"Das gibt es ja nicht", staunt Tijen Onaran. Bei ihrem Auftritt im NDR-Talkformat "DAS! Rote Sofa" darf sich die aus "Die Höhle der Löwen" bekannte Investorin über eine ganz besondere Grußbotschaft freuen - von keinem Geringeren als dem ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Es sei "sehr schön", die Karriere der 40-Jährigen "weiterzuverfolgen", sagt der CDU-Politiker in einem kurzen Einspieler. Er sei Onaran "sehr dankbar" für deren Einsatz für Frauen, Menschen mit Einwanderungsgeschichte und Digitalisierung.

Bevor es Tijen Onaran ins Fernsehen verschlug, war die Unternehmerin in der Politik tätig: Sie kandidierte für die FDP, arbeitete unter anderem für Guido Westerwelle und später - während Wulffs Präsidentschaft - auch im Bundespräsidialamt. "Ich muss sagen, die Politik war die beste Schule fürs Leben", sagt Onaran nun im Gespräch mit NDR-Moderator Hinnerk Baumgarten. Unter anderem habe sie sich dabei "ein sehr hohes Maß an Frustrationstoleranz" angeeignet.

Letzteres empfiehlt sie auch ihren Mitmenschen. "Wir haben es ein bisschen verlernt, auf unterschiedliche Meinungen achtzugeben. Wir denken immer: 'Jeder muss meiner Meinung sein'", moniert der VOX-Star. "Ne! Ich finde, eine Demokratie lebt von Diskurs. Und das bedeutet auch, dass ich andere Perspektiven, andere Meinungen, andere Positionen zulasse."

"Das bedeutet, dass wir mehr arbeiten sollten"

Eine klare Haltung vertritt die in Karlsruhe geborene Tochter türkischer Einwanderer auch, als sie auf die Forderung nach einer Vier-Tage-Woche angesprochen wird. "Kann ich nicht verstehen", betont Onaran. "Ohne Mehrarbeit und Lust auf Leistung würde ich hier nicht sitzen." Deutschland sei ein "wahnsinnig privilegiertes Land, wo viele Menschen die Chance auf echten Aufstieg haben".

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer "in der Gastronomie, im Service, in der Dienstleistung" seien diejenigen, "die dieses Land am Laufen halten". Die Debatte um weniger Arbeit werde jedoch "meistens aus der Elite geführt - nicht von denen, die am Band stehen und wirklich alles geben, sondern von denen, die meistens zu Hause gemütlich sitzen und dann fordern, dass wir noch weniger arbeiten sollen".

Von Krisen solle man sich der TV-Investorin zufolge nicht demotivieren lassen. Ganz im Gegenteil: "Wir leben tatsächlich in herausfordernden Zeiten. Das bedeutet, dass wir mehr arbeiten sollten." Ihr selbst falle das leicht - auch, weil sie ihren Job liebe. Onaran findet: "Arbeit macht doch auch wirklich Spaß!"

Quelle: teleschau – der mediendienst