Vom Klimawandel bis zur Künstlichen Intelligenz widmet sich Harald Lesch in seinen Wissenschaftssendungen seit Jahren einer enormen Themenvielfalt. Angefangen hat der Astrophysiker im Fernsehen allerdings mit jenem Forschungsgebiet, das er von der Pike auf studierte: dem Universum und seinen mannigfaltigen Geheimnissen. Wenn er nun in seiner aktuellen "Terra X"-Sendung im Zweiten also das "Rätsel des Urknalls" beleuchtet, kehrt Lesch zu seinen eigenen Ursprüngen zurück - und natürlich zu jenen des Weltalls und damit der Existenz überhaupt. Was kann uns die Big-Bang-Theorie heute über den Anfang von allem verraten?

Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Astrophysik - und die Ansicht über unsere Welt im Allgemeinen - eine Revolution erlebte: Unser gesamtes Dasein im Universum geht aus einem von unvorstellbarer Dichte und Hitze geprägten Anfangszustand hervor - so lautet die Theorie vom Urknall, die damit auch die gesamte christliche Schöpfungslehre hinterfragt. Harald Lesch, selbst gläubiger Protestant, blickt einerseits auf die historische Entwicklung unserer Vorstellungen vom Kosmos, und fragt andererseits, ob und wie sich astronomische Forschung und religiöser Glaube zusammenbringen lassen. Neben den zu erwartenden Unterschieden existieren nämlich überraschend auch so manche Gemeinsamkeiten.

Das Geheimnis der dunklen Materie

Zudem schaut sich Lesch den aktuellen Stand der Urknall-Theorie an, die dank neuer Experimente und Erkenntnisse ebenfalls einem steten Wandel unterliegt. Denn auch wenn die Wissenschaft inzwischen zahlreiche stimmige Erklärungen liefern kann, bleibt so manches Rätsel im Blick auf die Entstehung unseres Universums. Etwa die Frage, wie angesichts der gigantischen Energie des Urknalls das expandierende Weltall trotzdem zusammenhält. Eine der interessantesten Theorien dazu ist die angenommene Existenz der sogenannten dunklen Materie, die demnach einen großen Teil der Masse des Alls ausmacht und dank ihrer Gravitation eine anziehende Kraft besitzt.

Doch wie kann man das, was vielen Forschenden zufolge die Welt im Innersten zusammenhält, aber nicht sichtbar ist, überhaupt beweisen und erforschen? Harald Lesch hat sich für seinen Film zu jenen begeben, die es versuchen: In Italien befindet sich in 1.400 Metern Tiefe das Laboratori Nazionali del Gran Sasso, das mitten im Felsgestein in einer Umgebung vollständiger Ruhe von den Einflüssen der Außenwelt abgeschirmt ist. Hier suchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach Signalen der dunklen Materie. Können sie einst dazu beitragen, das große Rätsel des Beginns von Universum, Sein und Existenz zu lösen?

Terra X Harald Lesch ... und das Rätsel des Urknalls - Di. 26.05. - ZDF: 22.45 Uhr

Quelle: teleschau – der mediendienst