Rot ist die Liebe, und deshalb erstrahlten die ausverkaufte Halle in Offenburg und die Bühne in derselben auch vorzugsweise in Rotlicht. Bei der "Giovanni Zarrella Show" fanden sich erlesene Gäste ein, um mit dem singenden Moderator zu feiern. Rote Bühne, eine in Rot getauchte Rezeption in einer "Albergo Amore" zum Smalltalken und Sprüche, die so manchem das Schamrot auf die Wangen zauberten.
Und das war nicht nur dem ekstatischen Live-Moment geschuldet - schließlich war die Sendung im November aufgezeichnet worden. Da hätte man schon beschneiden können. Wenn man gewollt hätte. Aber das ist gut so, denn charmante Zweideutigkeiten gehörten schon immer zum deutschen Schlager und zum Party-Pop, ob nun auf der Ski-Alm oder im Bierzelt ja sowieso.
Sarah Connor besang bei ihrer Premiere in der "Giovanni Zarrella Show" im ZDF "Wilde Nächte". Und solche, ließ sie die Fans wissen, hätten auch sie und Giovanni "schon zusammen gehabt". Allerdings platonisch. Und musikalisch. Damals, als beider Karrieren begannen und man sich (er mit Bro'Sis) unter anderem bei "The Dome" 2001 auf der Bühne und backstage traf und feierte.
Giovanni Zarrella verhaspelt sich total
Am schlüpfrigsten rotierte das ZDF-Liebeskarussell bei Maite Kelly. Bei der Ansage kam Zarrella aus dem Konzept und verhaspelte sich total. "Eigentlich macht sie's öfter", meinte er - und konnte dann grade noch den Lachflash vermeiden. Auch Thomas Anders grinste: "Was meinst du?" Zarrella zog sich halbwegs aus der Affäre ("Frau der großen Gefühle"). Hätte er gar nicht machen müssen, denn Maite sang in ihrem Hit "Der Morgen danach" gleich sehr deutlich von "Dreimal in den Himmel gebracht", "immer noch nachbrennenden Körpern" und "24/7 Arten, sich zu lieben."
Das mit dem dreimaligen Himmelsritt relativierte sie im Smalltalk: "Um euch (Männern) den Druck zu nehmen: Wir Frauen sind auch froh, wenn wir einmal in den Himmel kommen." Apropos kommen: "Ich komme heute ja dreimal." Kunstpause. "Auf die Bühne."
Romantischer ging's beim Grafen von Unheilig zu, der seiner Frau das Lied "Du bist meine Heimat" widmete und Süßes zu erzählen hatte. Er lernte seine Lebensliebe nämlich als Kind - noch vor dem Kindergarten - zufällig im Familienurlaub kennen. Als "das blonde Mädchen" abreisen musste, war er traurig und versprach seiner Mama: "Wenn ich groß bin, werde ich sie heiraten." Romantisch! Eher witzig war der ebenfalls lange (26 Jahre) verheiratete Andy Borg unterwegs: "Meine Frau ist verheiratet, aber wir lieben uns trotzdem."
Giovanni Zarrella gibt Jana Ina ein romantisches Versprechen: "Jetzt muss ich!"
Erstaunlich zotenfrei präsentierte sich Horst Schlämmer, das alter ego aus Grevenbroich von Hape Kerkeling. Der präsentierte den Titelsong "Ich such die Glücklichkeit" aus seinem neuen Film "Horst Schlämmer sucht das Glück". Giovanni Zarrella sang auch mit, denn, so Hape respektive Horst: "Wenn ich wat getrunken habe, sing ich besser als du. Ich hab schon einen getrunken - und mir ist nach Duett." Und auch in Sachen Romantik tut sich wohl was. "Ich hab da eine an der Angel. Da ist wat in Anbahnung."
Giovanni Zarrella, der Showdirektor, ist seit 25 Jahren glücklich mit seiner Frau Jana Ina verheiratet. Seit Jahren hat sie einen besonderen Wunsch. Sie will wohl nach Bora Bora. Weil sich im Publikum ein Paar befand, das dort heiratete, rutschte dem Star-Moderator der verhängnisvolle Satz raus: "Amore, wir gehen da noch hin, versprochen." Gleich darauf fiel's ihm wie Schuppen aus den Haaren: "Jetzt muss ich!"
Die dreistündige Show bot beste Laune, Polonaisen durchs Publikum und gut aufgelegte Stars. Von Thomas Anders, Jeanette Biedermann und Beatrice Egli über die Weltstars Chris de Burgh und Chris Norman bis Johannes Oedring, Neonlicht, Laura & Mark bis zu den Höhnern und Wincent Weiss stellten sich alle in den Dienst der Liebe - auch wenn sie teilweise gar keine Liebeslieder, sondern die aktuellen Hits sangen.
Dafür gab es Liebesschlager- und Filmsong-Medleys. Und zum Schluss spielte nicht nur Volks-Rock'n'Roller Andreas Gabalier einen Hit-Mix, sondern stimmte zum Grande Finale auch noch "Oh, wie ist das schön" an. Das passte. Hätte Zarrella nicht noch abmoderieren müssen - das beseelte Offenburger Publikum hätte noch Stunden weitergesungen und geschunkelt.
Quelle: teleschau – der mediendienst