"Die junge Generation ist der wichtigste Teil des zukünftigen Arbeitsmarktes": Das sagt Alexandra Spitz-Oener, Wirtschaftsprofessorin an der Humboldt-Universität zu Berlin, in der ZDF-Doku "My Make or Break". Denn: "Die Arbeitskräfte-Knappheit, die wir jetzt schon sehen, wird noch viel mehr steigen in der Zukunft", weiß die Expertin.

Doch wie belastbar ist die Generation Z? In der dreiteiligen Doku werden drei junge Arbeitnehmer begleitet, deren Job ihnen über den Kopf zu wachsen droht.

Software-Ingenieurin Victoria (Name geändert) erzählt in der zweiten Folge mit dem Titel "Endlich bin ich frei!", dass sie nach ihrem fünfwöchigem Urlaub am Meer "mit sehr viel Motivation und sehr viel Energie" wieder angefangen habe zu arbeiten. "Das hat mir so einen richtigen Boost gegeben", erinnert sie sich. Doch nach nur einem halben Jahr ändert sich die Situation plötzlich.

In der Zeit habe sie gemeinsam mit einer Kollegin sehr viel Arbeit in ein Projekt gesteckt. "Ich war gestresst", berichtet Victoria. "Ich hatte den Eindruck, egal, wie gut ich arbeite, mit den Randbedingungen, die ich habe, kann ich nicht die Qualität liefern, die ich gerne möchte." Sie habe das Gefühl gehabt, sie repräsentiere etwas, woran sie gar nicht glaube. Victoria weiter: "Das ist mir super schwergefallen, weil ich mich da wie eine Heuchlerin gefühlt habe." Sie habe sich schließlich die Frage gestellt: "Wofür mache ich diesen Stress eigentlich?"

"Ich konnte mit dieser vollkommenen Freiheit nicht so gut umgehen"

Schon in der ersten Folge der ZDF-Reportage ("Ich muss jetzt was ändern!") hatte Victoria starke Zweifel an ihrem Job als Software-Ingenieurin geäußert, auf den sie kurz zuvor in ihrem Studium noch erfolgreich hingearbeitet hatte. "Was mache ich hier eigentlich? Ich habe jetzt angefangen zu arbeiten und so sieht der Rest meines Lebens aus. Das kann es irgendwie nicht sein", sagte sie da. In der zweiten Folge fasst sie den Entschluss, zu kündigen.

Es ist eine Entscheidung, die sich für die junge Arbeitnehmerin "wie ein Befreiungsschlag" anfühlt. "Ich habe dann gedacht: Ich arbeite noch ein Jahr, ich spare noch Geld an und dann gehe ich reisen", verkündet Victoria. Gesagt, getan. Sie geht nach Australien, um sich ihren Traum von vollkommener Freiheit zu erfüllen: ein Leben am Strand, mit Meeresrauschen einschlafen und wieder aufwachen, keine Verpflichtungen. Doch wirklich glücklich wird Victoria nicht.

Sie stellt fest: "Einerseits fand ich es total toll, dass ich nicht arbeiten musste, dass ich diese Freiheit hatte, dass ich nicht aufstehen musste. Und gleichzeitig hatte ich dadurch das Gefühl, dass ich nicht so richtig in die Gänge komme. Ich konnte irgendwie mit dieser vollkommenen Freiheit, die ich mir ja gewünscht habe, nicht so gut umgehen."

"Es ist super schwierig, wenn man einen ausländischen Namen hat"

Auch Pflegefachkraft Jenny hatte bereits in der ersten Folge der ZDF-Doku beschlossen, etwas ändern zu müssen. "Ich habe meistens nach der Arbeit immer ganz viel geweint und musste das irgendwie alles verarbeiten, was da so für grausame Sachen eigentlich in der Welt sind, die keiner sieht", erzählte sie und berichtete von den schlechten Rahmenbedingungen sowie starken Schmerzen, die der ganze Stress bei ihr verursache. Immer wieder habe sie die Pflege verlassen, nur um dann doch wieder zurückzukehren. In der zweiten Folge versucht sie nun, den Weg der Selbstständigkeit einzuschlagen ...

Sie entwickelt ein Modell, bei dem sie der Pflege-Tätigkeit zwar treu bleibt, aber "nur für ein paar Dienste im Monat, wo ich merke, das passt mir gerade", erklärt sie. Als Jenny dann bei einem Probearbeiten sofort überzeugen kann, folgt der große Dämpfer beim Vertragsgespräch. Der Chef der Pflegeeinrichtung gibt ihr zu verstehen, dass sie als feste Arbeitskraft genommen werden würde, Freiberufler allerdings nicht gebucht werden. "Ich verstehe nicht, woran es liegt. Eigentlich passt ja alles, aber trotzdem wird es schon wieder nichts", ärgert sich Jenny und muss ihre Entscheidung, selbstständig in der Pflege tätig zu werden, schon wieder infrage stellen.

Kameramann Majid träumt ebenfalls davon, das zu machen, worauf er wirklich Bock hat, wie er sagt. Auch er strebt einen Berufswechsel an, fürchtet sich allerdings davor zu kündigen und kein Einkommen zu haben. Der junge Mann mit Migrationshintergrund klagt: "Es ist super schwierig reinzukommen, wenn man einen ausländischen Namen hat." Viele hätten ihn abgelehnt wegen seines Aussehens und seiner Herkunft, meint er. Doch ans Aufgeben denkt Majid nicht: "Ich habe mir vorgenommen, egal, welche Schwierigkeit rauskommt, ich muss weiter."

Die komplette dreiteilige Doku "My Make or Break" ist vollständig in der ZDF-Mediathek verfügbar.

Quelle: teleschau – der mediendienst