"Zehn Pfund, nur um zu sehen, wie so eine Schwuchtel sich die Klamotten auszieht!" Gaz (Robert Carlyle) ist baff. Für nackte Tatsachen geben Frauen wirklich Geld aus? Nicht nur für Schuhe? Vielleicht könnte auch er so ein wenig Geld verdienen ... Denn Geld benötigt er dringend. Gaz lebt in Sheffield und ist einer von Tausenden Arbeitslosen, die mit dem Niedergang der Stahlindustrie auf die Straße gesetzt wurden. Seine absurde Idee soll ihm aus der Misere helfen. - Mit seiner amüsanten Stripper-Komödie "Ganz oder gar nicht" landete Peter Cattaneo den Überraschungserfolg des Kinojahres 1997. ARTE zeigt den Film am Sonntag, 12. Juli, um 20.15 Uhr in einer Wiederholung.
Mit typisch britischem Humor nahmen sich Cattaneo und Drehbuchautor Simon Beaufoy des eigentlich niederschmetternden Grundthemas ihres Films an - der hohen Arbeitslosigkeit. Intelligent und mit einer großen Portion Witz und Ironie bereiteten sie es auf und machen dabei deutlich: Die ökonomische Misere ihres Landes ist ihnen nicht gleichgültig, aber sie können weiter lachen. Und es ist ein ansteckendes Lachen, nie ein Aus-, sondern ein Mitlachen, das befreit und Zuversicht verströmt: Jeder kann es schaffen, wenn er nicht aufgibt und sein Leben selbst in die Hand nimmt.
Keine Traummänner
Unterstützt von John de Bormans erstklassigen, in matten Farben gehaltenen Bildern, stellen Cattaneo und Beaufoy genügend traurige Schicksale vor, die charakteristisch sind für den sozialen Niedergang der Region im Norden Englands: die arbeitslosen Freunde Dave (Mark Addy) und Gaz (Robert Carlyle), der zudem noch mit seiner Ex-Frau um seinen Sohn Nathan (William Snape) kämpft. Und Gerald (Tom Wilkinson), der seit Monaten seiner Frau den Werktätigen vorspielt. Sowie Lomper (Steve Huison), der zwar einen Job, aber keine Freunde hat und sich deshalb umbringen will.
Eines Tages hat Gaz genug. Angeregt durch US-Stripper beschließt er, mit seinen Kumpels eine eigene Men-Strip-Gruppe auf die Beine zu stellen, "eine Yorkshire-Version der Chippendales". Vervollständigt wird die Truppe durch Horse (Paul Barber), der zwar ein Hüftleiden hat, aber als Einziger tanzen kann, und Guy, ausgestattet mit der "wahrscheinlich längsten Praline der Welt". Da sie wahrlich keine Traummänner sind, wollen sie das weibliche Publikum anlocken, indem sie alles zeigen: "Ganz oder gar nicht".
Quelle: teleschau – der mediendienst