Eigentlich konnte sich das Line-up der ersten Halbzeitshow eines Fußball-WM-Finales durchaus sehen lassen: Im Mittelpunkt standen Pop-Legende Madonna, die K-Pop-Überflieger BTS, Kanadas Pop-Superstar Justin Bieber und mit Shakira auch die Interpretin des offiziellen WM-Songs "Dai Dai". Auch Afrobeat-Star Burna Boy und die britische Band Coldplay waren mit von der Partie, letztere begleitet von Muppet-Figur Tier am Schlagzeug. Kuratiert worden war die Show von Coldplay-Frontmann Chris Martin.

Die Reaktionen auf das Event, das starke Erinnerungen an die traditionelle Halbzeitshow beim Super Bowl weckte, fielen jedoch sehr geteilt aus. Absolut kein Fan der Aufführung war die englische Fußball-Legende Wayne Rooney. Der Rekordtorschütze von Manchester United war beim Finalspiel zwischen Spanien und Argentinien für die BBC als TV-Experte im Einsatz. Als er nach der Show gefragt wurde, welcher Teil ihm am besten gefallen habe, lautete Rooneys so ehrliche wie humorvolle Antwort: "Als es vorbei war."

Christoph Kramer: "Die Show ist in Ordnung, die Ticketpreise sind es nicht"

"Ich mag viele der Künstler, aber ich finde, das war Mist", so der 40-Jährige weiter. "Ich mag Burna Boy, ich mag Bieber, ich mag Shakira, aber das war zu flach." Viele Fußballfans dürften sich in Rooneys Bemerkungen wiederfinden: "Es hat mich einfach nicht gepackt und ich wollte, dass es mit Fußball weitergeht", führte der dreimalige WM-Teilnehmer aus. In den sozialen Medien gab es während und nach der Show einen ähnlichen Tenor.

Weniger drastische Worte wählte Christoph Kramer in seiner Funktion als ZDF-Experte. Der Fußball müsse sich "schweren Herzen daran gewöhnen", sagte der ehemalige deutsche Nationalspieler, der Teil des Weltmeister-Kaders von 2014 war. Sein Resümee fiel folgendermaßen aus: "Die Show ist in Ordnung, die Ticketpreise sind es nicht."

Quelle: teleschau – der mediendienst