionalen "Sander Altmain-Weinfest" verkonsumiert. Ihn genießt man auch das Jahr über und ganz besonders zur Kirchweih in einem der oben angeführten Gastronomie-Betrieben zusammen einem reichhaltigen und schmackhaften Kirchweihessen oder einer deftigen Brotzeit.
Die Bewohner der Gemeinde Sand werden scherzhaft auch "Sander Weidenspitzer" oder "Sander Wiberla" genannt. Vor allem aber liegt man mit dem Ausdruck "Sander Franzosen" richtig, denn die Sander feiern im Jahreslauf gerne und ausgiebig viele "Festli". Bei der Kirchweih an diesem Wochenende können sich die Besucher und Gäste von der Aufgeschlossenheit und Lebensfreude der Sander überzeugen, die zum Mitfeiern der "Sander Kerwa" gerne jeden Gast willkommen heißen. Alfons Beuerlein