Ein kleines Jubiläum kann der schöne Ort im Rotmaintal am kommenden Wochenende feiern: Die 10. Neudrossenfelder Europatage im zweijährigen Rhythmus. Sie werden wieder das Dorf weit über die Landkreisgrenzen hinaus in den Blickpunkt rücken. Von Donnerstag, 16. Mai, bis Sonntag, 19. Mai, kommt sich der alte Kontinent an der Basis mit einem bunten Europafest, einem wirtschaftspolitischen Kolloquium und der Verleihung der Europa-Medaille Kaiser Karl IV. ein Stück näher.

Die Gemeinde Neudrossenfeld, der Landkreis Kulmbach, die IHK Oberfranken Bayreuth, die Oberfrankenstiftung, die Stiftung der Nürnberger Versicherung und die Fördergesellschaft für europäische Kommunikation (FEK) als der Initiator, laden dazu ein. Sie sind maßgebend dafür, dass diese Veranstaltung seit 2001 stattfinden kann.

Zur Einstimmung dieses Treffens europäischer Länder und Regionen ist bereits am Donnerstag, 16. Mai, um 17.30 Uhr, ein tschechischer Abend im Bräuwerck terminiert, bei dem die Jazz-Formation "Seven of Nine" aus dem benachbarten Franzensbad bei freiem Eintritt für heiße Rhythmen sorgen wird. Der Besuch ist lohnenswert, denn man lernt eine andere Mentalität und besondere Speisen kennen.

Der Freitag ist den Beziehungen über Ländergrenzen hinweg vorbehalten, der Wirtschaftstag der IHK Bayreuth und der Wirtschaftsjunioren Oberfranken widmet sich Themen wie dem Freihandel im Wandel, dem EU-Binnenmarkt, Personenverkehr und Dienstleistungen. Ein Diskussionsforum zu "Europa am Scheideweg: Verschiedene Geschwindigkeiten, eine Richtung?" beleuchtet die Beziehungen zu den Partnerregionen. Der Wirtschaftstag beginnt um 14 Uhr im Bräuwerck und IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner begrüßt dort persönlich die Gäste der IHK.

Während am Samstag ab 13 Uhr das FEK-Europakolloquium mit namhaften Referenten beginnt, werden ab 16.30 Uhr auf dem Schlossplatz die Europatage offiziell eröffnet. Erster Bürgermeister Harald Hübner heißt die vielen ausländischen Gäste und die heimische Bevölkerung aus der Region willkommen, Böllerschläge aus einer Feldschlange des Dreißigjährigen Krieges donnern durchs Rotmaintal, die Neudrossenfelder Schule erfreut mit Gesangsvorträgen. Dann der erste Höhepunkt: Die Enthüllung der Konterfeis aus Sandstein der neuen Europa-Medaillenträger im Neudrossenfelder Skulpturengarten. Es sind die Gesichter von Fürst Karel von Schwarzenberg, ehemaliger Außenminister von Tschechien und Dr. Thomas Zwiefelhofer, früherer Vize-Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein. Dr. h.c. Bernd Posselt, langjähriger Europaabgeordneter, gehört als künftiger Träger des FEK-Freiheitsrings ebenfalls dazu.

Bei einem Festakt im Gontard-Saal des Schlosses werden anschließend den Preisträgern die Europamedaille Kaiser Karl IV. überreicht.

Europäische Vielfalt

Der Sonntag steht dann ganz im Zeichen europäischer Vielfalt. Es gibt wieder ein abwechslungsreiches Kultur- und Musikprogramm. Ab 11 Uhr wechseln sich das ukrainische Folklore-Ensemble "Sbrutsch", die Folklore-Gruppe "CHODOVANKA" und die Dudelsackbläser "Dudacka" aus dem Pilsener Land auf dem Marktplatz und im Biergarten des Bräuwercks ab. Der Musikverein Neudrossenfeld/Altenplos und die Mohrenwäscher aus Bayreuth kommen noch hinzu.

Zu genießen sind internationale Speisen und Getränke aus Böhmen, Mähren, der Ukraine, Polen und Sizilien, verschiedene Handwerkskunst, Seidenmalerei und Keramik ergänzen das Angebot. Es ist eine Gelegenheit, internationale Gastfreundschaft zu genießen. Und die Kinder können sich auf dem Spielmobil des Landkreises Kulmbach austoben und weitere Aktionen kennenlernen.

Außerdem informieren der Tourismusverband Pilsen und die Osteuropa-Kulturgesellschaft Bayreuth, im Eishaus und im Lindenbaummuseum sind "Kulturschätze Böhmens" zu sehen, eine Science-Fiction-Komödie als Film lässt ungewohnte Einblicke zu.

Schon um 9.30 Uhr, findet in der Markgrafenkirche ein ökumenischer EUROPA-Gottesdienst statt, den die bekannte Organistin Dr. Jurate Landsbergyte-Becher aus Litauen mit gestaltet.

Es gibt also allen Grund, vor allem den Donnerstag und den Sonntag mit Ziel Neudrossenfeld einzuplanen.

Bürgermeister Harald Hübner freut sich besonders auf die Gäste aus der Tschechischen Republik: "Gerade der Brückenschlag zu unserem unmittelbaren Nachbarn in Böhmen, von dem wir jahrelang durch den Eisernen Vorhang getrennt waren, ist besonders wichtig. Wir freuen uns auf viele Besucher aus der Region und hoffen auf gutes Wetter". Für ihn und die Gemeinde seien die Europatage eine Möglichkeit, auch als kleine Kommune die Bedeutung Europas als einzigartiges Friedens- und Freiheitsprojekt der Jugend zu vermitteln und den Bürgern näher zu bringen.

h.w.