"Herr Röttgen, aber es hätte sich doch nichts geändert!" - Friedensforscherin Nicole Deitelhoff konnte und wollte dem CDU-Parteipolitiker Norbert Röttgen nicht mehr zuhören. Dieser hatte bei "Maybrit Illner" (ZDF) erneut das Abkommen zwischen den USA und dem Iran kritisiert.
Einerseits zurecht, wie auch die Direktorin des Leibniz-Instituts für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF) fand. Und doch konnte sie dem Ganzen etwas Positives abgewinnen, schließlich war ihrer Ansicht nach schnell klar, dass die USA nicht in der Lage war, das hochangereicherte Uran sicherzustellen oder Bodentruppen zu senden. "Selbst dieses Memorandum of Understanding, dieses Abkommen, war schon ein Durchbruch, weil man zumindest in eine Verhandlungssituation kommt", verteidigte sie das Vorgehen. Zwar sei es immer noch schlechter als bei der Übereinkunft aus dem Jahr 2015, würden doch dem Iran heute mehr Möglichkeiten und Freiräume zugestanden. "Aber im Vergleich zum Weiterlaufen lassen des Kriegs ist das die bessere Alternative", war sie überzeugt.
Röttgen war anderer Auffassung. In der Sendung seien ja schon die Nachteile aufgelistet worden, die zur Stärkung des Regimes führten. "Herr Röttgen, es hätte sich doch nichts geändert", fiel ihm da Deitelhoff ins Wort, "dieser Krieg wäre einfach weitergelaufen, wir haben ja gesehen, auf welchem Niveau das war." "Das wissen wir beide nicht", konnte sie den CDU-Politiker damit jedoch nicht auf ihre Seite bringen.
Sehen Sie die "Maybrit Illner"-Sendung in voller Länge jederzeit hier: https://www.zdf.de/politik/maybrit-illner.
Quelle: teleschau – der mediendienst