EBERN. Am Sonntag startet Ebern in die Marktsaison. Der Lätaremarkt mit verkaufsoffenem Sonntag lädt zum Bummeln, Einkaufen und Aufenthalt im Freien ein.
Wenn zuhause im Rasen die ersten Gänseblümchen blühen und auf dem Marktplatz die bunten Frühjahrsblüher wie Primeln, Stiefmütterchen, Narzissen und Tulpen im Sonnenschein um die Wette strahlen, dann bekommt jeder Lust, im eigenen Garten zu werkeln. Wer dafür noch Pflanzen braucht, ist auf dem Markt genau richtig. Aber auch Dekorationselemente verschönern jeden Garten. Zum Glück ist am Sonntag nicht nur Markt, sondern auch verkaufsoffener Sonntag. So laden auch die Läden in Ebern ein, ihr Sortiment zu begutachten.
Warum heißt dieser Markt Lätare? "Freue dich", so die Übersetzung des lateinischen "Laetare", ist der passende Name für diesen Sonntag. Es ist der vierte in der Fastenzeit, markiert also die Halbzeit aller Fastenbemühungen. Und da jeder Sonntag in der Fastenzeit ein kleines Osterfest ist, wie die katholische Liturgie heutzutage lehrt, bietet sich der Markt an diesem Tag besonders an, das erste Eis zu genießen und in Farben, Blumen und Sonnenschein zu schwelgen. Zudem verbinden sich mit diesem Sonntag viele Bräuche, die mit der endgültigen Austreibung des Winters zu tun haben. Mancherorts wird gar ein Kampf zwischen Winter und Sommer inszeniert, den natürlich der Sommer gewinnt.
Damit wird es aber auch Zeit, Wirsing, Kohl, Karotten und viele andere Gemüse sowie die ersten zarten Salatpflänzchen und Kräuter zu säen bzw. zu pflanzen. Gemeinsam warten sie auf dem Markt darauf, in die heimischen Gärten mitgenommen zu werden. Denn der Garten soll nicht nur schön bunt werden, auch der Obst- und Gemüseanbau beginnt. Der Trend der letzten Jahre, wieder im eigenen Garten oder auf dem Balkon selbst anzubauen, was schmeckt und gut wächst, setzt sich in diesem Jahr fort. Gerade in Zeiten immer häufiger werdender Lebensmittelskandale wird der Garten nicht nur zum Rückzugs-, sondern auch zum Versorgungsort. Da weiß man wenigstens, was drin ist. Diesem Trend tragen auch die Händler auf dem Markt und in den Geschäften Rechnung.
Wer sich weniger für Garten und Pflanzen interessiert, wird aber auch fündig. So bieten rund 50 Fieranten nicht nur Blumen, sondern auch Deko und frühlingshaft bunten, leuchtenden Schmuck für die eigenen vier Wände an. Leder, Stoff, Holz und Wolle sind dabei dieses Jahr die vorherrschenden Materialien für die Dekoration.